Fußball

Patzer, Zittersieg, Videobeweis Guardiola erlebt VAR-Drama, Klopp ist Spitze

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Roberto Firmino

(Foto: REUTERS)

Vorm Auswärtsspiel in Southampton droht dem FC Liverpool und Jürgen Klopp ein Torwart-Gau. Doch Ersatzkeeper Adrián kann spielen, verschuldet aber prompt ein Tor. Trotzdem siegt Liverpool und übernimmt die Spitze - weil Josep Guardiola mit Man City gegen Tottenham erneut ein VAR-Drama erlebt.

Der FC Liverpool und Teammanager Jürgen Klopp stehen in der englischen Premier League vorerst auf Platz eins. Die Reds setzten sich am zweiten Spieltag beim FC Southampton mit dem früheren Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl mit einem erst coolen, am Ende zittrigen 2:1 (1:0) durch und feierten nach dem Triumph im europäischen Supercup am Mittwoch gegen den FC Chelsea (5:4 n.E.) das nächste Erfolgserlebnis. Zum Saisonauftakt in der Premier League hatte der Champions-League-Sieger souverän 4:1 gegen Norwich City gewonnen.

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Fassungslos: City-Coach Josep Guardiola über die späte Intervention des Videoschiedsrichters.

(Foto: Action Images via Reuters)

Meister Manchester City hätte nach seiner 5:0-Auftaktgala zum Saisonstart gegen West Ham jeder Sieg gegen Tottenham Hotspur zur Rückkehr an die Tabellenspitze gereicht. Doch das Team von Josep Guardiola musste sich gegen den Champions-League-Finalisten trotz zweimaliger Führung mit einem 2:2 (2:1) begnügen - weil City in der Nachspielzeit das vermeintliche Siegtor durch Gabriel Jesus nach Videobeweis wieder aberkannt wurde.

Raheem Sterling (20.) und Sergio Agüero (35.) hatten Manchester in der unterhaltsamen Partie zweimal in Führung gebracht, Erik Lamela (23.) und der kurz vorher eingewechselte Lucas Moura (56.) erzielten jeweils den Ausgleich. Spurs-Torwart Hugo Lloris bewahrte die Gäste danach mit zahlreichen Paraden vor einem erneuten Rückstand, bevor der eingewechselte Jesus in der Nachspielzeit den vermeintlichen Siegtreffer erzielte. Weil Aymeric Laporte den Ball allerdings vorher mit der Hand gespielt hatte, wurde der Treffer nach Sichtung des Videobeweises nicht gegeben. Schon im Champions-League-Viertelfinale war City nach einem dramatischen Last-Minute-Videobeweis gegen Tottenham ausgeschieden. Zudem geriet Guardiola an der Seitenlinie mit Agüero aneinander, der über seine Auswechslung in der 66. Minute überhaupt nicht erfreut war.

Liverpools Sturm cool, Adrián wacklig

Jürgen Klopp hatte solche Sorgen nicht. Für sein äußerst effizientes Liverpool trafen Sadio Mane (45.+1) und Roberto Firmino (71.) in Southampton zur beruhigenden 2:0-Führung. Der Anschlusstreffer von Ex-Liverpooler Danny Ings (83.) nach einem schweren Fehler von Torwart Adrián sorgte dann aber noch einmal für eine spannende Schlussphase und ließ Liverpool zittern. Das spanische Ersatzmann für den verletzten Stammkeeper Alisson Becker konnte trotz seiner bizarren Knöchelverletzung aus dem Uefa-Supercup spielen, präsentierte sich aber nicht nur beim Gegentor einige Mal unsicher.

In der ersten Hälfte hatte Liverpool vorübergehend in Unterzahl gespielt, nachdem sich James Milner bei einem Zusammenprall mit Southamptons James Ward-Prowse am Kopf verletzt hatte. Klopp verzichtete aber auf einen Wechsel und wartete die Behandlung an der Seitenlinie ab - die nach rund zehn Minuten erfolgreich war, als Milner mit Verband um den Kopf wieder mitspielen konnte.

Aufsteiger Norwich mit dem deutschen Teammanager Daniel Farke rehabilitierte sich für die Startpleite in Liverpool dank eines Dreierpacks des ehemaligen Schalke-Profis. Teemu Pukki (32./63./75.) schoss Norwich zum 3:1 (1:0) gegen Newcastle United und holte seine ersten Punkte.

Özil fehlt Arsenal weiterhin

Wie Liverpool schon sechs Zähler auf dem Konto hat der FC Arsenal. Die Londoner feierten ohne den erkrankten Weltmeister Mesut Özil mit dem 2:1 (1:1) gegen den FC Burnley ebenfalls den zweiten Saisonsieg am zweiten Spieltag. Im Tor der Gunners stand Nationalkeeper Bernd Leno, den Siegtreffer erzielte der Ex-Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang (65.) nach einer feinen Einzelleistung mit einem Schuss von der Strafraumgrenze. Alexandre Lacazette (13.) hatte die Gastgeber in Führung gebracht, Ashley Barnes (44.) glich für Burnley aus.

Der frühere Schalker Sead Kolasinac, der zuletzt ebenso wie Özil aufgrund von Sicherheitsbedenken bei Newcastle United (1:0) gefehlt hatte, stand wieder im Kader, saß aber zunächst auf der Bank. Er wurde in der 72. Minute für Lacazette eingewechselt.

Özil und Kolasinac waren vor gut drei Wochen in London Opfer eines bewaffneten Raubüberfalls geworden. Am Donnerstag der vergangenen Woche nahm die Londoner Polizei in der Nähe von Özils Wohnsitz zwei Männer fest und erstattete Anzeige. Laut Medienberichten hatten diese mit Sicherheitsleuten am Haus von Özil gestritten. Die beiden 27-Jährigen müssen sich am 6. September vor Gericht verantworten.

Quelle: n-tv.de, cwo/sid

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