Fußball

Werners Klartext über Tor-Krise "Nicht mehr als Superstürmer bezeichnet"

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Endlich: Timo Werner weiß wieder, wie das Toreschießen funktioniert und ist heiß auf Madrid.

(Foto: imago images/PA Images)

Timo Werner fühlt sich nun "heimisch" beim FC Chelsea. Für den wiedererstarkten Stürmer ist der neue Teammanager Thomas Tuchel enorm wichtig - davor fiel der DFB-Kicker aber in ein Loch. In der Champions League wartet nun Spaniens Tabellenführer Atlético Madrid.

Thomas Tuchel hat Timo Werner das Lachen zurückgegeben, dafür will sich der deutsche Star-Stürmer des FC Chelsea nun mit Toren bedanken. Die erste Champions-League-Nacht unter dem neuen Teammanager kommt da wie gelegen, gerade rechtzeitig hievte Tuchel den Nationalstürmer vor dem Achtelfinal-Hinspiel gegen Spaniens Tabellenführer Atlético Madrid am Dienstag (21.00 Uhr/DAZN und im Liveticker auf ntv.de) aus der Krise.

Beim coronabedingt nach Bukarest verlegten Duell mit der Konter-Maschine aus der spanischen Hauptstadt sieht der wiedererstarkte Werner durchaus Chancen. "Ich denke, wir sind auf Augenhöhe. Beide Mannschaften kassieren wenige Gegentore und können sehr guten Fußball spielen", sagte er dem "Kicker". Da Atlético mit Luis Suárez einen internationalen Top-Angreifer in seinen Reihen hat, ist ein treffsicherer Werner besonders wichtig für Tuchel.

1000 harte Minuten hatte die Torflaute des 24-Jährigen in der englischen Premier League gedauert, ehe er in der Vorwoche einen Ball gegen Newcastle United über die Linie stolperte. Eine Erlösung für Werner, der sich in seinem ersten halben Jahr in London oft missverstanden gefühlt haben dürfte. Auch sprachlich. Fleißig hatte er zwar Englisch gepaukt, konnte sich aber unter Tuchels im Januar entlassenem Vorgänger Frank Lampard nicht immer so verständigen, wie er es gerne gewollte hätte.

"Auf den Boden der Tatsachen geholt"

"Das ist jetzt beim neuen Trainer natürlich gar kein Problem mehr, da fühlt man sich fast schon ein bisschen heimisch", sagte Werner. Die Einstellung Tuchels, der als Chelsea-Coach immer noch unbesiegt ist, hat den pfeilschnellen Angreifer beflügelt. Zwar hat er in den vergangenen vier Ligaspielen nur das eine Tor erzielt, dafür aber auch drei Vorlagen gegeben.

Tuchel setzt Werner so ähnlich ein, wie es Julian Nagelsmann bei RB Leipzig getan hatte, bevor Werner im Sommer für 53 Millionen Euro zu den Blues gewechselt war. Er spielt auf der linken von zwei Zehner-Positionen hinter dem Stoßstürmer. "Ich kann da einerseits auf die linke Seite driften, aber auch meine Läufe durch die Mitte machen. Und ich bin mehr eingebunden ins Spiel und deutlich torgefährlicher", sagte Werner. Lampard sah ihn jedoch meist auf dem Flügel oder im Angriffszentrum, wo der Deutsche oft verloren war und seinen Speed aus der Tiefe des Raumes nicht ausspielen konnte.

Zwar sind zehn Tore und neun Vorlagen in 33 Pflichtspielen in Ordnung. Aber im Kopf blieben den unerbittlichen englischen Medien und TV-Experten lange nur die Chancen, die Werner so zahlreich vergab, dass es Youtube-Zusammenschnitte davon gibt. "Klar habe ich mitbekommen, dass man bei solch einer Flaute nicht mehr unbedingt als Superstürmer bezeichnet wird. In den letzten Monaten wurde ich auf den Boden der Tatsachen geholt", sagte Werner. Der Nationalspieler verkrampfte - bis Tuchel die Verspannung löste. "Ich musste einfach mal loslassen von dem ganzen Druck, Tore schießen zu müssen", sagte er. Geholfen hat ihm auch die Allianz mit seinen ebenfalls leidgeplagten Nationalmannschaftskollegen Antonio Rüdiger und Kai Havertz.

Gerade das 80-Millionen-Versprechen Havertz war immer wieder von Verletzungen und einer Corona-Infektion gebeutelt, während Rüdiger zeitweise unter Lampard außen vor war. Es sei schon so gewesen, sagte ein lachender Werner, "dass der eine das Gerüst für den anderen war. Mitunter mussten wir aber auch aufpassen, dass wir uns nicht gegenseitig runterziehen."

Quelle: ntv.de, dbe/sid