Fußball

Darmstadt hellwach nach Pause Hunt-Elfmeter rettet Remis für besseren HSV

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Aaron Hunt sorgt für einen Punkt dank seines Elfmeters.

(Foto: dpa)

Der Hamburger SV spielt zum Auftakt der 2. Fußball-Bundesliga guten Fußball. Doch einem Blitzstart von Darmstadt 98 nach der Halbzeitpause kann die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking lange nichts entgegensetzen. Bis die Videoschiedsrichterin in der Nachspielzeit eingreift.

Trainer Dieter Hecking pustete nach dem glücklichen Ende eines Nervenkrimis kräftig durch, die Fans feierten derweil den Last-Minute-Torschützen Aaron Hunt: Mit einem Elfmetertor in der achten Minute der Nachspielzeit hat der Kapitän den Hamburger SV vor einem kapitalen Fehlstart in die Zweitliga-Saison bewahrt.

"Der Punkt ist hochverdient", sagte Hecking nach dem holprigen 1:1 (0:0) gegen Darmstadt 98 bei Sky: "So ein Auftaktspiel hat immer seine Tücken. Das hat man heute gesehen." Richtig zufrieden war man beim runderneuerten Klub freilich nicht. Den Start in eine neue Zeitrechnung hatten sich die Rothosen leichter vorgestellt. Dank der umstrittenen Strafstoß-Entscheidung nach Videobeweis blieb aber zumindest ein Punkt in der Hansestadt.

Sechs Neue in der Startelf

Hamburger SV - Darmstadt 98 1:1 (0:0)

Hamburg: Heuer Fernandes - Gyamerah (77. Wintzheimer), Papadopoulos, van Drongelen, Leibold - Fein - Hunt, Dudziak (64. Kinsombi) - Narey, Hinterseer, Jatta (64. Kittel). - Trainer: Hecking

Darmstadt: Schuhen - Patrick Herrmann (68. Egbo), Dumic, Höhn, Holland - Stark, Palsson - Heller, Schnellhardt (46. Skarke), Mehlem - Dursun (81. Tobias Kempe). - Trainer: Grammozis

Schiedsrichter: Robert Hartmann

Tore: 0:1 Skarke (46.), 1:1 Hunt (90.+8, Foulelfmeter nach Videobeweis)

Danach hatte es lange nicht ausgesehen. Denn der gerade eingewechselte Darmstädter Tim Skarke schockte die Hamburger mit seinem Treffer nur 15 Sekunden nach der Halbzeitpause. Der neue HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes, der im Sommer aus Darmstadt an die Elbe gewechselt war und Julian Pollersbeck aus dem Tor verdrängte, hatte einen harmlosen Schuss zuvor nach vorne abklatschen lassen.

Hecking, der nicht weniger als sechs neue Spieler in die Startelf beordert hatte, verfolgte den ersten Pflichtspiel-Auftritt seiner Mannschaft lange Zeit mit grimmiger Miene. Nach einer vielversprechenden ersten Hälfte mit einem zu Unrecht verweigerten Elfmeter (26.) und einigen ungenutzten Großchancen kam vom selbst ernannten Aufstiegsanwärter im zweiten Abschnitt nicht mehr viel. "Wir müssen zielstrebiger werden, daran müssen wir arbeiten", monierte Hecking.

Großsanierung für die Rückkehr

Und so blieb trotz des späten Ausgleichs die Erkenntnis: Drumherum ist alles anders, das Ergebnis (noch) nicht. Schon in der vergangenen Saison hatten die Hamburger ihren Auftakt vor heimischer Kulisse in den Sand gesetzt (0:3 gegen Holstein Kiel), die Heimschwäche mit fünf Niederlagen und vier Remis galt im weiteren Verlauf als einer DER Gründe für den Nicht-Aufstieg.

Die 44.475 Zuschauer im Hamburger Volkspark mussten sich erstmal neu orientieren. Die legendäre Stadionuhr? Abgehängt. Die Vereinshymne "Hamburg meine Perle"? Eingemottet. Team und Trainer? Weitgehend ausgetauscht. Nach dem "überflüssigsten Nicht-Aufstieg der Fußball-Geschichte" (Klubchef Bernd Hoffmann) unterzog sich der Klub im Sommer einer Grundsanierung, die im zweiten Jahr der Zweitliga-Zugehörigkeit in der ersehnten Bundesliga-Rückkehr münden soll.

Quelle: n-tv.de, Christoph Stukenbrock, sid

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