Fußball

Blitzrückzug schon 2018 erwogen? Hoeneß-Abgang droht, Rummenigge schweigt

Wenn Präsident Uli Hoeneß wirklich über einen Komplett-Rückzug vom FC Bayern nachdenkt, dann sollte einer auf jeden Fall Bescheid wissen: Karl-Heinz Rummenigge, sein freundschaftlicher Rivale in der Klubführung. Der aber reagiert auf Nachfrage ahnungslos - und abweisend.

Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge führen den FC Bayern. Und gemessen an der Zahl der gemeinsam gewonnenen Titel tun sie das sehr erfolgreich. Über die Qualität ihres zwischenmenschlichen Verhältnisses gibt es derweil teilweise sehr unterschiedliche Meldungen und Eindrücke. Zwar beteuern der Präsident (Hoeneß) und der Klubchef (Rummenigge) regelmäßig ihre Einigkeit und loben ihre Beziehung zueinander, allerdings gelingt es ihnen nur mittelgut, die Dauer-Gerüchte über einen Bruch zwischen den Alphatieren des Fußball-Rekordmeisters zu entkräften. Und so liefert der Umgang mit der weder bestätigten noch dementierten Nachricht über Hoeneß' Rückzug allen Zweiflern neues Futter.

"Ich weiß nicht, ob es eine Tatsache ist, und ich möchte es nicht kommentieren, weil es ist eine exklusive Angelegenheit von Uli", sagte Rummenigge nach der Rückkehr des Fußball-Rekordmeisters von der USA-Reise auf dem Flughafen München. "Er wird sich seine Zukunft reichlich überlegt haben und wird es dann, wenn ich es richtig gelesen habe, am 29. August verkünden", ergänzte Rummenigge. Schon der "Bild"-Zeitung hatte er den Kommentar verweigert. Die hatte berichtet, dass sich der 67-Jährige von der Spitze des Klubs zurückziehen und auch den Vorsitz im Aufsichtsrat abgeben wolle.

Schmerzhafte Erfahrung bei der JHV

Tatsächlich scheint es so zu sein, dass Hoeneß mit niemandem im Klub über seinen möglichen Rückzug gesprochen hat. "Für mich persönlich ist es überraschend", sagte Nationalspieler Joshua Kimmich. "Ich kenne den FC Bayern eigentlich nur mit Uli Hoeneß. Ich weiß nicht, ob es ein Fakt ist oder nur ein Gerücht. Ich kann es mir gar nicht vorstellen." Auch für David Alaba ist ein FC Bayern ohne Hoeneß nur "schwierig" vorstellbar. Laut "Sport Bild" meinte der Linksverteidiger: "Im ersten Moment war das ein Schock, ich war auf so etwas nicht vorbereitet." Coach Niko Kovac erklärte, dass er gerne etwas sagen würde, aber es nicht könne, weil er "wirklich" nicht wisse, "wieviel Wahrheitsgehalt" in dem Medienbericht stecke.

Wie der "Kicker" nun schreibt, stand Hoeneß schon Ende des vergangenen Jahres kurz vor dem Rücktritt. Im November war er auf der Jahreshauptversammlung des Rekordmeisters von einem jungen Fan stark attackiert worden. Für seine klaren Worte, unter anderem sagte er, dass er sich für Hoeneß schäme, hatte er lauten Applaus erhalten. Noch in der Nacht nach der Versammlung habe Hoeneß überlegt, sein Amt niederzulegen, heißt es. Nun soll diese Erfahrung dazu beigetragen haben, dass er sich im Herbst tatsächlich zurückziehen will. Hinzu kommt, dass er mehr Zeit mit seiner Familie verbringen möchte. Und eben auch das angespannte Verhältnis zu Rummenigge.

Quelle: n-tv.de, tno