Fußball

BVB auf Meistertemperatur Favres Problem ringt Klopp ein "Wow" ab

Die Hitzeschlacht gewinnen sie, besiegen den Champions-League-Sieger und beeindrucken den ehemaligen Trainer nachhaltig - die Fußballer von Borussia Dortmund sind in bestechender Frühform. Jürgen Klopp muss sich beim Loben bremsen, selbst wenn Lucien Favre eigentlich ein Problem sieht.

Ihren Abstecher ins Schnellrestaurant hatten sich Mats Hummels, Marco Reus und all die anderen Champions-League-Sieger-Besieger verdient. Bei Burger und Fritten genossen die Fußballer von Borussia Dortmund jedoch nicht nur den Prestige-Erfolg gegen den FC Liverpool und ihren alten Meistertrainer Jürgen Klopp. Sie waren auch froh, dass der Werbetrip nach Amerika mit vielen Stunden im Flieger und Jetlag ein Ende nimmt. "Das war ein Härtetest aufgrund der Zeitverschiebung, der Flüge, die wir hatten - das ist eine Charaktersache, da gehört Willensstärke dazu", sagte Kapitän Reus.

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Thorgan Hazard läuft Liverpool-Kapitän Henderson davon.

(Foto: imago images / Icon SMI)

Mit 3:2 hatte der Bundesligist die Reds bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit im Notre Dame Stadium von South Bend in Indiana besiegt. "Die Aufgabe haben wir mit Bravour bestanden." Der Nationalspieler bezog sich nicht nur auf das Freundschaftsspiel, sondern auch auf die finanziell lukrative US-Tour als Ganzes. Die Balance zwischen Vermarktung und Vorbereitung sei "schwierig, ganz klar - fürs Trainerteam und für die Spieler. Man benötigt die Regeneration, die hat man aufgrund der vielen Marketingtermine nicht gehabt".

Vor dem Trainingslager im Schweizer Bad Ragaz vom 27. Juli bis 2. August dürfen sich nun alle in Ruhe auf Fußball und die kommende Saison konzentrieren. "Jetzt freuen wir uns, dass wir eine Woche lang in Dortmund richtig arbeiten können - danach holen wir uns den Feinschliff", sagte Reus. Schließlich will der BVB Meister werden - und inzwischen sagen das die Verantwortlichen auch öffentlich. Lucien Favre jedenfalls konnte vollauf zufrieden sein mit dem, was seine Mannschaft bei Hitze und extrem hoher Luftfeuchtigkeit im legendären College-Football-Stadium bot.

Brandt, Hazard und Schulz debütieren

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Neue Dortmunder Defensivpower: Nico Schulz und Mats Hummels im Einsatz.

(Foto: imago images / Icon SMI)

Julian Brandt, Thorgan Hazard und Nico Schulz gaben ansprechende Debüts, der 16 Jahre alte Giovanni Reyna spielte auf dem linken Flügel und bereitete im Nachstochern das 1:0 durch Paco Alcacer in der dritten Minute vor. Thomas Delaney in der 52. und Jacob Bruun Larsen in der 58. Minute trafen zudem für den BVB. Favre wechselte in der Halbzeit neunmal, nur Hummels und Torhüter Marwin Hitz spielten mehr als 45 Minuten. Vor allem diese hochwertige Breite im Kader beeindruckte den Ex-Chef nachhaltig: "Auf jeder Position sind sie doppelt gut besetzt. Ich kann nur sagen: wow", zog Klopp metaphorisch seine Kappe. "Ich möchte mich nicht zu positiv äußern, dann steigt der Erwartungsdruck auf die Jungs. Aber was Dortmund da aufzubieten hat, ist wirklich sehr beeindruckend."

Die Tore für seine Reds erzielten Harry Wilson (35.) und Rhian Brewster (75.per Foulelfmeter). Die Dortmunder hatten zuvor bereits den MLS-Klub Seattle Sounders 3:1 geschlagen. Die US-Reise also ist gelungen. "Alles hat geklappt, alle sind gesund", betonte Reus, der sich nach Spielende mit den anderen bereitwillig zu Selfies aufstellte. Mehr als 40.000 Zuschauer waren gekommen, die meisten in rot, viele aber auch, um den BVB zu sehen. Die Aufmerksamkeit wird sich noch steigern, wenn ab dem 16. August die vierteilige Amazon-Doku "Inside Borussia Dortmund" ausgestrahlt wird.

Während die BVB-Mannschaft ihren neuerlichen Angriff auf den FC Bayern vorbereitet, gibt es auch im Büro noch einiges zu tun. Favre ist der Kader noch deutlich zu groß. 34 Profis: "Das ist unmöglich", hatte er moniert. "Es wird noch Abgänge geben." Kandidaten gibt es reichlich. Andre Schürrle, Shinji Kagawa, Maximilian Philipp und Sebastian Rode können gehen, möglicherweise auch Ömer Toprak. Raphael Guerreiro und Julian Weigl könnten Thomas Tuchel zu Paris St. Germain folgen.

Quelle: n-tv.de, Thomas Nowag, sid

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