Fußball

Zeit der vollen Stadien vorbei Kommt der komplette "Fußball-Lockdown"?

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Die Rückkehr zur Normalität war im Fußball nur von kurzer Dauer. In Sachsen stehen wieder Geisterspiele an.

(Foto: picture alliance/dpa/reuters/Pool)

Die Zeit der vollen Stadien in Deutschland ist vorerst vorbei. Die verschärften Corona-Maßnahmen bringen in Sachsen neue Geisterspiele, in anderen Bundesländern erhebliche Kapazitäts-Einschränkungen. Jetzt fordert der Präsident des Zweitligisten Aue einen "Fußball-Lockdown" bis Ende Dezember.

Wegen der rasant steigenden Infektionszahlen und der verschärften Corona-Maßnahmen fordert Präsident Helge Leonhardt vom Fußball-Zweitligisten Erzgebirge Aue eine Unterbrechung der Saison im Profifußball. "Wir brauchen bis Ende Dezember einen Fußball-Lockdown. Die nächsten vier Wochen werden extrem schwierig für unser Land und stellen uns vor eine Zerreißprobe", sagte Leonhardt der "Bild".

"In so einer angespannten Lage sollte der Fußball seiner Vorbildrolle gerecht werden und den Spielbetrieb aus Gründen der Vernunft, Solidarität und Vorbildwirkung sofort ruhen lassen", forderte er: "Das wäre mein Wunsch und meine Bitte an die DFL und die Ministerpräsidenten der Länder." Im Erzgebirgskreis in Sachsen sind die Infektionszahlen besonders hoch. Leonhardt sieht eine Wettbewerbsverzerrung, weil in Sachsen in den nächsten Wochen keine Zuschauer beim Profisport zugelassen sind. In Bayern dürfen maximal 25 Prozent der Stadionkapazität ausgelastet werden. Auch der VfB Stuttgart ist von einer neuen Corona-Verordnung betroffen. Beim Heimspiel gegen den FSV Mainz am Freitag dürfen nur höchstens 25.000 Zuschauer unter 2G-plus-Bedingungen ins Stadion.

"Dagegen sind die Stadien in anderen Regionen teilweise ausverkauft. Das ist kein fairer Wettbewerb mehr und sorgt bei den Klubs, die vor leeren Rängen spielen müssen, außerdem für neue wirtschaftliche Schwierigkeiten", so der Aue-Chef. Sein Vorschlag lautet: "Bis Ende Dezember ruht der Ball, trainiert werden darf unter der 3G-Regel trotzdem. Ab Januar sollte dann der Spielbetrieb fortgesetzt werden, die Partien werden dann in mehreren englischen Wochen nachgeholt. Aber nicht vor leeren Rängen, sondern einheitlich wieder mit Fans. Die Fans gehören zum Fußball dazu."

"Es gibt kein klares politisches Konzept"

Die Hoffnungen ohne weitere Einschränkungen durch den Winter zu kommen, sind im Fußball ohnehin begrenzt, wie auch das Vertrauen in die Politik. So rechnet Eintracht Frankfurts Vorstandsmitglied Axel Hellmann mit neuen Einschränkungen für Zuschauer in Hessen in der Corona-Pandemie. "Wir fahren auf Sicht. Mit 3G werde man nicht durch den Winter kommen. Ich denke, dass das in Richtung 2G und 2G+ geht", sagte der 50-Jährige im Interview in der hr-Sendung "Heimspiel" am Montagabend. "Mein Optimismus ist nicht sehr groß. Es gibt kein klares politisches Konzept."

Beim Europa-League-Teilnehmer sind für die anstehenden Heimspiele gegen Royal Antwerpen am Donnerstag und gegen Union Berlin am Sonntag bis zu 40.000 Zuschauer zugelassen. Dabei haben maximal zehn Prozent der Besucher auf Basis eines negativen PCR-Tests Zutritt, der Rest muss beim sogenannten 3G-plus-Konzept geimpft oder genesen sein.

Wegen der steigenden Coronazahlen darf auch das Stadion des VfL Wolfsburg bei Heimspielen nur noch zu 50 Prozent ausgelastet werden. Die neue Corona-Verordnung der niedersächsischen Landesregierung tritt bereits an diesem Mittwoch in Kraft und betrifft deshalb auch das Bundesliga-Spitzenspiel am Samstag gegen Borussia Dortmund (15.30 Uhr/Sky). Da für das Spiel bereits mehr als 15.000 Tickets verkauft wurden, die jetzt nur noch erlaubt sind, wurden alle im Vorverkauf abgesetzten Eintrittskarten storniert.

Zuletzt hatte auch der sächsische Bundesligist RasenBallsport Leipzig die neuen Einschränkungen in Sachsen stark kritisiert. Zwar akzeptiere man die Gesetzeslage und habe Verständnis dafür, "dass jetzt alles getan werden muss, um den weiteren Anstieg der Corona-Infektionen zu stoppen", aber man habe kein Verständnis dafür, "dass es die sächsische Regierung überhaupt zu dieser Situation hat kommen lassen". Das teilte der mit dem österreichischen Marketingkonzern Red Bull verbandelte Klub am Wochenende in einem Statement mit.

Quelle: ntv.de, sue/dpa/sid

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