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Haller vor Wechsel zu West Ham Frankfurts Büffelherde reißt auseinander

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Sébastien Haller (rechts) wechselt zu West Ham United, Luka Jovic (Mitte) hat sich Real Madrid angeschlossen. Und auch für Ante Rebic haben schon zahlreiche Klubs bei Eintracht Frankfurt angefragt.

(Foto: imago/Krieger)

Der Wechsel von Stürmer Sebastian Haller zu West Ham United steht kurz vor dem Abschluss. Eintracht Frankfurt erhält zwar rund 45 Millionen Euro Ablöse, verliert aber nach Luka Jovics Abgang zu Real Madrid den zweiten Teil des Trios, das den Klub ins Halbfinale der Europa League geschossen hat.

Von Eintracht Frankfurts fabelhaftem Sturm-Trio ist jetzt nur noch Ante Rebic übrig. Nach dem zu Real Madrid abgewanderten Torjäger Luka Jovic verlässt auch Sébastien Haller den Bundesligisten. Der 25 Jahre alte Franzose wechselt wie erwartet zu West Ham United in die englische Premier League. Die beiden Klubs hätten sich über die Transfermodalitäten geeinigt, teilten die Frankfurter mit. "Infolgedessen hat Haller die Freigabe, um die medizinische Untersuchung in London zu absolvieren. Sollte diese einen positiven Verlauf nehmen, wird sich Haller den "Hammers" anschließen", hieß es weiter. Haller soll nach Medienangaben etwa 45 Millionen Euro Ablöse kosten. Der Vertrag des 25-jährigen Franzosen bei der Eintracht läuft noch bis zum 30. Juni 2021, in England soll er etwa sechs Millionen Euro jährlich verdienen.

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20 Tore erzielte Sébastien Haller in der abgelaufenen Saison für die Eintracht. Jetzt verabschiedet er sich in die englische Premier League.

(Foto: imago images / Geisser)

Haller hatte in der vergangenen Bundesliga-Saison 15 Tore erzielt und weitere fünf Treffer in der Europa League. Da der Jovic-Wechsel zu den Königlichen der Eintracht 60 Millionen Euro brachte, kann Sportvorstand Fredi Bobic nun mit dem Verkauf von Haller den größten Reibach der Klubgeschichte machen - insgesamt über 100 Millionen für das Duo.

Die "Büffelherde" könnte sich auch völlig auflösen: Der Verbleib von Rebic ist noch nicht gesichert. Der kroatische WM-Zweite war zuletzt bei Atlético Madrid im Gespräch, wo der französische Weltmeister Antoine Griezmann zum FC Barcelona abgewandert ist. Wie können die Frankfurter den Verlust von Jovic und Haller abfangen, ohne in der Bundesliga abzustürzen? Das ist die spannendste Frage am Main vor dem Erstliga-Start am 18. August gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Ursprünglich hatte es geheißen, dass man Haller unbedingt halten wolle: Der Franzose gilt auch als glänzender Vorbereiter. Trainer Adi Hütter hatte sich bereits am Wochenende auf Hallers Abschied eingestellt: "Es ist so, dass die Gerüchteküche, die vielleicht keine mehr ist, brodelt. Die Entscheidung liegt beim Spieler."

Frankfurt hofft auf Paciencia und Sow

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Noch vor wenigen Wochen hatte Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann auf die Frage, was der Klub zu tun gedenke, wenn ihm das Trio Jovic/Rebic/Haller komplett weggekauft wird, ironisch gesagt: "Dann haben wir die Kasse voll, machen den Laden zu und setzen uns ab in die Karibik." Während sich der diesjährige Europa-League-Halbfinalist nun ohne den Franzosen durch die Qualifikation kämpfen muss, spielt Haller in der kommenden Saison gar nicht international: West Ham war nur Tabellenzehnter.

Frankfurt hat als neuen Stürmer bisher nur den 19 Jahre alten Serben Dejan Joveljic verpflichtet, zudem setzt Hütter große Hoffnungen auf den Rückkehrer Daichi Kamada und auf den portugiesischen Stürmer Goncalo Paciencia, der in der vergangenen Spielzeit im Schatten des erfolgreichen Trios stand. Joveljic überzeugt zwar, "braucht aber noch Zeit, um sich an das Tempo und die Robustheit in der Bundesliga zu gewöhnen" (Hütter). Der offensive Mittelfeldspieler und Rekord-Einkauf Djibril Sow, der mit einem Sehnenanriss nach Klubangaben acht bis zehn Wochen fehlen wird, kann dem DFB-Pokalsieger von 2018 vorerst nicht helfen.

Quelle: n-tv.de, Ulrike John, dpa

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