Fußball

"Du musst manchmal Risiko gehen" Lewandowski schießt gegen Trainer Kovac

Zu defensiv, zu mutlos, zu lasch: Stürmerstar Robert Lewandowski kritisiert nach dem Champions-League-Aus seines FC Bayern Trainer Niko Kovac heftig. Dem Polen fehlt die Risikobereitschaft. Er hat auch einen ganz persönlichen Grund, sauer zu sein.

Zum ersten Mal seit acht Jahren scheidet der FC Bayern bereits im Achtelfinale aus der Champions League aus. Die Laune ist entsprechend mies. Die externen Kritiker sparen nicht mit Analysen und harten Aussagen. Doch nicht nur außerhalb des Teams ist mächtig was los, auch innerhalb läuft es nicht rund - die 1:3-Niederlage gegen den FC Liverpool wird nicht nur sachlich intern aufgearbeitet. Vor allem Stürmer Robert Lewandowski kann sich nicht zurückhalten und seinen Unmut nicht verhehlen. Beim norwegischen TV-Sender Viasport lässt er mächtig Dampf ab und wettert gegen Trainer Niko Kovac.

Der 47-Jährige habe eine viel zu defensive Taktik gewählt, habe versucht sich im heimischen Stadion einzuigeln: "Wir haben nicht versucht, Druck zu machen, Situationen zu schaffen - wie auch im ersten Spiel." Und weiter: "Wir haben zwar zu Hause gespielt, aber es war nicht 'unser' Spiel. Und deswegen hat uns Liverpool geschlagen. Ich finde, wir standen zu tief. Wir wollten nicht zu viel riskieren. Ich weiß nicht, warum. In der Offensive war es manchmal zwei gegen vier." In der Mixed Zone sagte er zudem: "Das ist die Champions League, da musst du manchmal Risiko gehen."

Lewandowski leidet an CL-Torflaute

Verteidiger Mats Hummels stimmte ihm zu, nahm zugleich aber auch Kovac in Schutz: "Wir haben eine Spielweise, die gegen pressende Mannschaften nicht immer hundertprozentig zum Erfolg führt. Da täten uns ein paar andere Begebenheiten im Spiel ganz gut. Da muss ich den Trainer aber in Schutz nehmen. Der Trainer fordert das oft - aber es klappt nicht so gut, wie er das sehen möchte." Und Kovac selbst erklärte: "Wir wollten nicht die Fehler machen, die der Gegner braucht, um sein Spiel aufzuziehen."

Grund für Lewandowskis Frust ist wohl auch seine persönliche Ausbeute, der Champions-League-Abend verlief nämlich nicht nur für sein Team, sondern auch für ihn ganz persönlich bitter. Das Rückspiel gegen das Team von Jürgen Klopp war schon das siebte K.-o.-Spiel, in dem der 30-Jährige kein Tor erzielen konnte. Seine letzten Tore gelangen ihm im Achtelfinal-Hinspiel gegen Besiktas Istanbul (5:0) - das war allerdings schon im Februar 2018.

Den Ehrentreffer der Bayern am Mittwochabend erzielte nicht etwa der Stürmer selbst, sondern Joel Matip mit einer verunglückten Abwehraktion als Eigentor. Lewandowski hat nun erst in einem Jahr die Chance, sein Torkonto in internationalen K.-o.-Spielen aufzubessern: Wenn er denn mit seinem Team wieder mindestens das Achtelfinale der Champions League erreicht.

Quelle: n-tv.de, ara

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