Fußball

"Hat großen Fehler gemacht" Jürgen Klopp bekommt sein Fett weg

Der Kollege unterstellt ihm, er sei es "gewohnt, durch Abseitstore zu gewinnen". Und ein ehemaliger Profi des FC Liverpool kritisiert Jürgen Klopp für dessen Personalentscheidungen. Kaum spielen die Red zweimal nur Unentschieden, gibt's Gegenwind für den deutschen Trainer.

Der deutsche Trainer Jürgen Klopp vom FC Liverpool steht nach dem 1:1 (1:1) in der englischen Fußball-Meisterschaft bei West Ham United in der Kritik. Nach dem Remis beim Tabellenzwölften in London am 25. Spieltag der Premier League am Montagabend sind die Reds zwar immer noch auf Platz eins, der Vorsprung auf Manchester City beträgt aber nur mittlerweile noch drei Punkte. Grund genug für den ehemaligen Profi Jamie Carragher, der 508 Mal für Liverpool spielte und mit dem Klub 2005 die Champions League gewann, dem Fernsehsender Sky Sports zu sagen, was seiner Meinung nach alles falsch läuft.

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Nun im Trikot des AFC Bournemouth: Nathaniel Clyne.

(Foto: imago/Sportimage)

"Es war eine wirklich schlechte Leistung. Ich würde es nicht auf den Druck zurückführen, jetzt den Titel gewinnen zu müssen. Es waren einfach zu viele Spieler auf dem Platz, die schwach waren." Zudem monierte Carragher, dass Klopp im Januar zugestimmt habe, Rechtsverteidiger Nathaniel Clyne an den AFC Bournemouth auszuleihen. "Er hat einen großen Fehler gemacht. Ich habe nicht verstanden, warum er das getan hat." Hintergrund der Kritik ist, dass der FC Liverpool große Probleme bei der Besetzung seiner Defensive hat.

So fallen für das Hinspiel im Achtelfinale der Champions League gegen den FC Bayern am 19. Februar beide etatmäßigen Innenverteidiger aus. Der englische Nationalspieler Joe Gomez hatte sich im Dezember das linke Bein gebrochen, muss nun doch operiert werden und fällt länger aus als ursprünglich gedacht. Virgil van Dijk, Kapitän der niederländischen Nationalelf, der gegen West Ham spielte, ist in der Königsklasse gelbgesperrt. Und der kroatische Nationalspieler Dejan Lovren plagt sich mit Schmerzen an der Achillessehne, sein Einsatz ist ebenfalls fraglich.

"Gewohnt, durch Abseitstore zu gewinnen"

Abgesehen davon musste sich Liverpools Trainer nach dem Remis in London auch noch die Sticheleien seines Kollegen Manuel Pellegrini gefallen lassen. "Klopp ist gewohnt, durch Abseitstore zu gewinnen", sagte der chilenische Coach der Hammers über Liverpools 1:0 nach einer klaren Abseitsposition und erinnerte an Klopps 3:2-Erfolg mit Borussia Dortmund im Champions-League-Viertelfinale 2013 gegen den FC Malaga mit Pellegrini auf der Bank. Seinerzeit hatte der BVB gegen Malaga das Halbfinale durch ein Tor von Felipe Santana in der Nachspielzeit erreicht. Der Brasilianer stand eindeutig im Abseits.

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Dortmund, 9. April 2013: Felipe Santana freut sich.

(Foto: imago sportfotodienst)

Daran erinnert hatte Pellegrini, weil Klopp am Montag Schiedsrichter Kevin Friend kritisiert hatte: "Ich habe gehört, dass unser Tor Abseits war. Ich bin sicher, dass der Schiedsrichter das auch wusste. Wenn ich weiß, dass ich in der ersten Hälfte einen Fehler gemacht habe, will ich mir in der zweiten Hälfte nicht noch einmal eine Blöße geben. In 50:50-Situationen gab es immer einen Freistoß für die anderen. Das war hart und hat uns das Leben schwer gemacht."

Pellegrini, der sich nach dem Abpfiff im Londoner Olympiastadion ein Wortgefecht mit Klopp geliefert hatte, geriet dadurch noch mehr in Rage. "Der Linienrichter hat große Fehler gemacht. Wir haben unentschieden gespielt, weil sie durch ein Tor mit eineinhalb Meter Abseits in Führung gegangen sind, und wir haben nicht verloren, weil sie in letzter Minute eine Chance wieder im Abseits nicht genutzt haben. Mit Dortmund hat er mich und Malaga mit einem Sieben-Meter-Abseitstor geschlagen. Er hat keinen Grund für Beschwerden", wies er seinen deutschen Kontrahenten zurecht.

Die Schiedsrichter-Leistungen waren für Klopp jedoch weniger ausschlaggebend für das zweite Unentschieden in Folge als vielmehr besagte Verletzungsprobleme. Der Ausfall von drei Spielern "ist ein Fakt, keine Entschuldigung. Die Vorbereitung auf das Spiel war weit davon entfernt, perfekt gewesen zu sein", sagte Klopp. Deshalb wertete er das Remis ungeachtet des geschmolzenen Vorsprungs auf Manchester City als Erfolg.

Quelle: n-tv.de, sgi/sid

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