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"Wollte Champions League holen" Liverpools Klopp stichelt gegen Guardiola

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Jürgen Klopp und Pep Guardiola lieferten sich mit ihren Teams ein beeindruckendes Rennen um die englische Meisterschaft. International musste sich Guardiolas Manchester City früh verabschieden.

(Foto: imago/PA Images)

Der Sieg in der Fußball-Königsklasse ist für den FC Liverpool und seinen Trainer eine große Sache. Dennoch sehnen sich die Fans nach der englischen Meisterschaft. Anlass genug für Jürgen Klopp, ein Späßchen auf Kosten des Kollegen Josep Guardiola zu machen.

Jürgen Klopp, das kann man so sagen, hatte richtig gute Laune. Wie das so sein muss, wenn man Fußballtrainer ist und mit dem FC Liverpool, erstmals seit 2005 und zum sechsten Mal insgesamt, gerade die Champions League gewonnen hat. Da muss man sich auch nicht drum scheren, dass das 2:0 (1:0) im Endspiel gegen Tottenham Hotspur am Mittwochabend in Madrid weder sonderlich hochklassig, noch allzu spannend war. Auch den mehr als 16.000 Fans der Reds unter den 63.272 Zuschauern im Estadio Metropolitano war das hörbar egal. Und Klopp halt auch.

Der deutsche Coach lobte seine Spieler und damit auch ein bisschen sich selbst. Und er räumte ein, dass nach sechs verlorenen Finals - drei mit der Dortmunder Borussia, drei mit dem LFC - der Titel eine durchaus coole Angelegenheit sei. Er selbst sei aber gar nicht so euphorisch, wie er es für den Fall der Fälle vorher vermutet hatte. Er freue sich für die anderen, für ihn sei es gar nicht so wichtig, "den Pokal in den Händen zu halten". Nun ja. Aber an diesem Sonntag dann zurück "nach Liverpool zu kommen und etwas zu feiern zu haben, das ist groß und ich freue mich wirklich darauf".

Und dann berichtete er den Journalisten im einem Kino ähnlichen Pressekonferenzsaal im Keller des Stadions, er habe just mit Josep Guardiola telefoniert. Der trainiert Manchester City und hat mit seiner Mannschaft in dieser Saison die Meisterschaft in der englischen Premier League gewonnen - mit sagenhaften 98 Punkten aus 38 Spielen. Da reichten den Liverpoolern ihre ebenfalls sagenhaften 97 Punkte nicht. Seitdem kann es Klopp nicht lassen, den Kollegen ein wenig zu ärgern.

"Nein, das ist ein Scherz!"

Vor dem Endspiel in Madrid hatte er gesagt: "Klar sagt Pep, dass die Liga wichtiger ist als die Champions League. Da stand er ja auch schon länger nicht im Finale." In dieser Saison war Man City in einem dramatischen Rückspiel des Viertelfinals an Tottenham gescheitert. Allerdings hatte Klopp den Kollegen auch gelobt und auch eingeräumt: "City war das bessere Team". Nach dem Triumph in der Königsklasse nun ließ er die nächste Stichelei folgen. In besagtem Telefonat mit Guardiola sei es um Liverpools Chef-Physiotherapeuten Lee Nobes gegangen.

Der hatte zu Beginn der Saison noch für Guardiola gearbeitet, war dann aber Ende November vergangenen Jahres zum LFC gewechselt, weil er, wie Klopp grinsend erzählte "auch einmal die Champions League gewinnen wollte - nein, das ist ein Scherz!" Klopp hatte tatsächlich ausgesprochen gute Laune. In Wirklichkeit sei es so gewesen: "Wir haben uns versprochen, dass wir uns im nächsten Jahr wieder gegenseitig in den Hintern treten werden. Wir werden wieder aufs Ganze gehen und sehen, ob wir etwas bekommen. Das ist es."

Was Klopp allerdings auch nach vier Jahren in Liverpool mitbekommen haben dürfte: Der Kollege Guardiola hat seine Einschätzung, dass der nationale Titel in der Liga von größerer Bedeutung sei als ein Erfolg in Europa, durchaus nicht exklusiv. Die meisten Fans der Reds sehen das ähnlich. Seinen bisher letzten von insgesamt 18 Meistertiteln gewann der FC Liverpool in der Saison 1989/1990. Da ist für viele Anhänger der Sieg in der Königsklasse nur ein luxuriöses Trostpflaster. Was allerdings die Freude an diesem heißen Abend in Madrid nur unwesentlich schmälerte. Wie sagte es Klopp? "Jetzt haben wir etwas gewonnen, wir werden weitermachen. Wir werden Dinge gewinnen. Das ist groß. Ich bin sehr glücklich." Wie das so sein muss, wenn man gerade mit seinem Team triumphiert hat.

Quelle: n-tv.de

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