Fußball

CL-Chaos lässt Bayer hoffen Wahnsinn in Madrid: Hradecky pariert Elfer nach Abpfiff

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Er hat ihn: Lukas Hradecky pariert den finalen Elfmeter.

(Foto: dpa)

Die Chance auf die Europa League lebt, die packende Schlussphase gibt Kraft: Die spektakulären Erlebnisse im Estadio Metropolitano sollen dem heftig kriselnden Bayer Leverkusen auch in der Liga helfen. Nach Atlético Madrid wartet schon der nächste starke Gegner.

Nach einem völlig verrückten Finale mit seinem gehaltenen Elfmeter nach dem Schlusspfiff fühlte Bayer Leverkusens Torwartheld Lukas Hradecky auch ein wenig Genugtuung. "Vielleicht war das ein bisschen Karma. Wie die sich benommen haben und wie sie gesprungen sind - wie Kinder", sagte der 32-Jährige mit Blick auf die Mannschaft von Atlético Madrid in einer vor allem am Ende sehr hektischen Champions-League-Partie. Hradecky rettete seinem Team mit seiner Glanztat gegen Yannick Carrasco am Mittwochabend das 2:2 und wahrte damit die Chance auf das Erreichen der Europa League.

Der französische Schiedsrichter Clément Turpin hatte das Spiel eigentlich schon abgepfiffen. Nach Tumulten auf dem Platz und Ansicht der Videobilder sprach er Atlético dann aber doch noch einen umstrittenen Handelfmeter zu. "Zu meiner Zeit als Spieler gab es keinen VAR. Dass das Spiel beendet ist und dann nachträglich noch ein Elfmeter gegeben wird, habe ich so auch noch nicht erlebt", sagte Leverkusens Trainer Xabi Alonso. "Für mich war es kein strafbares Handspiel, das habe ich dem Schiedsrichter auch so mitgeteilt."

Durch das Remis bleiben die Leverkusener, die schon vor ihrem Auftritt im extrem stimmungsvollen Stadion Metropolitano keine Chance mehr auf das Achtelfinale der Königsklasse hatten, in Gruppe B einen Punkt hinter Atlético. Holt Bayer am letzten Spieltag mehr Zähler gegen den FC Brügge als die Spanier beim FC Porto, ginge es international weiter. "Wir haben jetzt ein Ziel: Europa League. Und das versuchen wir, am Dienstag klarzumachen", sagte Mittelfeldspieler Nadiem Amiri.

"Wenn du so verteidigst, ist das vielleicht ein Zeichen"

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Das Erfolgsgefühl der irren Schlussphase von Madrid soll den Rheinländern aber auch in der Bundesliga aus der Krise helfen. Als Tabellen-15. liegt Bayer 04 weit hinter den eigenen Ansprüchen zurück. "An den Basics hat es uns ein bisschen gefehlt in der letzten Zeit", sagte Amiri. "Jetzt sind sie wieder zurück. Wir kämpfen, wir halten zusammen. Jeder für den anderen." Hradecky hat ebenfalls Hoffnung, dass es nun aufwärts geht: "Wenn du so verteidigst, ist das vielleicht ein Zeichen, dass wir langsam eine Mannschaft werden", sagte der Leverkusener Kapitän. Am Samstag tritt Bayer bei RB Leipzig an.

Derweil bekannte Atlético Madrids Trainerlegende Diego Simeone, dass das vorzeitige Champions-League-Aus der härteste Tag seiner Karriere als Fußballlehrer bei den Spaniern ist. "Ja", sagte der 52-Jährige knapp auf eine entsprechende Frage. Simeone hatte nach der Partie lange nachdenklich im Mittelkreis gestanden. "Wenn es nicht läuft, sind es sehr viele Leute, denen es nicht gut geht. Und das tut weh", sagte der Argentinier, der Atlético seit 2011 coacht. Simeone gab sich aber auch kämpferisch. Man könne sich als Opfer fühlen, "aber ich bevorzuge es, stark zu sein", sagte er und kündigte an: "Ich bin sehr dickköpfig und ich werde weiter arbeiten."

(Dieser Artikel wurde am Donnerstag, 27. Oktober 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, tno/dpa

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