Fußball

Matthäus sinniert über Kovac Lucien Favre deutet Abgang beim BVB an

Die Leistung von Borussia Dortmund gegen den FC Bayern war gut, aber nicht gut genug, um den Titelkampf in der Fußball-Bundesliga in dieser Saison noch einmal spannend zu machen. Und womöglich hat die Niederlage des BVB im Topspiel auch gravierende Folgen für den Trainer.

Eigentlich war Lucien Favre ganz zufrieden. "Ich finde, das war sehr gut von uns", sagte der Trainer von Borussia Dortmund am späten Abend. Aber es war eben nicht sehr gut genug, um den FC Bayern zu schlagen. Mit 0:1 verlor der BVB nämlich das Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga gegen die Münchner - und damit mutmaßlich auch den Kampf um die Deutsche Meisterschaft. Das sah Favre dann freilich auch so: "Es wird sehr schwer natürlich. Sieben Punkte, sechs Spiele, das wird brutal schwer." Oder eben wieder unmöglich.

Favre und seine Titel-Tauglichkeit - es ist eine Diskussion, die den BVB nicht loslässt. Und eine, die den Trainer zunehmend nervt, ihn zermürbt und ihn nun womöglich zur Aufgabe bewegt? Auf die Frage, ob er Sorge vor der Diskussion habe, dass er es nicht schaffe, die Dortmunder zu einem Titel zu führen, antwortete er nach der Niederlage gegen den FC Bayern bei Sky: "Das sagt man hier seit Monaten. Ich lese nicht die Zeitung, aber ich weiß, wie es geht. Ich werde darüber sprechen in ein paar Wochen."

In der Vorrunde droht bereits das Aus

Nach einer bislang starken Rückrunde mit neun Siegen aus zehn Spielen war die Kritik an Favre vor dem Spiel gegen die Münchner eigentlich verstummt. Nachdem sie zuvor in einer schwachen Hinrunde mit bisweilen peinlichen Auftritten gegen die Aufsteiger Union Berlin und den SC Paderborn, mit der Totalblamage beim FC Bayern und einer heftig ausufernden Mentalitätsdebatte fast zu seinen vorzeitigen Aus geführt hatte. Irgendwie stolperten der Trainer und der Klub gemeinsam in die Winterpause - und fanden den Weg zum Erfolg.

Auch, weil der BVB seinen prächtigen Kader noch einmal kräftig aufgerüstet hatte. Mit dem höchst talentierten Stürmer Erling Haaland und dem zweikampf- und mentalitätsstarken Emre Can wurden zwei große Schwachstellen im Kader getilgt. Außerdem wurde das System von Favre umgestellt, aus seinem bevorzugten 4-3-3 wurde ein deutlich stabileres 3-4-3 - wohl auch auf Druck der sportlichen Leitung und auf dringende Empfehlung der Mannschaft.

Ob Favre sich nun wirklich nach der Saison aus Dortmund zurückzieht - und welche Gründe er dann anführen wird, das wird er dann eben in ein paar Wochen verkünden. Ungeachtet dessen bringt Sky-Experte Lothar Matthäus schon seinen Nachfolger ins Spiel: Niko Kovac.

Quelle: ntv.de, tno