Fußball

100 Millionen statt DFB-Team? Havertz reist für Rekordtransfer nach London

imago0046882175h.jpg

Bald Teamkollegen? Havertz will Werner nach London folgen.

(Foto: imago images/Picture Point LE)

Der Poker um Kai Havertz schwelt bereits seit Monaten. Jetzt steht fest: Der Fußball-Nationalspieler will unbedingt zum FC Chelsea und der Klub will den Jungstar haben. Damit nichts mehr dazwischenkommt, verzichtet Bundestrainer Joachim Löw auf einen Einsatz des 21-Jährigen - und lässt ihn ziehen.

Der lange erwartete 100-Millionen-Euro-Transfer von Ausnahmetalent Kai Havertz zum FC Chelsea steht unmittelbar vor dem Abschluss. Der 21-Jährige verließ am Morgen das Quartier der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Stuttgart, um nach London zu fliegen. Dort sollen laut Bundestrainer Joachim Löw die "letzten Details" des Vertrags geklärt werden.

Havertz' Klub Bayer Leverkusen bestätigte, über diesen Schritt vorab informiert gewesen zu sein. "Wir sind dem Bundestrainer dankbar, dass Kai die Dinge nun mit unserer Unterstützung vor Ort in London klären kann", sagte Sport-Geschäftsführer Rudi Völler. Löw betonte, das Thema habe ihn und die DFB-Auswahl in den letzten Tagen "ein bisschen beschäftigt" und sprach von einer "Riesengeschichte" für Havertz. Der Youngster sei zwischen Auswahlteam und neuem Klub "hin- und hergerissen" gewesen, aber: "Er will unbedingt diesen Schritt machen. Und wir wissen um die Bedeutung und die Größenordnung."

"Er will einen guten Start"

Auch deshalb habe er Havertz beim 1:1 (0:0) zum Nations-League-Start gegen Spanien nicht eingesetzt. "Ich wollte kein Risiko eingehen, dass da noch was gefährdet werden könnte in diesem Deal." Zum zweiten Spiel der Nationenliga am Sonntag (20.45 Uhr/ZDF sowie im ntv.de-Liveticker) in Basel gegen die Schweiz werde Havertz nicht zurückkehren, weil ihm ansonsten nach der Einreise in England eine Quarantäne drohen würde. "Er will einen guten Start", sagte Löw verständnisvoll: "Kai ist wichtig für uns und den deutschen Fußball - und für Chelsea."

"Natürlich wäre uns lieber gewesen, wenn er sich beim Start in die neue Länderspiel-Saison voll und ganz auf die Nationalmannschaft hätte konzentrieren können", sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff laut DFB-Mitteilung. "Aber wir sind uns der Bedeutung für Bayer 04 Leverkusen und Kai bewusst und wollen damit verantwortungsvoll umgehen. Gleichzeitig ist es für den deutschen Fußball auch eine Auszeichnung und Anerkennung, wenn junge deutsche Spieler bei internationalen Top-Vereinen gefragt sind."

Bei erfolgreichem Abschluss des Transfers könnte Havertz zum teuersten Deutschen in der Fußballgeschichte aufsteigen. Der aktuelle Transferrekord liegt bei 53 Millionen Euro. So viel ließ sich ebenfalls der FC Chelsea Stürmer Timo Werner kosten, der im Juni von RB Leipzig wechselte. Noch eine Million preiswerter war Leroy Sané für den FC Bayern: 52 Millionen Euro zahlte der Triple-Sieger laut transfermarkt.de für den Offensivmann, der zuvor bei Manchester City spielte. Bei Havertz dagegen geht es um eine Summe von um die 100 Millionen Euro. So viel forderte Leverkusen in den vergangenen Wochen wiederholt, um den Jungstar frühzeitig aus seinem Vertrag zu entlassen.

Quelle: ntv.de, ara/sid