Fußball

"Wir haben noch nichts erreicht" FC Bayern will seine "Sinne schärfen"

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Niko Kovac gratuliert Serge Gnabry nach der Partie gegen die Spurs zu dessen vier Toren - jetzt blickt der Trainer aber wieder konzentriert auf das Bundesligaspiel gegen Hoffenheim.

(Foto: imago images/Colorsport)

Das historische 7:2 bei Tottenham Hotspur ist eine Kampfansage an Europas Fußball-Adel. Der Rekordmeister um Vierfach-Torschützen Gnabry geht jedoch schnell zur Tagesordnung über. Gegen Hoffenheim gilt es, die Tabellenführung zu verteidigen.

Der Freudenrausch nach der Sternstunde währte nur kurz. Trainer Niko Kovac strich den Spielern von Bayern München kurzerhand den trainingsfreien Donnerstag, "um die Sinne zu schärfen". Auch der strahlende Held Serge Gnabry mahnte nach dem denkwürdigen 7:2 (2:1) in der Champions League bei Tottenham Hotspur schnell zu Nüchternheit.

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Natürlich habe er sich so einen "Wahnsinnsabend nicht mal erträumt", sagte der vierfache Torschütze: Doch der deutsche Rekordmeister solle sich auf diesen Triumph, der Europas Fußball-Adel aufschreckte, bitte "nicht zu viel einbilden". Der überragende Gnabry gab nach dem historischen Erfolg bei den gedemütigten Spurs, im Mai immerhin noch Finalist der Königsklasse, damit wie auf dem Platz die Richtung vor. Auch Kovac richtete den Blick umgehend auf den grauen Liga-Alltag mit der Partie am Samstag (15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) gegen die TSG Hoffenheim. Die Gala von Tottenham sei ein "Statement" gewesen, mehr auch nicht.

"Sachlich und bescheiden bleiben"

"Es ist wichtig, dass wir den Boden nicht unter den Füßen verlieren. Wir haben noch nichts erreicht. Deshalb: sachlich und bescheiden bleiben", forderte der 47-Jährige mit Nachdruck. Den FC Bayern erwarte "ein immens schweres" Spiel: "Wir müssen die gleiche Leistung wie gegen Tottenham zeigen", ergänzte Kovac, "wir sind gefragt und müssen uns strecken. Wir wollen Erster bleiben und mit einem guten Gefühl in die Länderspielpause gehen." Das Gefühl nach dem erfolgreichen London-Trip war schon einmal berauschend. "Das war eine Sternstunde der gesamten Mannschaft, aber natürlich ganz besonders für Serge", sagte Kovac, der aber auch nicht vergessen wollte, dass die Bayern sich anfangs 35 flatterhafte Minuten geleistet hatten.

Der Ausgleichstreffer von Wortführer Joshua Kimmich (15.) hielt sie im Spiel, bis ein Geniestreich von Torjäger Robert Lewandowski (45.+1) das Blatt wendete. Der unaufhaltsame Gnabry (53./55./83./88.) mit dem ersten Auswärts-Viererpack eines deutschen Profis in der Königsklasse und der famose Lewandowski (87.) fügten den auseinanderfallenden Spurs die höchste Heimpleite zu, die je eine englische Mannschaft in Europa erlitt. "Wir haben Geschichte geschrieben. Das war unglaublich, was wir heute erlebt haben", schwärmte Rummenigge an diesem "historischen Tag für Bayern München". Der Rekordmeister hätte auf dieses "Ausrufezeichen" lange warten müssen, meinte Kapitän Manuel Neuer, "es wurde auch mal Zeit für uns".

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"Vier Tore seit der F-Jugend nicht mehr gemacht"

Und natürlich habe der Klub die Ambition, am 30. Mai 2020 in Istanbul den Henkelpott zu holen. Allerdings: "Nach solchen Spielen sagt man leicht, dass es super läuft. Aber wir dürfen nicht sagen, dass wir jetzt ganz Europa schlagen." Er sei "stolz auf die Mannschaft", fügte Sportdirektor Hasan Salihamidzic an, aber "zu träumen ist zu früh".

Es war dennoch ein großer Sieg - mit vielen kleinen Siegern, allen voran Gnabry. "Vier Tore habe ich seit der F-Jugend nicht mehr gemacht, das war für mich ein grandioser Abend", schwärmte er nach seiner Torpremiere in der Champions League. Nun hofft Kovac vor dem Hoffenheim-Spiel, "dass er das verarbeitet und ihm das nicht zu Kopf steigt. Das ist das Schwierige, dass man drei Tage später die gleiche Leistung abliefern muss." Aber, so der Bayern-Coach: "Ich bin mir sicher, dass er klar ist im Kopf

Quelle: n-tv.de, Marco Mader und Thomas Niklaus, dpa

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