Fußball

Ist der Nachfolger ein Ex-Profi? Hecking verlässt HSV nach Deppen-Drama

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Hecking verlässt den Hamburger SV.

(Foto: KBS-Picture/Pool via xim.gs)

Die Trennung ist beschlossen: Dieter Hecking trainiert nicht länger den HSV, bestätigt der Klub. Nach dem Drama um den erneuten Nicht-Aufstieg in die Fußball-Bundesliga wird der auslaufende Vertrag nicht verlängert. Für den nächsten Anlauf hat der HSV einen Ex-Spieler im Blick.

Der Hamburger SV braucht für den dritten Anlauf auf die Bundesliga-Rückkehr den dritten Trainer: Die Trennung von Chefcoach Dieter Hecking und dem HSV ist perfekt, wurde nun vom Klub bestätigt. Die Entscheidung wurde nach "ausführlichen Analyse- und Ausrichtungsgesprächen" zwischen dem 55-jährigen Hecking und Sportvorstand Jonas Boldt getroffen. Heckings Vertrag hätte sich nur bei Aufstieg automatisch verlängert. Schon am Freitag hatten mehrere Hamburger Zeitungen berichtet, dass der Trainer das Treffen mit Boldt "ernüchtert" verlassen hatte.

"Ich bin vor einem Jahr hier angetreten, um gemeinsam mit den Verantwortlichen des Klubs das große Ziel des Hamburger SV zu erreichen", sagte Hecking: "Wir haben in der zurückliegenden Saison einiges geschafft: Wir haben eine gute Hinrunde gespielt, die Fans zufriedengestellt, mehrere sehr schwierige Situationen rund um die Mannschaft gemeistert und auch den HSV in ruhigere Bahnen geführt. Aber wir haben das angestrebte Ziel nicht erreicht. Dafür übernehme ich die Verantwortung." Boldt sprach von einem "offenen, ehrlichen Austausch". Der Klub sehe sich "gezwungen, einen veränderten Weg einzuschlagen".

Grammozis als Nachfolger im Gespräch

Als erster Kandidat für die Nachfolge wird Dimitrios Grammozis gehandelt. Der Grieche war zuletzt bei Darmstadt 98 verantwortlich und führte die Lilien in der abgelaufenen Saison auf den fünften Tabellenplatz - nur zwei Punkte hinter dem HSV. Bereits im Februar hatte sich der 41-Jährige gegen eine Vertragsverlängerung bei den Hessen entschieden, Grammozis wäre also verfügbar. Für den gebürtigen Wuppertaler wäre es eine Rückkehr, von 1998 bis 2000 war Grammozis als Spieler an der Elbe aktiv.

Auch Andre Breitenreiter, in der 1. Bundesliga bereits bei Schalke 04, Hannover 96 und dem SC Paderborn an der Seitenlinie, werden Chancen eingeräumt. Der 46-Jährige stürmte von 1994 bis 1997 für die Rothosen.

Finanzielle Nöte drohen

Der HSV hatte am vergangenen Wochenende durch eine blamable 1:5-Niederlage gegen den SV Sandhausen am letzten Spieltag den Sprung auf den Relegationsplatz verpasst, der langjährige Bundesliga-Dino muss damit ein drittes Jahr in der Zweitklassigkeit verbringen.

In Hamburg stehen zudem finanzielle Einschnitte bevor. Investor Klaus-Michael Kühne soll kein Interesse mehr an den Namensrechten für das Volksparkstadion haben, zudem soll Hauptsponsor Emirates vor dem Abflug stehen. Nicht die besten Voraussetzungen für Erfolge angesichts der traditionell hohen Erwartungshaltung in der Hansestadt, die auch Hecking - immerhin DFB-Pokalsieger 2015 mit dem VfL Wolfsburg - nicht erfüllen konnte.

Der 55-Jährige war erst im vergangenen Sommer als Hoffnungsträger nach Hamburg gekommen. Mit seiner ruhigen, sachlichen Art sollte er den Klub in ruhige Fahrwasser bringen und den Aufstieg sichern. Doch gerade nach der Corona-Pause geriet der HSV aus der Bahn und gab mehrfach Punkte in den letzten Spielminuten ab. Am letzten Spieltag hätte ein Sieg zumindest für das Erreichen der Relegation gereicht - es folgte ein Desaster.

Quelle: ntv.de, ara/sid