Fußball

DFB-Pokal, Elfer und rote Karten Fünftligist Reutlingen düpiert den KSC

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Giuseppe Ricciardi von Reutlingen verwandelt den Straßstoß zum 2:0.

(Foto: imago/Pressefoto Baumann)

Das letzte Spiel des Tages bringt die große Überraschung. Oberligist Reutlingen führt den Karlsruher SC vor, der drei Klassen höher spielt. Schuld sind gleich drei Strafstöße. Der VfB Stuttgart entgeht dagegen einer Blamage.

Dreimal Rot, drei Elfmeter: Der Karlsruher SC hat sich im DFB-Pokal blamiert und ist bereits in der ersten Runde am Fünftligisten SSV Reutlingen gescheitert. Der völlig konzeptlose Fußball-Zweitligist unterlag dem Außenseiter verdient mit 1:3 (0:2) und machte seinen Fehlstart in diese Saison mit der dritten Pflichtspiel-Pleite perfekt.

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Drei rote Karten zog Schiedsrichter Robert Kempter gegen Karlsruhe.

(Foto: dpa)

Der neue Trainer Alexander Zorniger feierte dagegen mit dem VfB Stuttgart nach einem intensiven Pokal-Abend eine geglückte Pflichtspiel-Premiere. Die Schwaben zogen durch das 2:1 (1:1) beim starken Fußball-Drittligisten Holstein Kiel in die zweite Pokal-Runde ein.

Notbremse, Tätlichkeit, Notbremse

Rote Karten gegen Manuel Gulde (12. Minute/Notbremse), Daniel Gordon (51./Tätlichkeit) und Jannik Dehm (90./Notbremse) beraubten den KSC aller Chancen aufs Weiterkommen. In einer hochturbulenten Partie vor 8166 Zuschauern präsentierte sich der mutige Oberligist dagegen eiskalt. Mit drei verwandelten Foulelfmetern machte SSV-Kapitän Giuseppe Ricciardi (13./33./90.+1) alles klar. Dennis Kempe (63.) konnte nur vorübergehend für Spannung sorgen.

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Kiel (Marlon Krause, r.) erwies sich als schwerer Gegner für den VfB, hier vertreten durch Timo Werner.

(Foto: imago/Philipp Szyza)

"Keine Auffälligkeiten" registrierte die Polizei zu Beginn des Hochrisikospiels. Von Klassenunterschieden war auf dem Rasen nichts zu sehen. Erst in der zweiten Hälfte stemmten sich die Karlsruher in Unterzahl gegen die Blamage. Der völlig aufgebracht KSC-Coach Markus Kauczinski musste die bitteren Minuten bis zum Aus schließlich von der Tribüne aus verfolgen.

Bei Stuttgart sorgte derweil Angreifer Daniel Ginczek (60. Minute) im zweiten Durchgang mit seinem Treffer für den Erfolg des Bundesligisten, der einige Mühe mit den Kielern hatte. Die Führung der Hausherren durch Rafael Czichos (37. Minute) hatte VfB-Regisseur Daniel Didavi (41.) fast postwendend ausgeglichen.

Kein Glück wie 1970

Vor 9916 Zuschauern im ausverkauften Holstein-Stadion offenbarte der VfB acht Tage vor seinem Bundesliga-Auftakt gegen den 1. FC Köln zunächst einige Abstimmungsschwierigkeiten. Die Kieler wirkten anfangs bissiger und kamen bei Kontern nach langen Bällen immer wieder gefährlich vors VfB-Gehäuse. So etwa, als Angreifer Marc Heider mit einem Kopfball VfB-Keeper Przemyslaw Tyton erstmals prüfte (23.).

Neun Minuten später war der Pole dann geschlagen, als er Czichos' satten Linksschuss passieren ließ. Das Glück der Gastgeber währte aber nicht lang. Denn der agile Didavi, der in der 20. Minute die erste VfB-Chance gehabt hatte, nutzte seine zweite Torgelegenheit mit einem feinen Heber zum 1:1. Nach Wiederanpfiff bekamen die Schwaben, die auf Martin Harnik (Infekt) und Serey Dié (Muskelfaserriss im Hüftbereich) verzichten mussten, die Partie besser in den Griff.

Nach Vorarbeit von Timo Werner beruhigte Ginczek mit einem präzisen Schuss Zornigers Nerven und machte die Kieler Hoffnungen auf eine Wiederholung ihres Pokaltriumphs vor 45 Jahren zunichte. Am 12. Dezember 1970 hatten sie die Schwaben mit 2:1 besiegt. Im zweiten Duell mit dem VfB hielten sie zwar gut mit, waren am Ende aber glücklos.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa

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