Fußball

Einstweilige Verfügung abgelehnt Nächste Runde in Bayern Münchens Katar-Zoff

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Die Kritik der Fans ist deutlich.

(Foto: imago images/Eibner)

Ein Antrag zum umstrittenen Sponsoring-Deal mit Qatar Airways sorgt vor der Jahreshauptversammlung des FC Bayern für Ärger. Der Verein hat noch nicht über die Zulassung entschieden. "Hinhaltetaktik", sagt der Antragsteller und will eine einstweilige Verfügung erzwingen - ohne Erfolg.

Das Amtsgericht München hat nach ntv.de-Informationen eine einstweilige Verfügung eines Mitglieds des FC Bayern München im Vorfeld der anstehenden Jahreshauptversammlung abgelehnt. Das Mitglied, Michael Ott, wollte dadurch die Zulassung eines Antrags für den kommenden Donnerstag erzwingen. Der Mainzer wollte einen Antrag einbringen, den umstrittenen Werbevertrag des Fußball-Bundesligisten mit Qatar Airways auslaufen zu lassen. Gegen die Ablehnung wird Ott nun Beschwerde einlegen.

Der Mainzer Rechtsreferendar Ott ist seit 2007 Vereinsmitglied. Auf die Zulassung seines Antrags hatte der FC Bayern München trotz Fristsetzung nicht reagiert. Auf BR-Anfrage hatte der Verein mitgeteilt, dass er noch nicht dazu gekommen sei, den Antrag zu prüfen. Die Bekanntgabe sei am 11. November erfolgt. Nun würden die anderen eingegangenen Anträge geprüft. Die Gegenseite hält dies für ein Scheinargument.

"Der Beschluss des Amtsgerichts München konterkariert den verfassungsrechtlichen Grundsatz des effektiven Rechtsschutzes in einer Art und Weise, die uns erschüttert", sagt Andreas Hüttl, der Ott in der Sache als Anwalt vertritt, zu ntv.de: "Mit dieser Begründung könnten Mitgliederrechte permanent ausgehebelt werden. Daher bedarf es der Korrektur im Beschwerdeverfahren."

Zum Autor
  • Justin Kraft ist freier Autor und Blogger bei miasanrot.de.
  • Als Jahrgang 1993 durch die "Generation Kahn" mit dem FC Bayern in Kontakt gekommen.
  • Fußball-sozialisiert mit der "Generation Lahmsteiger", der er 2019 sogar ein nach ihr benanntes Buch widmete.
  • Er gehört zu den Unterstützern des Katar-Antrags von Michael Ott.

Das Amtsgericht München hat den Antrag nicht aufgrund inhaltlicher Probleme, sondern mit der Begründung abgelehnt, dass dies die Hauptsache vorwegnehme. So könne der Antrag auch auf einer der kommenden Jahreshauptversammlungen gestellt werden. Das bedeutet jedoch auch: Der FC Bayern könnte den bis 2023 laufenden Vertrag mit Qatar Airways jederzeit vorher verlängern und alle weiteren Anträge ins Leere laufen lassen.

Seit 2011 Trainingslager in Katar

Mit dem Antrag, der auf breite Zustimmung innerhalb der Münchener Fanszene trifft, wollen die Anhänger "präventive Maßnahmen" ergreifen, um den Abschluss eines neuen Sponsoring-Vertrags nach Auslaufen des aktuellen in 2023 zu verhindern. Das Emirat stehe für massive Menschenrechtsverletzungen, zudem gebe es schwere Vorwürfe von Korruption im Sport, hieß es in einer Mitteilung der kritischen Fans.

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Die Partnerschaft mit Qatar Airways wurde von den Bayern im Jahr 2018 eingegangen. Das Unternehmen ist zu 100 Prozent in den Händen Katars. Ein Staat, zu dem der FC Bayern seit langer Zeit gute Verbindung pflegt. So reist der Rekordmeister seit 2011 ins Trainingslager nach Katar und ging im Jahr 2015 ein Sponsoring mit dem Flughafen des Wüstenstaats ein.

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge hatte zuletzt gelassen auf die Proteste der Fans gegen die Partnerschaft mit dem WM-Gastgeber von 2022 reagiert. Die Anhänger hatten ihren Unmut auch ins Stadion getragen. "Bayern München hat mit Qatar Airways eine Partnerschaft, und ich war da auch nie ein Pharisäer, wenn ich das mal so sagen darf. Wir haben gutes Geld aus diesem Vertrag bekommen", hatte Rummenigge in einem Interview mit dem WDR über den Vertrag gesagt, der den Bayern angeblich 20 Millionen Euro pro Jahr einbringt. Zusätzlich hatte Rummenigge auf die großen Verbesserungen des Staates in Sachen Menschen- und Arbeitsrechte verwiesen. Ein aktueller Amnesty-Bericht hatte jedoch erst kürzlich eine Stagnation dieser Verbesserung angemerkt.

Quelle: ntv.de

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