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Redelings über Thorsten Legat Mit "Eiern in der Buchse" ins Dschungelcamp

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Wenn Prominete boxen: Thorsten Legat.

(Foto: imago/Lumma Foto)

Che Guevara ist sein Vorbild. Seinen Körper stählte er im Ruhrgebiet. Ohne Samurai-Schwert geht er nicht aus dem Haus. Und kochen kann Thorsten Legat auch - zu 50 Prozent. Das Dschungelcamp hat einen klaren Favoriten.

Jetzt also tatsächlich. Ex-Bundesliga-Profi Thorsten Legat geht ins Dschungelcamp. Der Mann mit "Eiern in der Buchse" wird ab Januar auf RTL den Kakerlaken die Ohren lang ziehen. Und wer nicht spurt, der wird verspeist. Wie damals in Stuttgart das Nationalgericht der Schwaben! Als Legat beim VfB spielte, wollten die heimischen Reporter natürlich von ihm wissen, ob er denn schon die regionale Spezialität Spätzle gegessen habe. Und Legat, der Junge aus dem Ruhrgebiet, antwortete ehrlich: "Die hab ich noch nicht probiert, im Allgemeinen mag ich Geflügel aber sehr gerne!"

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Pokalsieger 1997: Thorsten Legat und der VfB Stuttgart.

(Foto: imago sportfotodienst)

Jahre später sagte er zu seiner Entschuldigung: "Ich wusste doch gar nicht, was Spätzle sind. Ich wusste, was Currywurst ist, ’nen Auflauf oder Durcheinander von der Mutter – aber doch nicht Spätzle. Dann habe ich das eben gesagt. Geh mal irgendwo nach Italien. Wenn du nicht weißt, was Sache ist, sagst du auch irgendwas." Und nun geht es sogar nach Australien. Dass das hart wird, ist gar keine Frage. Aber Legat nimmt das Leben ohnehin, wie es kommt. "Es war toll, es war klasse, es war wie ein Albtraum", sagte er zu Bundesliga-Zeiten einmal.

Wer ihn damals gesehen hat, der erinnert sich an einen stets bis aufs Äußerste durchtrainierten jungen Mann. Auch beim Promi-Boxen punktete der gebürtige Bochumer vor einigen Monaten mit seinem Körper. Da Legat schon in jungen Jahren erhebliche Probleme mit seinem Rücken hatte, riet ihm ein Arzt, diesen durch Fitnesstraining zu stabilisieren. Das machte Legat fortan mit Begeisterung. Sein Body sah schnell beeindruckend aus, doch die wenigsten wussten, warum Legat seine Muskeln stählte. Und so fragte ihn eines Tages ein neugieriger Journalist, wie er denn in so jungen Jahren zum Bodybuilding gekommen sei. Und Legat antwortete: "Immer die Castroper Straße rauf!"

"Die Einstellung ist immer Fakt"

Die Bundeswehr wollte den Profi übrigens aufgrund seiner "Rückenbeschwerden" lieber nicht zum Dienst an der Waffe heranziehen. Auf die Frage eines Reporters, ob er diese Schmerzen denn auch beim Fußball oder Bodybuilding spüre, antwortete Legat ehrlich: "Nee, nur beim Spazierengehen." Eines ist jetzt schon gewiss: Thorsten Legat wird im Dschungel trotz seiner häufig martialischen Worte ("Die Bayern vertragen keine Härte und ich bin der Erste, der anfängt damit"), eine ganz andere Rolle spielen, als die allermeisten es von ihm erwarten. Der aktuelle Trainer des FC Remscheid ("Ich kann in den Köpfen der Spieler sagen, dass sich hier in Remscheid andere Zeiten ändern werden") ist nämlich ein Teamplayer mit dem Herz auf dem rechten Fleck: "Che Guevara war ein Rebell, ein Kämpfer für sein Land. Das will ich auch sein. Ich will den Schwachen helfen. Das ist im Fußball genauso, da muss man den schwachen Gegner auch aufbauen. Das ist so eine eigene Logik von mir, dazu will ich gar nicht viel sagen."

Und er ist jemand, der etwas wegstecken kann ("Nur die Harten kommen durch"), sich zu wehren weiß und stets auf alle Eventualitäten vorbereitet ist. Wie vor ein paar Jahren abends auf einem Remscheider Rastplatz. Damals malträtierten sechs spätpubertäre Raufbolde Legat und seinen Audi bei einer McDonald’s-Filiale an der Autobahnraststätte Jägerwald so lange, bis dieser in Panik aufs Gaspedal drückte und auf einer Straßenschwelle laut scheppernd aufschlug. Die Jungs jubelten, johlten und lachten herzhaft. Das allerdings war zu viel für den ehrlichen Malocher aus dem Ruhrgebiet. Legat stieg aus seinem Audi A4 aus, rannte zum Kofferraum und zog unter den entsetzten Blicken der jugendlichen Hitzköpfe ein funkelndes Samurai-Schwert hervor. Einige Male fuchtelte Legat mit der Waffe in der Luft herum und gab erst Ruhe, als alle Angreifer in die Flucht geschlagen waren. Anschließend verstaute er sein Schwert in aller Seelenruhe wieder im Kofferraum. Bei der Abfahrt soll Legat mit einem Blick in den Rückspiegel noch ein abschätziges "Scheiß Kindergarten" gemurmelt haben.

Wie dem auch sei. Seine Mitbewohner dürfen sich auf einen feinen Kerl freuen, der schon so manch schöne Geschichte erlebt hat. Die Runden ums Lagerfeuer dürften auf alle Fälle nicht langweilig werden. Und spätestens seit seiner Teilnahme in der Sat1-Kochshow "Hell’s Kitchen" wissen wir, dass Legat zu "50 Prozent kochen kann". Schließlich habe er es sich selbst "angeeicht". Mein persönlicher Favorit auf den Dschungelkönig 2016 steht fest. Denn eins weiß ich: Mit Thorsten Legat kann man eine Menge Spaß haben. Er nimmt sich nicht zu ernst und ist ein feiner Junge aus dem Ruhrgebiet. Thorsten, rock den Dschungel und denk an deine Worte: "Die Einstellung ist immer Fakt".

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Quelle: n-tv.de

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