Fußball

Leipzig nutzt Einladung nicht Liverpool stoppt Klopps Krise in fünf Minuten

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Umkämpft.

(Foto: imago images/Matthias Koch)

Die Chancen sind da, der Ertrag aber nicht. Der FC Liverpool ermöglicht RB Leipzig das Comeback in der Champions League, doch der Bundesligist nutzt das nicht. Stattdessen zeigt der kriselnde Klub von Trainer Klopp, was dessen Mannschaften so oft schon ausgezeichnet hat.

Der zuletzt schwer strauchelnde FC Liverpool um Teammanager Jürgen Klopp hat RB Leipzigs Titeljäger eiskalt eliminiert und darf von der Wiedergutmachung für eine bisher verkorkste Saison träumen. Englands offensiv hochgefährlicher Meister besiegte den Vorjahres-Halbfinalisten im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League völlig verdient mit 2:0 (0:0) und zog in die Runde der letzten Acht ein. In Budapest verteidigten die Reds so den 2:0-Vorsprung aus dem Hinspiel souverän und wahrten ihre einzig verbliebene Titel-Chance. "Wir haben einfach gut gespielt und gegen einen guten Gegner richtig gut verteidigt", sagte Klopp bei Sky: "Wir haben Riesenchancen kreiert. Es war ein verdienter Sieg."

FC Liverpool - RB Leipzig 2:0 (0:0)

Liverpool: Alisson - Alexander-Arnold, Phillips, Kabak, Robertson (90. Tsimikas) - Fabinho - Thiago (72. Keita), Wijnaldum (82. Milner) - Salah, Diogo Jota (71. Origi), Mane (90. Oxlade-Chamberlain). - Trainer: Klopp
Leipzig: Gulacsi - Mukiele, Upamecano, Klostermann - Adams, Sabitzer, Kampl, Nkunku - Forsberg (60. Kluivert), Dani Olmo (72. Haidara) - Poulsen (60. Hwang). - Trainer: Nagelsmann
Schiedsrichter: Clement Turpin (Frankreich)
Tore: 1:0 Salah (70.), 2:0 Mane (74.)
Zuschauer: keine (in Budapest)

Die Sturm-Superstars Mohamed Salah (70.) und Sadio Mane (74.) schossen das Klopp-Team ins Viertelfinale. Mit dem Ticket für die nächste Runde (6./7. und 13./14. April) in den Händen, dürfte Liverpools Negativlauf in der Premier League ein kleines bisschen besser zu verarbeiten sein. Dort hat das Klopp-Team nach sechs Heimpleiten in Serie kaum noch Aussichten auf die Qualifikation für die Königsklasse, geschweige denn auf die erfolgreiche Titelverteidigung. Obendrein sind die Reds in allen Pokalwettbewerben bereits ausgeschieden.

Leipzig muss das Aus in Europa nun schnell abschütteln. Der Fokus liegt nun auf den Titelchancen in der Bundesliga und im DFB-Pokal. In der Bundesliga liegt RB nur zwei Zähler hinter Spitzenreiter Bayern München, im heimischen Cup geht es im Halbfinale im Mai gegen Jahn Regensburg oder Werder Bremen.

Sörloth vergibt, Salah nicht

Angesichts des klaren Rückstandes schickte Trainer Julian Nagelsmann die Leipziger im Do-or-Die-Spiel gegen Liverpool "nicht blauäugig auf das Feld, aber trotzdem mit dem nötigen Mut", sagte er bei Sky vorher. Klopp hatte die Sachsen gar äußerst angriffslustig erwartet: "Sie werden uns jetzt nicht Kaffee und einen Strauß Rosen kredenzen." Die erste gute Chance erspielte sich jedoch das zu Beginn kontrollierende Liverpool. Georginio Wijnaldum hob den Ball über die Abwehr hinweg auf Mane (6.), der per Volley ein gutes Stück über das Tor zielte. Leipzig verlegte sich mehr auf Konter.

Einen solchen veredelte Dani Olmo (10.) beinahe zur Führung, doch scheiterte er an Liverpools Torwart Alisson Becker. Liverpool strahlte in der Folge mehr Gefahr aus. Nach einer Ecke von Trent Alexander-Arnold musste sich RB-Keeper Peter Gulacsi strecken, um einen Kopfball von Diogo Jota (19.) noch über die Latte zu lenken. Fünf Minuten später lief Salah alleine auf den Leipziger Kasten zu, auch diesmal parierte der ungarische Schlussmann.

Vor der Pause steigerte sich RB etwas, ohne sich Großchancen zu erspielen. Die beste Gelegenheit in dieser Phase war ein Flachschuss von Emil Forsberg (32.), der am rechten Pfosten vorbeiging. Liverpool ließ sich nun etwas fallen, stand kompakt - und setzte Nadelstiche. Jota (41.) vergab eine weitere erstklassige Möglichkeit.

Nach der Halbzeit hatte RB zunächst Probleme, Druck aufzubauen. Erst Mitte der zweiten Hälfte nahm Leipzig Fahrt auf, der eingewechselte Hee-chan Hwang flankte von links auf den ebenfalls frisch reingekommenen Alexander Sörloth (65.), dessen Versuch per Kopf vom Querbalken abtropfte. Danach ging es ganz schnell. Erst legte Jota präzise für Salah auf, der kaltschnäuzig flach vollstreckte. Vier Minuten später sorgte Mane für die Entscheidung.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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