Fußball

In Berlin kriselt es gewaltig Labbadia staucht Hertha-Profis zusammen

9b4048d998d50c9b28c022c3a8daf548.jpg

Was ist da nur falsch gelaufen?

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Große Ambitionen, kleine Erfolge: Hertha BSC hinkt seinen gewachsenen Ansprüchen gewaltig hinterher. Vor Weihnachten sind die Berliner dem Abstiegskampf näher als dem Europapokal. Trainer Bruno Labbadia fehlt das Verständnis - vor allem für einen seiner Profis.

Nur die guten Manieren hatten keinen Schaden genommen. "Frohe Weihnachten und alles Gute", wünschte Bruno Labbadia bei der Verabschiedung in die kurzen Feiertagsferien. Allerdings hatte der Trainer von Hertha BSC zuvor selbst dafür gesorgt, dass es keine frohen Festtage beim Berliner Fußball-Bundesligisten geben wird.

Nach dem 1:4 (0:1) beim SC Freiburg stellte der 54-Jährige seine Schützlinge, die den Erwartungen des "Big City Clubs" nicht gerecht werden, wortgewaltig in den Senkel. Am Anfang der Tirade stand Sarkasmus. "Wir haben in der ersten Halbzeit gesehen, wie man es nicht machen soll. Das haben wir sehr gut gezeigt", sagte Labbadia zunächst - bevor er dann unmissverständlich schimpfte. "Wir haben uns null an taktische Vorgaben gehalten. Wir haben ein Gesicht gezeigt, das überhaupt nicht funktioniert", wetterte der Trainer: "Der eine oder andere meint, dass er sein Ding allein durchziehen kann. Dafür habe ich kein Verständnis."

Wen Labbadia vor allem damit meinte, war kein Geheimnis. Schließlich hatte der Coach seinen Star Matheus Cunha während des ersten Durchgangs mehrfach lautstark kritisiert und zur Pause ausgewechselt. Deshalb hatte Labbadia auch kein Problem damit, den brasilianischen Nationalspieler zum Sündenbock zu machen. "Sein Auftritt in der ersten Halbzeit war ein 'No Go', das war unterirdisch. Durch seine Körpersprache zieht er sich runter, er bringt seine Leistung nicht, er zieht die anderen runter", tadelte Labbadia den 21-Jährigen: "Weil er wichtig ist und den Unterschied machen kann, sprechen wir das seit Wochen an. Aber es wird eher schlechter. Warum das so ist, wissen wir nicht. Er ist noch jung, aber er muss es schleunigst verändern."

"Wir stehen zu Recht da"

Cunha gelobte rasch Besserung - auch wenn sein Kommentar auf Twitter als Kritik an Labbadia gelesen werden kann. "Es gibt Leute, die viel reden - aber ich spiele wirklich für unsere Hertha und diejenigen, die wirklich helfen wollen", schrieb der Offensivspieler: "Ich werde mich verbessern und dir Cunha zurückgeben."

Immerhin gestand Labbadia ein, dass nicht nur Cunha für die schwache Bilanz von 13 Punkten nach 13 Spielen und den enttäuschenden Tabellenplatz 14 verantwortlich ist. "Er war es nicht allein. Ich kann mich diesmal nicht vor die Mannschaft stellen. Wir kriegen die Quittung für die Dinge, die wir uns nicht erlauben können", sagte der Trainer: "Mich ärgert, wo wir stehen könnten. Aber jetzt stehen wir zu Recht da. Da müssen wir ehrlich sein." Die Realität für die Hertha heißt Abstiegskampf. Trotz der Millionen-Investitionen von Lars Windhorst haben die Hauptstädter nur drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Die anvisierte Europacup-Teilnahme erscheint illusorisch.

Im ersten Spiel des kommenden Jahres muss die Hertha am 2. Januar erst einmal unter Beweis stellen, dass sie das abgeschlagene Schlusslicht Schalke 04 schlagen kann. Bis dahin wird es unruhig bleiben in Berlin - auch und vor allem für Labbadia. Gute Manieren werden da nur bedingt helfen.

Quelle: ntv.de, Alexander Sarter, sid

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen