Fußball

Hingucker in den Auslandsligen Für Klopp wird's wahnwitzig - oder irre

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Jürgen Klopp und seinem FC Liverpool droht die beste Vize-Meisterschaft aller Zeiten. Und die irrste.

(Foto: Action Images via Reuters)

Titel-Höchstspannung herrscht in England vor dem letzten Spieltag, denn Man City und der FC Liverpool kämpfen um den irrsten Meistertitel der Premier-League-Geschichte. Längst gekrönt sind die Champions in Italien, Frankreich und Spanien. Aufregend ist es dort trotzdem noch.

England

Das wahnwitzige Titelrennen in England ist auf den letzten Metern, am Sonntag ab 16 Uhr (im n-tv.de Liveticker) entscheidet sich: Wer wird Meister? In der Verlosung: Manchester City mit Ex-Bayern-Trainer Josep Guardiola, das als erstes Team in diesem Jahrzehnt den Titel in der Premier League verteidigen könnte. Und der FC Liverpool mit Coach Jürgen Klopp, die zusammen vom ersten Meistertitel seit 1990 träumen und mit dem Titel eine wahnsinnig traumhafte Woche krönen könnten, Stichworte: Champions-League-Wunder-Sensation inklusive "Genie"-Ecke, Barcelona-Blamage.

Vor dem letzten Spieltag hat Man City ein Pünktchen Vorsprung vor Klopps Liverpoolern, obwohl die bislang nur einmal verloren haben in dieser Saison der Superlative - eben gegen City. Das heißt: Liverpool könnte mit 97 von 114 möglichen Punkten tatsächlich "nur" Zweiter werden. Denn mit einem Sieg beim bereits geretteten Tabellen-17. Brighton & Hove Albion würde City den Meistertitel erfolgreich verteidigen. Es wäre ein Novum für den Verein und die Krönung einer fabelhaften, schlicht irren Rückrunde, in der Man City bisher 17 seiner 18 Spiele gewonnen hat, zuletzt 13 in Folge.

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Die höhere Schlusshürde hat auf dem Papier der FC Liverpool zu bewältigen: Das Klopp-Team darf zwar daheim antreten, empfängt dort aber mit den Wolverhampton Wanderers den Sensations-7. der Liga. Um die herbeigesehnte erste Meisterschaft seit 1990 einzufahren, muss wohl ein Sieg her, es wäre der neunte Ligasieg in Folge. Ein Remis könnte zwar theoretisch auch reichen. Dann müsste Man City aber schon mit fünf Toren Unterschied gegen Brighton verlieren, damit die Reds noch vorbeiziehen könnten - was selbst nach dieser wunderreichen Fußballwoche ausgeschlossen scheint. Nicht ausgeschlossen: Dass Klopp eine Statue vor der Anfield Road errichtet wird, falls es tatsächlich noch zum Meistercoup reicht. Beim bislang letzten waren übrigens erst fünf Spieler im aktuellen Liverpool-Kader überhaupt schon geboren.

Ein ähnliches Torwunder wie remisierende Liverpooler bräuchte Europaliga-Finalist FC Arsenal, um Englands zweiten CL-Sensationsfinalisten Tottenham Hotspur noch von Platz vier verdrängen zu können. Vor ihrem letzten Saisonspiel gegen den FC Everton liegen die Spurs drei Zähler vor Arsenal, das beim FC Burnley antreten muss - und außerdem noch die um acht Tore schlechtere Tordifferenz hat.

Italien

Der Titel ist schon lange vergeben, selbstredend an Abo-Meister Juventus Turin. Spannung verspricht am drittletzten Spieltag aber noch der Kampf um die internationalen Startplätze. Turin (89 Punkte) und der SSC Neapel (73) haben die Teilnahme an der Champions League bereits sicher. Dahinter wird es allerdings auf den beiden verbliebenen Königsklassen-Rängen für Inter Mailand (63 Punkte/am Montag gegen Chievo Verona) und Überraschungsteam Atalanta Bergamo (62/am Samstag gegen FC Genua) enger. In Lauerstellung sind auf den Europa-League-Plätzen der AC Mailand (59/am Samstag in Florenz) und die AS Rom (59/am Sonntag gegen Juve).

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Spanien

Wie in der Bundesliga werden auch in der Primera División an den letzten beiden Spieltagen alle Partien zeitgleich ausgetragen. Anpfiff zum 37. Spieltag ist am Sonntag um 18.30 Uhr, interessierte Fans können nach der englischen Meistersause also einfach die Liga wechseln und den Kampf ums internationale Geschäft verfolgen. Dabei liegt der Madrider Vorortklub FC Getafe (58 Punkte), einst ruhmreich von Bernd Schuster trainiert, als Tabellenvierter zwar einerseits auf Champions-League-Kurs. Andererseits wartet auf Getafe aber im Auswärtsspiel bei Meister FC Barcelona die nominell schwerstmögliche Aufgabe im spanischen Fußball. Andererseits (2) würde ein Getafe'scher Sensationssieg (also eine Niederlage Barcelonas) aber auch perfekt zur Woche von Messi & Co. passen, die mit einer Niederlage gegen Celta Vigo begonnen hatte und am Dienstag mit der "Schande" von Liverpool negativ eskaliert war.

Der FC Valencia und der FC Sevilla (beide 55 Punkte) auf den beiden Europa-League-Plätze warten auf Ausrutscher des FC Getafe, um noch das Ticket für die Königsklasse zu ergattern. Doch für Sevilla wird es auswärts bei Atlético Madrid ebenfalls schwer. Valencia, das am Donnerstag im Europa-League-Halbfinale am FC Arsenal scheiterte, hat ein Heimspiel gegen den Zehnten Alaves. Fürs Protokoll sei erwähnt, dass Real Madrid in San Sebastian gefordert ist. Für die "Königlichen" geht es trotz Mini-Chance auf Rang zwei aber um nix mehr.

Frankreich

Hinter dem von Thomas Tuchel längst zur Meister-Abo-Verlängerung gecoachtem Paris Saint-Germain (85 Punkte) bleibt auch in der Ligue 1 am drittletzten Spieltag der Wettkampf um Plätze im internationalen Geschäft interessant. Der Tabellenzweite OSC Lille (69) hat am Sonntag ab 17 Uhr im Heimspiel gegen den Rang-14. Bordeaux eine lösbare Aufgabe. Dahinter wartet Olympique Lyon (63), das am Sonntag ab 21 Uhr beim Sechsten Marseille antreten muss, auf einen Ausrutscher, um noch Platz zwei angreifen zu können. Im Kampf um die Teilnahme an der Champions League hat HSC Montepellier bereits gestern Abend St.Etienne mit 1:0 geschlagen.

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Quelle: n-tv.de, cwo/dpa

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