Fußball

Neuer Sportdirektor in Sicht FC Bayern will Personal-Odyssee beenden

17a165e9c54cef8aef8fc6a9897a648b.jpg

Bayern-Präsident Uli Hoeneß mag seine Münchner nicht ohne Sportdirektor belassen.

(Foto: imago/ActionPictures)

Seit über einem Jahr ist der FC Bayern ohne Sportdirektor, seitdem sorgt die Personalie für Spekulationen. Auch, weil die beiden Wunschkandidaten den Münchnern eine Abfuhr erteilen. Nun kündigt Präsident Uli Hoeneß ein baldiges Ende der langen Suche an.

Seit Sommer 2016 ist der Posten des Sportdirektors beim FC Bayern München vakant. Das ist noch keine Ewigkeit, aber die Suche des Fußball-Rekordmeisters nach einem Nachfolger für Matthias Sammer trägt dennoch leichte Züge jener Odyssee, in die der Hamburger SV nach dem Abgang von Dietmar Beiersdorfer Mitte 2009 geraten war. Der Bundesliga-Dino brauchte damals bis Februar 2011, ehe es mit Wunschkandidat Nr. 12 endlich klappte und Frank Arnesen den Posten übernahm.

Ganz so viele Kandidaten haben die Bayern noch nicht verschlissen und laut Bayern-Präsident Uli Hoeneß werden es auch nicht so viele Sportdirektor-lose Monate wie beim HSV. Nachdem Hoeneß im November 2016 noch einen Mann bis zum Juli 2017 angekündigt hatte, sagte er nun auf der turbulenten Asienreise der Münchner. "Ich denke, dass wir in der nächsten Zeit einen Sportdirektor präsentieren werden." Auf Nachfrage wurde der Bayern-Präsident in Singapur dann noch ein wenig konkreter und schränkte den Zeitraum auf die nächsten sechs Wochen ein. Das heißt: Bis Anfang September soll es den neuen Bayern-Sportdirektor geben. Die Bundesliga-Saison beginnt am 18. August.

Kandidat Kahn?

Zu möglichen Kandidaten wollte sich Hoeneß nicht äußern. Angesprochen auf den langjährigen Bayern-Kapitän Oliver Kahn, der unter anderem als Experte für das ZDF arbeitet, antwortete Hoeneß nur: "Wir wollen jetzt nicht hier auf den Basar gehen. Wir werden das rechtzeitig mitteilen."

Kein Thema ist Philipp Lahm. Der langjährige Bayern-Kapitän, der seine Profikarriere vor zwei Monaten beendet hatte, hatte den Posten nach Gesprächen mit der Bayern-Führung im Frühjahr erst einmal abgelehnt. Lahm habe die Entscheidung getroffen, "dass er das jetzt nicht machen will. Und Sportdirektor wollte er eh nicht werden", sagte Hoeneß.

Als Hoeneß' Wunschkandidat galt ohnehin Max Eberl von Borussia Mönchengladbach. Doch der sagte den Münchnern Anfang April nach wochenlangen Spekulationen ab - und verlängerte seinen Vertrag in Gladbach bis 2022. Neuer Wunschkandidat ist laut Eurosport nun Ex-Bayern-Kapitän Mark van Bommel. Gehandelt wird zudem Thomas Linke. Der frühere Bayern-Profi war im Juni als Sportdirektor des FC Ingolstadt zurückgetreten.

In München ist die Position des Sportdirektors seit dem Abgang von Matthias Sammer im Sommer 2016 unbesetzt. Damals war Sammer, der vier Jahre lang Sportvorstand gewesen war, nach gesundheitlichen Problemen auf eigenen Wunsch aus dem Bayern-Vorstand ausgeschieden.

Nicht mitreden über den Sammer-Nachfolger darf Bayern-Trainer Carlo Ancelotti. Der Italiener reagierte zurückhaltend auf die Tatsache, dass er in Kürze einen weiteren engen Mitarbeiter an seine Seite bekommt. "Ich bin nicht eingebunden in diese Entscheidung", sagte er bei der Pressekonferenz zum Spiel gegen den FC Chelsea. Es sei eine Angelegenheit des Vereins: "Ich bin glücklich mit und ohne."

Quelle: ntv.de, cwo/dpa