Fußball

"Fiete ist ein Vollblutstürmer" HSV hofiert und schützt Hoffnungsträger

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"Uns Fiete" Arp ist erst 17. Auf dem Platz feiert er selbstbewusst, doch nach dem Spiel ist ihm der Rummel "etwas unheimlich".

(Foto: dpa)

Ein 17-Jähriger bringt den Bundesliga-Dino auf Touren: Jann-Fiete Arp verhilft dem Hamburger SV gegen den VfB Stuttgart zum 500. Heimsieg der Bundesliga-Geschichte. Doch der Abiturient soll so gut es geht vor dem Trubel geschützt werden.

Jann-Fiete Arp war der ungewohnte Rummel "etwas unheimlich". Das 17 Jahre alte Sturmjuwel des Hamburger SV verließ das Volksparkstadion nach seinem nächsten Geniestreich durch die Hintertür und ging den wartenden Journalisten aus dem Weg - so war es mit seinem Klub abgesprochen. Nach dem euphorisch gefeierten 3:1 (1:0)-Erfolg gegen den VfB Stuttgart baute der HSV einen Schutzriegel für sein Ausnahmetalent auf.

"Um den jungen Burschen wird so viel Wirbel gemacht. Es ist nicht so schlimm, wenn man ihn nicht gleich so in den Mittelpunkt stellt", sagte Trainer Markus Gisdol und warb um Verständnis für die Maßnahme. Arp durfte sich schließlich nur im Gespräch mit den Klubmedien zu seinem "übertrieben guten Moment" äußern. "Im ersten Moment dachte ich, der Schuss geht an den Pfosten und raus", sagte der Mittelstürmer über die 69. Spielminute, über sein emotionales erstes Heimtor zum Endstand: "Aber er ist reingesprungen und die Nordtribüne ist explodiert."

Arp hat einen "überragenden Torabschluss"

Nach dem 500. Bundesligasieg des HSV im eigenen Stadion drehte sich schließlich fast alles um "Uns Fiete" - wie das Ausnahmetalent in Anlehnung an den großen Uwe Seeler bereits vom Boulevard genannt wird. Von der Karriere des Ehrenspielführers der Nationalmannschaft ist der Abiturient aus Bad Segeberg zweifellos noch meilenweit entfernt - doch was Arp in seiner jungen Karriere bislang zeigte, schürt größte Hoffnungen an der Elbe. "Fiete ist ein Vollblutstürmer", sagte Jens Todt.

Der Sportchef fügte an, "24 Stunden am Tag gesprächsbereit" zu sein, falls Arps Berater Bereitschaft zu einer Verlängerung des Kontrakts über 2019 hinaus signalisiere: "Wir sollten den jungen Spielern aber keine zu große Last auf die Schultern legen." Der starke Dennis Diekmeier bescheinigte Arp einen "überragenden Torabschluss".

HSV profitiert vom Spielglück

Vor der Länderspielpause trug Arp, der nun in nur 125 Bundesligaminuten schon zwei Treffer erzielt hat, seinen Teil zum Ende des katastrophalen Negativlaufs nach acht Partien mit sieben Niederlagen bei. Doch er war längst nicht der einzige überzeugende HSV-Profi. Auch der 20 Jahre junge Japaner Tatsuya Ito und die beiden weiteren Torschützen Aaron Hunt (20.) und Filip Kostic (65.) präsentierten sich stark. Daniel Ginczek glich zwischenzeitlich per Handelfmeter aus (55.).

Die Hanseaten schoben sich auf Rang 15 vor und erstickten die langsam beginnenden Diskussionen um Trainer Gisdol. Auch weil die Norddeutschen diesmal das nötige Spielglück auf ihrer Seite wussten. Die frühe und stark umstrittene Gelb-Rote Karte gegen Stuttgarts Dzenis Burnic spielte den Hausherren voll in die Karten (12.). "Es war nicht einmal ein Foul", zürnte Stuttgarts Coach Hannes Wolf. Schiedsrichter Guido Winkmann schätzte den Platzverweis nach der Partie als "nicht richtig" ein. Beim Führungstreffer von Hunt half zudem Stuttgarts Ex-Nationalkeeper Ron-Robert Zieler fleißig mit.

Quelle: ntv.de, Peer Lasse Korff, sid