Fußball

Kritik an jungem DFB-Team Löw sehnt sich nach einem Stürmer wie Klose

imago34834103h.jpg

DFB-Trainer Löw (r.) hält große Stücke auf seinen Ex-Stürmer und -Azubi Klose.

(Foto: imago/DeFodi)

Ohne den verletzten Joachim Löw bestreitet die deutsche Fußball-Nationalelf zwei Spiele in der EM-Qualifikation. Der Bundestrainer meldet sich dennoch zu Wort und rüffelt sein junges Team. Lob hingegen gibt es für seinen Ex-Azubi sowie für Joshua Kimmich.

Noch hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zwei EM-Qualifikationsspiele in Weißrussland und gegen Estland vor sich. Bundestrainer Joachim Löw hat trotzdem schon eine Bilanz des Länderspieljahres gezogen - und verraten, dass er sich nach einem Top-Mittelstürmer im DFB-Team sehnt. "Inklusive der WM war es ein Jahr mit sehr vielen Höhen und sehr vielen Tiefen", sagte er im Interview mit dem "Kicker".

Der 59-Jährige betonte, dass er beim Neuaufbau nach dem WM-Desaster 2018 in Russland einen klassischen Mittelstürmer mit internationalem Format vermisse. "Grundsätzlich wäre schon ein Spielertyp, der im Zentrum spielt und präsent ist, der kopfballstark und fußballerisch gut ist, der Gegner bindet, eine gute Option. Den haben wir derzeit nicht. Miroslav Klose war so einer, der konnte fast alles sehr gut", sagte Löw. Klose hatte nach dem Gewinn des WM Titels im Jahr 2014 seine Nationalmannschaftskarriere beendet. Bis Juli vergangenen Jahres fungierte der WM-Rekordtorschütze als Auszubildender und Co-Trainer in Löws Team.

Beim Saisonabschluss des deutschen Nationalteams wird Löw wegen der Nachwirkungen eines Sportunfalls fehlen. Das Interview wurde vor seinem Klinikaufenthalt geführt. Die DFB-Auswahl bereitet sich ab heute unter Löws Co-Trainer Marcus Sorg in einem Kurz-Trainingslager im niederländischen Venlo auf die zwei Punktspiele am kommenden Samstag in Borissow gegen Weißrussland und drei Tage später in Mainz gegen Estland vor.

Kritik an jungem Team, Sonderlob für Kimmich

Nach dem geglückten Start in die EM-Ausscheidung mit dem 3:2 gegen die Niederlande sieht Löw die anstehenden Spiele keineswegs als Selbstläufer an. "Früher, als wir eine eingespielte Mannschaft hatten, sind wir zu solchen Spielen in der Überzeugung angetreten, dass wir uns den Gegner im Laufe des Spiels zurechtlegen und dann zuschlagen können", sagte er: "Da waren wir in der Lage, solche Spiele mit drei, vier Toren Unterschied zu gewinnen." Die jetzige Mannschaft mit sehr vielen jungen Spielern sei "noch nicht so gefestigt, diese Stabilität und dieses Selbstbewusstsein müssen sich erst noch entwickeln".

Ein deutliches Lob gab es hingegen für Mittelfeldspieler Joshua Kimmich vom FC Bayern. "Seine Giftigkeit, Aggressivität und defensive Denkweise haben uns vorher vielleicht etwas gefehlt", sagte Löw. Eine Rückversetzung des 24-Jährigen vom defensiven Mittelfeld auf die rechte Außenverteidigerposition schließt der Bundestrainer vor der kommenden EM-Saison aus. "Nein, Joshua Kimmich sehe ich dauerhaft im Zentrum", sagte Löw.

Hoffnung machte er erneut Mario Götze von Borussia Dortmund, der jüngst abermals nicht für die Nationalmannschaft nominiert worden ist. "Ich freue mich wahnsinnig für ihn, dass er in der zweiten Saisonhälfte wieder einen sehr durchtrainierten Eindruck macht - er bleibt in unserem Blickfeld", sagte er.

Quelle: n-tv.de, cri/dpa/sid

Mehr zum Thema