Fußball

Vor Duell mit Hoffenheim Hopp stellt Strafanzeige gegen BVB-Fans

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12. Mai 2ß18 in Sinsheim: Einige BVB-Fans bedenken Hopp mit Schmähgesängen.

(Foto: imago/DeFodi)

Seit Jahren sieht sich Dietmar Hopp Schmähgesängen seiner Gegner ausgesetzt. Der Mäzen des Fußball-Bundesligisten aus Hoffenheim wehrt sich nun und stellt Strafanzeige gegen mehr als 30 BVB-Fans. Das Fanbündnis Südtribüne spricht von "lächerlichen Verboten".

Beim Duell zwischen den Fußball-Bundesligisten TSG Hoffenheim und Borussia Dortmund am Samstag (15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) drohen Proteste. Grund dafür ist ein Strafantrag von Dietmar Hopp gegen mehr als 30 Dortmunder Anhänger. Hoffenheims Mäzen geht damit gegen Schmähgesänge aus dem Gästeblock vor im Spiel beider Teams am Ende der vergangenen Saison. "Es ist ein No-Go, so einen Mann, der so viel tut für die Gesellschaft, völlig losgelöst von der TSG Hoffenheim, zu beleidigen", sagte Trainer Julian Nagelsmann.

Für die Beschuldigten gilt Hausverbot. Sie wurden mit Videoaufnahmen identifiziert. "Sollte Hopp tatsächlich glauben, er könne uns mit seinen Verboten mundtot machen, zeigen wir ihm am Samstag, wie falsch er damit liegt", teilte das Dortmunder Fanbündnis Südtribüne mit. "Wir geben einen Scheiß auf das, was ein alter, reicher Mann in seinem Elfenbeinturm von uns hält. Uns beeindrucken die lächerlichen Verbote nicht, sie bestärken uns nur in unserer Meinung: Dass nicht wir und unsere Gesänge das Problem sind, sondern all diejenigen, die ihre Vorstellungen von einem glattgebügelten, marktkonformen, entwurzelten Fußball durchsetzen wollen. Einen Fußball, wie ihn das Konstrukt TSG Hoffenheim verkörpert."

Das Fanbündnis kritisiert, dass die Beamten in Zeiten "ständiger Rumheulerei der Polizei, dass diese doch so unterbesetzt und überarbeitet sei", sich die Zeit für die Auswertung von Videos aus dem Stadion nimmt. Hopps Anwalt Christoph Schickhardt rechtfertigt die Anzeigen: "Irgendwann ist dann auch mal Schluss. Es ist ein klares Zeichen an jene Sorte Fans, die meint, die Kurve sei ein rechtsfreier Raum. Wer sich danebenbenimmt, muss damit rechnen, dass er bestraft wird, vorbestraft ist und einen Eintrag im Register bekommt", sagte er der "Bild"-Zeitung.

Die Fanhilfe Dortmund kündigte an: "Die Hausverbote, die sich allein auf die Einleitung eines Strafverfahrens stützen, werden von uns nicht akzeptiert und falls erforderlich auch gemeinsam mit den betroffenen BVB-Fans weiter rechtlich aufgearbeitet."

Quelle: n-tv.de, ara/dpa

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