Fußball

"Menschenverachtendes Regime" Fans protestieren gegen Chinas U20

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Sie wollen doch nur spielen: Chinas U20 beim Testsspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach.

(Foto: imago/Sportfoto Rudel)

Die umstrittene Eingliederung der chinesischen U20-Auswahl in die Regionalliga Südwest ruft weiter Kritiker auf den Plan. In einem Brief an den DFB monieren Fans aus Frankfurt, Offenbach, Mannheim und Kassel die Kooperation mit einem "der autoritärsten Staaten weltweit".

Fans von zehn Vereinen der Regionalliga Südwest haben mit einem Brief an den Deutschen Fußball-Bund gegen die Teilnahme der chinesischen U20-Auswahl an der Viertliga-Saison protestiert. "Stoppen Sie den weiteren Ausverkauf des Fußballs und werden Sie Ihrer Verantwortung gegenüber Vereinen, Spielern und Fans gerecht", heißt es in dem Schreiben, das unter anderem Anhänger von Waldhof Mannheim, Kickers Offenbach, Hessen Kassel, des 1. FC Saarbrücken, des FSV Frankfurt und der Stuttgarter Kickers unterzeichneten.

"Die Volksrepublik China gilt nach wie vor als einer der autoritärsten Staaten weltweit, in dem Meinungs- und Pressefreiheit eingeschränkt, Todesurteile massenhaft vollstreckt, Menschen gefoltert sowie zahlreiche Kritiker in Gefangenschaft genommen werden", heißt es in dem Brief. "Die Frage muss erlaubt sein, warum ausgerechnet mit einem solch menschenverachtenden Regime die Kooperation der Fußballverbände gestärkt werden soll?"

Liga entscheidet am 11. Juli

Nach Ansicht der Fans würde durch ein "intransparentes" und viel zu schnell initiiertes Projekt "dieser Tragweite" die "Wertigkeit der Liga" erheblich beschädigt. Zudem sei die Kosten-Nutzen-Rechnung es Verbandes "bereits bei einer kurzfristigen Betrachtung überholt". Die 15.000 Euro, die jedes Team für ein Spiel gegen Chinas Nachwuchs vom DFB erhalten soll, würden nicht in Relation zu den Fixkosten der Vereine stehen.

Der DFB möchte Chinas Olympia-Auswahl für eine Saison außer Konkurrenz in der Regionalliga Südwest mitspielen lassen. Es gehe dabei "um organisierte Freundschaftsspiele, definitiv nicht um die Eingliederung einer externen Mannschaft", sagte Generalsekretär Friedrich Curtius in einem Interview mit dem "Kicker". Hintergrund ist eine Kooperation des chinesischen Verbands mit dem DFB.

Das chinesische Team will sich im Regionalliga-Alltag auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio vorbereiten. Die Mannschaft soll nicht offiziell in der Tabelle geführt, aber im Spielplan verankert sein. Die Mannschaften in der Südwest-Staffel haben zweimal pro Saison spielfrei, an diesen Tagen soll vor heimischem Publikum gegen China gespielt werden. Am 11. Juli entscheidet die Regionalliga über den Plan.

Quelle: n-tv.de, sgi/dpa/sid

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