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Konsequenz aus Stasi-Tätigkeit Geyer verzichtet auf Ehrenspielführer-Würde

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Eduard Geyer war als Spieler und Trainer bei Dynamo Dresden tätig.

(Foto: imago/foto2press)

Im Osten ist Eduard Geyer ein Fußball-Kulttrainer, seine Stasi-Tätigkeit ruft jedoch stets kritische Stimmen hervor. Auf die Ehrenspielführer-Würde bei Dynamo Dresden verzichtet er daher freiwillig - ohne Druck kommt diese Entscheidung aber nicht zustande.

Eduard Geyer verzichtet auf die Ehrenspielführer-Würde bei der SG Dynamo Dresden. "Die Gründe dafür sind in Berichten, Meinungen und Diskussionen in den Medien in den letzten Monaten und Wochen ausführlich diskutiert und kommentiert worden", wird der frühere Spieler und Trainer in einer vom Fußball-Zweitligisten veröffentlichten Erklärung zitiert.

Diese Entscheidung habe der 74-Jährige nach offenen, intensiven und sachlichen Gesprächen mit Dynamos Übergangspräsidium um Holger Scholze und dessen Stellvertreter Michael Bürger getroffen. Diese hatten die Vereinsidole Geyer, Hans-Jürgen Kreische, Dieter Riedel und Klaus Sammer zu einem gemeinsamen Dialog im internen Konflikt um die Stasi-Vergangenheit Geyers aufgerufen.

Kreische, Riedel und Sammer hatten im Juni den Antrag gestellt, Geyer die Ehrenspielführer-Würde abzuerkennen. Fast 29 Jahre nach der Wende begründeten die früheren Mannschaftskollegen ihren Schritt mit der ehemaligen Stasi-Tätigkeit von Geyer. Mehr als zehn Jahre lang war der 74 Jahre alte Geyer als Inoffizieller Mitarbeiter für die Staatssicherheit der DDR tätig. Zudem stellen sie seine sportlichen Verdienste infrage. Der Verein hatte zunächst mit Unverständnis reagiert.

"Ich habe diese Entscheidung zum Wohle des Vereins getroffen, vor dem die Befindlichkeiten einzelner Personen zurückzustehen haben", erklärte Geyer. Der Verein solle die Möglichkeit haben, sich allein auf die Lösung ihrer aktuellen Probleme und zu 100 Prozent auf das Kerngeschäft und die damit verbundenen sportlichen Herausforderungen konzentrieren zu können.

Ende September war der komplette Vorstand des Vereins geschlossen zurückgetreten. Grund sollen Machtkämpfe zwischen den Geschäftsführern Ralf Minge (Sport) und Michael Born (Kaufmännisches) gewesen sein. Die Zustände im Verein seien "von Lügen, Diffamierungen und persönlichen Anfeindungen" getragen, daher wolle man sie "nicht weiter mittragen", hieß es in einem gemeinsamen Schreiben des Gremiums.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa

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