Fußball

"Haben Horst viel zu verdanken" Hrubesch geht mit Remis in Trainer-Rente

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Ein letztes Mal energiegeladen an der Seitenlinie: Horst Hrubesch.

(Foto: imago/MIS)

Seine Mission bei der Frauenfußball-Nationalmannschaft beendet Trainer-Ikone Hrubesch erfolgreich, aber nicht mit dem erhofften Sieg. Nach dem letzten Spiel der DFB-Allzweckwaffe an der Seitenlinie bleibt sich der Stoiker treu und zeigt keine Wehmut - nur ein Lächeln.

Die glanzvolle Ära Horst Hrubesch beim Deutschen Fußball-Bund ist mit einem Unentschieden zu Ende gegangen. Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft trennte sich in einem Testspiel in Erfurt von Spanien 0:0. Vor 3169 Zuschauern konnten die Gastgeberinnen diesmal nur streckenweise überzeugen. So gab es im achten und letzten Spiel der DFB-Frauen unter Bundestrainer Hrubesch den ersten Punktverlust. Vom 30. November an übernimmt Martina Voss-Tecklenburg die Verantwortung für das Frauenteam.

Hrubesch geht ohne Wehmut, das bekräftigte er nach seinem letzten Spiel. "Da ist schnell etwas zusammengewachsen. Die Mädels haben es mir leicht gemacht, und es hat mir viel Spaß gemacht", sagte der 67-Jährige im ZDF. Seine Mannschaft sei "auf einem guten Weg, und ich werde das mit Freude verfolgen." Stolz konnte er auch auf ein Plakat im Steigerwaldstadion sein: "Horst Hrubesch - ein Mensch".

Torfrau Merle Frohms, an diesem Abend mit Glanzparaden die Beste im DFB-Team, lobte ihre Kolleginnen: "Phasenweise haben wir es echt gut gemacht", sagte sie und dachte sofort an den Trainer: "Natürlich hätten wir Horst gern einen Sieg beschert." Das sah auch Alexandra Popp so: "Wir haben Horst viel zu verdanken, dass wir wieder in die richtige Spur gefunden haben." Das letzte Spiel habe sich die Mannschaft "anders vorgestellt". Das mache den Abschied "schon noch schlimmer".

Ein Wiedersehen mit seinen Spielerinnen werde es aber noch geben, hatte Hrubesch bereits im Vorfeld des Spanien-Spiels verkündet. "Es ist fest ausgemacht, dass ich nächsten Sommer zur WM komme", sagte er auf der Pressekonferenz. Seit 2000 arbeitete das einstige Kopfballungeheuer in diversen Funktionen beim Deutschen Fußball-Bund. 18 Jahre später schließt sich der Kreis für den kernigen, aber immer geradlinigen Mann mit dem sensationellen Gespür für Talente und Menschenführung. "Ich bin dankbar, dass ich das hier noch mitnehmen durfte", sagte Hrubesch über das unverhoffte letzte Kapitel, das er im März 2018 begonnen hatte.

Nun rückt die Familie in den Mittelpunkt, das hat er seiner Frau Angelika versprochen. "Sie lässt sich sonst scheiden", hatte Hrubesch mal erklärt. Nochmal soll die große Traum-Reise des Hobby-Anglers und Pferdezüchters nicht verschoben werden. Es geht per Auto durch Neuseeland, 50 Tage lang, dann weiter nach Malaysia, Singapur, Hawaii und Las Vegas. "Man weiß nicht, wie lange der Faden noch hält", sagte Hrubesch, "und ich möchte noch ein paar andere Dinge erleben." Abseits vom Fußball.

Quelle: ntv.de, mba/dpa/sid

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