Fußball

Stadion-Umbau vermiest Party "Heimspiel" findet 430 Kilometer entfernt statt

Die Fans des TuS Koblenz halten zu ihrem Verein. Mit einer eigens gegründeten Stiftung soll die Mannschaft langfristig unterstützt werden. Foto: Thomas Frey

"Für unsere TuS-Fans ist das natürlich wahrlich keine gute Lösung", sagt Koblenz' Vizepräsident.

Weil das heimische Stadion Oberwerth gerade renoviert wird, findet das DFB-Pokal-Spiel zwischen TuS Koblenz und Dynamo Dresden jetzt in Zwickau statt. Das dürfte besonders die Dynamo-Fans freuen - die nicht ganz unschuldig am langen Fahrweg sind.

Jetzt steht es fest: Das DFB-Pokal-Spiel zwischen TuS Koblenz und Dynamo Dresden wird am 11. August in Zwickau stattfinden. Das gab der Deutsche Fußball-Bund am Donnerstag bekannt. Rund 430 Kilometer liegen zwischen Koblenz und dem neuen Austragungsort des "Heimspiels".

Hintergrund dieser Entscheidung ist, dass das Stadion in Koblenz aufgrund von Renovierungsarbeiten zurzeit nicht bespielbar ist. Es fand sich kein Ausweich-Spielort in der Nähe von Koblenz, der dieses Erstrunden-Spiel austragen wollte. Der Grund dafür waren unter anderem akute Sicherheitsbedenken und der schlechte Ruf der Dresdener Fans.

Koblenz hatte sogar über Facebook ein Stadion gesucht - ohne Erfolg. Der Regionalligist hatte unter anderem in Mainz, Wiesbaden und Köln nachgefragt. Nordrhein-Westfalen untersagte sogar für das gesamte Bundesland die Austragung dieses Spiels, da alle Sicherheitskräfte bereits bei sechs anderen Sportveranstaltungen verplant sind.

"Trotz größter Bemühungen der TuS Koblenz, der intensiven Unterstützung des DFB und der Koblenzer Stadtspitze ist es dem Verein nicht gelungen, eine Spielstätte in der Nähe von Koblenz zu finden", hieß es in der DFB-Mitteilung: "Zuvor hatte der Verein aus zahlreichen Städten eine Absage erhalten, was vermutlich unter anderem auch auf das Verhalten einiger Zuschauer beider Vereine bei Auswärtsspielen in der vergangenen Saison zurückzuführen ist."

Zwickau und Dresden befreundet

Hans-Werner van Heesch, der Koblenzer Vizepräsident, zeigte sich enttäuscht: "Die Lage war schwierig. Als einzige und letzte Möglichkeit verblieb das Stadion in Zwickau. Für unsere TuS-Fans ist das natürlich wahrlich keine gute Lösung."

Zwickau liegt nur rund 130 Kilometer von Dresden entfernt. Außerdem sind die Anhänger des FSV Zwickau und der SG Dynamo befreundet. "Die besonderen Umstände erfordern die Flexibilität aller Beteiligten, um vielleicht auch entgegen mancher Prinzipien des DFB die Austragung des Spiels zu gewährleisten", sagte DFB-Vizepräsident Peter Frymuth.

Eine Austragung des Spiels nach dem Abschluss der Baumaßnahmen in Koblenz kam nach Angaben des DFB nicht infrage. Dagegen sprachen die "Vorgaben des Rahmenterminkalenders, Grundsätze der Gleichbehandlung aller teilnehmenden Mannschaften sowie bestehende vertragliche Verpflichtungen zur Austragung aller 32 Spiele am vorgesehenen Wochenende", wie es in einer Mitteilung des Verbandes heißt.

Quelle: ntv.de, hsc/dpa/sid