Fußball

Keine großen Transfers mehr FC Bayern verordnet sich Sparsamkeit

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Die Ausgaben für Transfers sind beim FC Bayern in diesem Sommer bislang deutlich höher als die Einnahmen aus selbigen.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Trainer Nagelsmann und Abwehrspieler Upamecano sind die teuren Neuzugänge des FC Bayern in diesem Sommer. Bis Saisonstart dauert es zwar noch, doch mehr Großeinkäufe wird es nicht geben, sagt Vereinsboss Hainer. Der Grund dafür betrifft aber nicht nur den deutschen Rekordmeister.

Der FC Bayern plant nach der Verpflichtung von Dayot Upamecano keine kostspieligen Neuzugänge mehr für die neue Saison. "Die Leute sollen die Auswirkungen von Corona bloß nicht unterschätzen, auch wenn wir vergleichsweise bisher wirtschaftlich gut über die Runden gekommen sind, wird es bei uns erhebliche Schleifspuren geben. Bis auf Dayot Upamecano sind bei uns in diesem Sommer keinen großen Transfers mehr möglich", sagte Präsident Herbert Hainer laut einem klubeigenen Interview.

Im Frühjahr hatte Hainer den Umsatzeinbruch beim deutschen Fußball-Rekordmeister auf geschätzte 150 Millionen Euro beziffert. Den damit verbundenen Mindereinnahmen scheint der Klub nun Rechnung tragen zu müssen, indem das Transferbudget für Julian Nagelsmann stark reglementiert wird. Der neue Trainer kommt selbst für geschätzte 25 Millionen Euro von RB Leipzig, von dort zieht es auch Upamecano nach München, für dessen Dienste eine Ablöse von 42,5 Millionen Euro fällig wird. Das Duo kostet damit insgesamt schon über 65 Millionen Euro. Da diesen teuren Zugängen bisher keine entsprechenden Verkäufe gegenüberstehen, auch wenn es mehrere Wechselkandidaten gibt, allen voran Corentin Tolisso, ist die Transferkasse also knapp.

Dabei verlassen mit David Alaba (zu Real Madrid), Javi Martínez (Ziel offen) und Jérôme Boateng (soll Kandidat bei Juventus Turin sein) gleich drei Spieler den Klub, die einen elementaren Anteil daran hatten, dass es in den vergangenen neun Jahren neun Meistertitel und zwei Champions-League-Siege gab. Alle drei gehen nach Vertragsende ablösefrei. Upamecano gilt zwar als hochtalentiert, hat mit 22 Jahren aber noch keine Erfahrungen auf europäischem Top-Niveau und wurde jüngst von Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps nicht für die EM nominiert.

"Wir haben noch Omar Richards verpflichtet, dazu kehren sieben Spieler zurück, die ausgeliehen waren. Das Ziel ist, den Kader in der Breite zu verstärken. Allerdings ist die Qualität so hoch, dass wir dafür keine weiteren Top-Transfers benötigen. Die Mischung stimmt", sagte Hainer. Richards kommt ablösefrei vom englischen Zweitligisten FC Reading. Nagelsmann droht damit eine Perspektive, die zuvor bereits den künftigen Bundestrainer Hansi Flick bisweilen zu entnerven schien. Wiederholt hatte er Neuzugänge gefordert, um den Kader in der Breite zu verbessern, diese aber nicht bekommen. Die kurz vor Transferschluss im Herbst 2020 verpflichteten Marc Roca, Bouna Sarr und Douglas Costa blieben allesamt hinter den Erwartungen zurück.

Hainer geht jedoch davon aus, dass nicht nur der FC Bayern solche Konsequenzen aus den finanziellen Einbußen ziehen muss. Die Folgen der Corona-Pandemie und die daraus resultierenden Einnahmeverluste für den Profifußball werde man noch "sehr lange, und zwar im gesamten Fußball" spüren. "Bisher sehen wir nur die Spitze des Eisbergs, und das wird nicht in zwölf Monaten aufgeholt sein. Wenn ich aktuell schon wieder manche Transfergerüchte und -summen höre, frage ich mich ernsthaft, wie die Vereine das finanzieren wollen, noch dazu, da ja viele von hohen Schuldenbergen belastet sind", sagte der 66-Jährige.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa

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