Fußball

"Verleumdung und Herabwürdigung" Katars Fußballverband klagt gegen Zwanziger

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Zwanziger hat keine Unterlassungserklärung abgegeben.

(Foto: picture alliance / dpa)

Für Theo Zwanziger steht fest: Katar ist das "Krebsgeschwür des Weltfußballs". Das will sich der Wüstenstaat nicht gefallen lassen und geht juristisch gegen den früheren DFB-Präsidenten vor.

Katars Fußball-Verband hat beim Landgericht Düsseldorf eine Unterlassungsklage gegen den früheren DFB-Präsidenten Theo Zwanziger eingereicht. Die Klage sei am Freitag eingegangen, erklärte ein Vertreter von Katars Botschaft in Berlin und bestätigte einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ).

Der ehemalige Chef des Deutschen Fußball-Bundes hatte Katar im Zusammenhang mit der umstrittenen Vergabe der WM 2022 als "Krebsgeschwür des Weltfußballs" bezeichnet. Der Staat Katar und der Fußballverband des Landes werfen dem einstigen Exekutivmitglied des Weltverbandes Fifa "eine nicht hinnehmbare Verleumdung und Herabwürdigung seiner Bürger und staatlichen Gemeinschaft" vor.

Zwanziger hat eine von ihm im Juni geforderte Unterlassungserklärung nicht abgegeben. Die Frist war am Freitag verstrichen. Zwanziger reagierte gelassen auf die Klage, deren Streitwert bei 100.000 Euro liegt. "Sie sollen das tun, was sie nicht lassen können", sagte der 70-Jährige der FAZ. Der Schritt reihe sich ein in die Fehleinschätzungen der Katarer, "die wir seit Jahren verfolgen". Als Mitglied des Fifa-Vorstandes hatte Zwanziger Missstände in Katar angeprangert und war dafür auch beim Europäischen Parlament aufgetreten. Menschenrechtsorganisationen werfen Katar vor, auf den Baustellen von WM-Stadien Gastarbeiter auszubeuten.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa