Fußball

"Es ist schrecklich" Klopp fordert Spielabbruch bei Rassismus

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Jürgen Klopp wird beim Thema Rassismus ganz ernst - und fordert Strafen, etwa Spielunterbrechungen.

(Foto: imago images / Sportfoto Rudel)

Rassismus hat beim Fußball nichts zu suchen, sind sich die Teammanager Jürgen Klopp, Josep Guardiola und Maurizio Sarri einig. Nach den Schmähungen beim Spiel der englischen Nationalmannschaft gegen Montenegro fordern sie drastische Strafen.

Teammanager Jürgen Klopp vom englischen Fußball-Spitzenklub FC Liverpool und seine Kollegen Josep Guardiola vom Meister Manchester City sowie Maurizio Sarri vom FA-Cup-Sieger FC Chelsea haben sich im Zusammenhang mit Rassismus in den Stadien für einschneidende Maßnahmen ausgesprochen.

Klopp erklärte, bei rassistischen Beleidigungen sei seiner Meinung nach "jede Bestrafung erlaubt. Was auch immer ich tun könnte, ich würde es tun. Wir müssen diese Spiele dann unterbrechen und einfach alles dagegen tun", sagte er. Der Italiener Sarri schlug vor, dass der Schiedsrichter bei ersten rassistischen Ausfällen das Spiel zunächst für zehn Minuten unterbricht, sollten anschließend weitere diskriminierende Äußerungen auf den Tribünen zu vernehmen sein, müsse der Referee das Spiel abbrechen. "Wir brauchen eine Regel für die Premier League, aber auch für den gesamten Fußball, die es erlaubt, bei rassistischen Vorfällen die Spieler zu schützen", sagte Sarri.

"Dumme Leute gibt es auf der ganzen Welt"

Der frühere Bayern-Trainer Guardiola äußerte sich angesichts der jüngsten Zwischenfälle ähnlich und behielt sich vor, bei rassistischen Attacken gegen seine Spieler, seine Mannschaft vom Feld zu nehmen. Die drei Teammanager machten aber unisono deutlich, dass Rassismus kein spezifisches Problem des Fußballs, sondern der Gesellschaft sei. "Dumme Leute gibt es auf der ganzen Welt", sagte Sarri, der dieses Problem auch aus seiner Heimat kennt. Guardiola betonte, dass er keinen Alleingang unternehmen werde: "Ich müsste das mit dem Verein, unserem Vorstand, meinem Kapitän sowie mit der ganzen Mannschaft besprechen. Wenn wir alle einer Meinung sind, werden wir auch in einem entsprechenden Fall handeln."

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Jadon Sancho und Callum Hudson-Odoi wurden mit Affenlauten geschmäht.

(Foto: imago images / PRiME Media Images)

Das sagte auch Klopp: Sollten nicht nur vereinzelte Personen zu hören sein, würde er seine Spieler "zu 100 Prozent" vom Platz holen. Das sei allerdings auch eine Aufgabe der Schiedsrichter: "Wenn ich die Spieler vom Platz hole, dann kommt irgendjemand und sagt, so schlimm war es nicht und dann verlieren wir das Spiel."

Der Liverpool-Coach forderte zudem eine Abkehr von der Kultur des Wegschauens. "Man darf so etwas nicht ignorieren. Wir müssen mit dem Finger darauf zeigen und offen darüber sprechen. Wir müssen endlich dafür sorgen, dass Menschen, die sowas tun, bestraft werden", stellte er klar. "Vielleicht denken manche Leute, so etwas zu rufen, ist lustig. Aber das ist es einfach nicht. Es ist schrecklich."

Affenlaute und Schmähungen

Am vergangenen Montag waren während des 5:1 der Engländer im EM-Qualifikationsspiel in Podgorica gegen Montenegro die dunkelhäutigen Spieler Raheem Sterling (Manchester City), Danny Rose (Tottenham Hotspur), Callum Hudson-Odoi (FC Chelsea) und indirekt auch Jadon Sancho von Bundesligist Borussia Dortmund, der auf der Bank saß, mit Affenlauten und anderen Schmähungen beleidigt worden. Diese Spieler waren in der Vergangenheit auch in anderen Stadien mit rassistischen Äußerungen oder Taten konfrontiert worden.

Auch beim DFB-Länderspiel gegen Serbien in Wolfsburg waren von Zuschauern Hetzparolen gerufen worden. Leroy Sané und Ilkay Gündogan waren verunglimpft worden. Die Täter haben sich mittlerweile der Polizei gestellt.

Quelle: n-tv.de, ara/sid

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