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"Der Feind in deinem Bett …" Hoeneß verteidigt Ancelotti-Rauswurf

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Der Präsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß, muss sich auch Kritik gefallen lassen.

(Foto: picture alliance / Peter Kneffel)

Nach 15 Monaten muss Carlo Ancelotti seinen Trainerposten beim FC Bayern München räumen - ein Entschluss, den Präsident Uli Hoeneß als alternativlos bezeichnet. Der Italiener habe sich mit den Stars des Klubs überworfen. "Deswegen mussten wir handeln", so Hoeneß.

Uli Hoeneß, der Präsident von Fußball-Rekordmeister Bayern München, hat ein gestörtes Verhältnis zwischen dem entlassenen Trainer Carlo Ancelotti und einigen Spielern bestätigt. "Der Trainer hat fünf Spieler auf einen Schlag gegen sich gebracht", sagte Hoeneß am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung in Siegen dem Radiosender FFH. "Das hätte er niemals durchgestanden. Du kannst als Trainer nicht deine prominentesten Spieler als Gegner haben."

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Der FC Bayern hatte sich einen Tag nach dem 0:3 in der Champions League gegen Paris St. Germain vom 58-jährigen Ancelotti getrennt. Aus Sicht von Hoeneß war diese Entscheidung alternativlos. "Ich habe in meinem Leben einen Spruch kennengelernt: Der Feind in deinem Bett ist der gefährlichste. Deswegen mussten wir handeln", erklärte der Präsident des Münchner Klubs.

Ancelotti hatte am Mittwochabend in dem bislang bedeutendsten Saisonspiel die Weltmeister Mats Hummels und Jérôme Boateng sowie Routinier Franck Ribéry nicht eingesetzt. Arjen Robben und Kingsley Coman kamen im Pariser Prinzenpark nur als Einwechselspieler zum Zuge.

Die "Westfalenpost" zitierte Hoeneß, wonach die Entscheidung gegen Ancelotti bereits um 3.30 Uhr in der Nacht zu Donnerstag gefallen sei. Zuvor hatte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge bereits erste Andeutungen gemacht. "Es war eine ganz bittere Niederlage - eine Niederlage, die es zu analysieren gilt, nach der wir auch Klartext reden und Konsequenzen ziehen müssen", hatte Rummenigge gesagt.

Ancelotti: "Es war eine Ehre"

Sowohl Hoeneß als auch Rummenigge kassierten für ihren Umgang mit Ancelotti Kritik von Ex-Profi Stefan Effenberg. "Die Bosse machen es sich aus meiner Sicht manchmal zu einfach. Deshalb sollen und müssen jetzt auch die Verantwortlichen, und das sind vor allem Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge, hinterfragt werden", schrieb der ehemalige Kapitän der Münchner in einer Online-Kolumne.

Ancelotti verabschiedete sich unterdessen mit einem knappen Statement über die sozialen Medien von seinem einstigen Arbeitsgeber. "Es war eine Ehre, Teil der Geschichte der Bayern zu sein", schrieb Ancelotti am Donnerstagabend bei Twitter und Facebook auf Deutsch und Englisch. "Danke an den Klub, die Spieler und die grandiosen Fans. Ciao."

Quelle: n-tv.de, jug/dpa/sid

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