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Prozess wegen Terrorpropaganda Fußballer Naki muss nicht ins Gefängnis

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Erleichtert: Deniz Naki hat nach eigenen Angaben mit dem Schlimmsten gerechnet.

(Foto: imago/Annegret Hilse)

In der Türkei steht der Ex-Fußballprofi von St. Pauli und Paderborn, Deniz Naki, vor Gericht. Er soll auf Facebook "Terrorpropaganda" für die PKK gemacht haben. Im überraschenden Ende des Verfahren sieht ein Beobachter eine wichtige Lehre für die Bundesregierung.

Das Verfahren gegen den Fußballprofi Deniz Naki wegen Terrorpropaganda in der Kurdenmetropole Diyarbakir ist kurz nach Prozessbeginn überraschend eingestellt worden. Der Staatsanwalt habe unter Verweis auf die Meinungsfreiheit selbst um eine Einstellung gebeten, sagte Prozessbeobachter und Linken-Abgeordneter Jan van Aken der dpa am Telefon. Das Gericht habe dem stattgegeben.

"Ich bin glücklich und erleichtert. Denn so, wie sich die Dinge in der Türkei gerade entwickeln, konnte ich wirklich nicht davon ausgehen, freigesprochen zu werden", sagte Naki "Spiegel Online" nach dem Urteil.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft dem früheren Spieler des FC St. Pauli und des SC Paderborn Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vorgeworfen und fünf Jahre Haft gefordert. Hintergrund waren Nachrichten, die Naki über Twitter und Facebook verbreitet hatte. Aktuell spielt Naki für den Verein Amed Sk aus Diyarbakir.

Aken wertete die Einstellung des Verfahrens als Zeichen dafür, dass "der internationale Druck mal funktioniert hat". "Deswegen wünsche ich mir, dass die Bundesregierung Taten folgen lässt, damit sich was ändert in der Türkei." Am Prozess nahm auch ein Beobachter der deutschen Botschaft in Ankara teil.

Quelle: n-tv.de, mbo/dpa

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