Fußball

Watzkes Klartext nach Schock Haller-"Tragödie" als "Zäsur" beim BVB

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Sébastien Haller hat sich mittlerweile nach seiner Hodentumor-Diagnose mit positiven Nachrichten aus dem Krankenhaus gemeldet.

(Foto: IMAGO/Kirchner-Media)

Die Schockdiagnose bei Star-Einkauf Sébastien Haller ist für BVB-Boss Hans-Joachim Watzke ein gravierender Einschnitt im Trainingslager von Borussia Dortmund in Bad Ragaz. Die Spieler haben den Schreck "überhaupt nicht abschütteln" können.

Hans-Joachim Watzke hat als Boss des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund in fast zwei Jahrzehnten schon vieles erlebt - darunter auch das Drama um den Bombenanschlag 2017 auf den BVB-Mannschaftsbus. Aber die Hodentumor-Diagnose bei Star-Einkauf Sébastien Haller sei laut Watzke ebenfalls eine "Tragödie" gewesen.

"Das war schon ein Einschnitt. Da müssen wir uns nichts vormachen, das kannst du nicht abschütteln, das konnte ich nicht abschütteln", sagte der 63-Jährige im Sky-Interview. Und das hätten die Spieler "überhaupt nicht abschütteln" können: "Das war schon eine Zäsur im Trainingslager. Aber das ist normal, das sind Menschen und keine Maschinen." Dabei sei der erste Eindruck des Trainingslagers in Bad Ragaz "sehr gut" gewesen. Bis zur Bekanntgabe der Diagnose bei Haller sei die Stimmung "sehr leistungsorientiert", die Mannschaft "im Training sehr fokussiert" gewesen.

Der Ausfall des von Ajax Amsterdam für 31 Millionen Euro verpflichteten Ex-Frankfurters Haller muss zunächst verkraftet werden, so Watzke: "So krass, dass ein Spieler, der im Training steckt und auf einmal die Diagnose Hodentumor bekommt - das habe ich jetzt in den 18 Jahren auch nicht erlebt." Entscheidend sei, "dass Sebastien gesund wird. Und da drücken wir ganz, ganz, ganz fest die Daumen - das ist das Allerwichtigste. Alles andere sind dann Begleiterscheinungen."

Watzke wollte sich nicht in die Karten schauen lassen, ob die Schwarz-Gelben noch kurzfristig einen Haller-Ersatz im Sommer verpflichten: "Wir sollten nicht immer den zweiten Schritt vor dem ersten machen. Wir sollten jetzt erst mal die nächsten Tage abwarten, was jetzt wirklich die genaue Diagnose ist." Dann mache man sich Gedanken. Aber Watzke stellt auch klar: "Es wäre natürlich fahrlässig und auch unehrlich, nicht zu sagen, dass man ein bisschen mehr Ideen sammelt, aber ganz bestimmt noch nicht mehr."

BVB-Boss lobt Bayern-Transfers

Dass der große Dortmunder Rivale Bayern München die BVB-Transfercoups mit Haller, Niklas Süle (Bayern München), Nico Schlotterbeck (SC Freiburg), Karim Adeyemi (RB Salzburg) und Sali Özcan (1. FC Köln) mit den Einkäufen der Stars Sadio Mané (FC Liverpool) und Matthijs de Ligt (Juventus Turin) sowie voraussichtlich Mathys Tel (Stade Rennes) beantwortete, war für Watzke keine Überraschung: "Dass Bayern München in der Lage ist, große Dinge am Transfermarkt zu vollziehen, das wusste ich auch schon vorher."

Mané und de Ligt seien "top für die Bundesliga, sage ich jetzt als Aufsichtsratsvorsitzender der DFL, und das haben sie gut gemacht aus meiner Sicht. Das tut der Liga gut", betonte Watzke bei Sky. Bayern-Vorstandschef Oliver Kahn wiederum bewertet die Transfer-Offensive der Schwarz-Gelben gleichfalls positiv.

"Ich finde es gut, dass sich Dortmund gezielt verstärkt hat und angreifen will. Das trifft auch auf Leipzig zu", sagte der ehemalige Nationaltorwart im Interview mit der "tz/Merkur": "Wir wollen Meister werden, aber wir haben auch nichts dagegen, wenn es am letzten Spieltag ist. Wir haben immer ein Interesse, dass wir international superstark sind, aber auch, dass die Bundesliga superstark ist."

Bezüglich seiner Funktion in der Deutschen Fußball Liga dürfte Watzke Kahn zustimmen. Was den Titelkampf in der Bundesliga anbelangt, hat der BVB-Chef allerdings sicherlich eine andere Meinung: Er hofft auf das bessere Ende für seinen BVB.

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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