Fußball

Presse lästert über den BVB "Immobile rechnet in sechs Minuten ab"

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Eiskalter Torjäger.

(Foto: imago images/LaPresse)

Bei Borussia Dortmund wird Ciro Immobile nicht glücklich. Abgestempelt als Transferflop geht der Stürmer zurück in seine italienische Heimat - und blüht voll auf. Beim Wiedersehen in der Champions League deckt der 30-Jährige die Schwächen des aktuellen BVB gnadenlos auf.

Ein Tor ins Glück: Ciro Immobile genoss das Wiedersehen mit seinem Ex-Klub. "Das waren unglaubliche Emotionen, den Klub und dieses Trikot zurück in die Champions League zu bringen. Und wir sind sehr zufrieden, weil es eben ein perfektes Spiel war", sagte der einstige BVB-Transferflop, der das 3:1 (2:0) gegen Borussia Dortmund am Dienstagabend mit seinem Treffer in der sechsten Minute eingeleitet hatte.

"Ciro, der Große! Immobile rechnet in sechs Minuten mit seiner Vergangenheit ab. Im Duell mit Haaland kommt es zu einem Kampf der Generationen, aus dem Immobile erfolgreich hervorgeht", kommentierte die "Gazzetta dello Sport" euphorisch. "Immobile ist hart wie ein Fels. Er hat sein Ex-Team wie ein wahrer Kapitän auseinandergenommen", kommentierte die "Tuttosport". Mit den Dortmundern ging die italienische Presse dagegen hart ins Gericht. "Borussia ist alles andere als eine gute Mannschaft. Piszczek, Hummels und Meunier schlafen zur Freude Immobiles ein", so "La Stampa".

Immobile blickte auf seine Dortmunder Zeit derweil ganz nüchtern zurück. "Ich bin in einem schlechten Moment dort eingetroffen, in einer Phase des Generationswechsels. Es gab Schwierigkeiten", sagte der 30-Jährige. Die sind bei Lazio längst vergessen. Immobile war in der Spielzeit 2014/2015 beim BVB krachend gescheitert. Nach seiner Heimkehr aber blühte er wieder auf und wurde sogar dreimal Torschützenkönig der Serie A. In der vergangenen Saison holte er sich mit 36 Saisontreffern sogar den Goldenen Schuh für den erfolgreichsten Schützen des Kontinents.

"Desolate Leistung in der ersten Halbzeit"

Bei der Borussia war die Stimmungslage nach der verdienten Pleite zum Start gänzlich anders. Sebastian Kehl beispielsweise war stinksauer. "Das war eine desolate Leistung in der ersten Halbzeit", sagte der Lizenzspielerchef. Warum der BVB sich dermaßen den Schneid hatte abkaufen lassen, war kaum zu erklären. "Wenige Spieler sind in der ersten Halbzeit annähernd an ihre Leistungsgrenze gekommen", betonte Kehl, der ein deutliches Fazit zog: "So darf man sich nicht annähernd präsentieren."

Die durch Verletzungen, Erkrankungen und Sperren dezimierte Abwehr war die Achillesferse. Das frühe 1:0 fiel nach einem krassen Fehler von Thomas Meunier, auch danach blieb die Defensive sehr anfällig. "Wir haben die erste Halbzeit komplett verschlafen, standen auch nicht kompakt. Wir haben alles vermissen lassen", ärgerte sich Kapitän Marco Reus. "Das war einfach schlecht. Das ist nicht unser Anspruch." Auch aus finanziellen Gründen ist der Anspruch, in der Pandemie mindestens das Achtelfinale der Königsklasse zu erreichen. In der kommenden Woche gegen Zenit St. Petersburg (1:2 gegen den FC Brügge) ist der Druck bereits hoch. "Wir werden das schaffen, aber wir müssen das besser machen", sagte Trainer Lucien Favre.

Quelle: ntv.de, tno/sid/dpa