Fußball

Giftpfeile für Jens Lehmann "Nicht nur die Sprache ist das Erschreckende"

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Jens Lehmann ist "völlig aus der Zeit gefallen", kommentieren Beobachter.

(Foto: imago/Eibner)

Jens Lehmanns rassistische Aussage zum ehemaligen deutschen Nationalspieler Dennis Aogo zieht die Kritik von Hertha BSC, Ex-Kollegen und Beobachtern auf sich. Wo manch einer den früheren Torhüter beschimpft, sind andere traurig und erschrocken und erkennen "einen weiten Weg" im Kampf gegen Rassismus. Lehmann bezeichnete Aogo in einer privaten Whatsapp-Nachricht als "Quotenschwarzen". Hertha-Investor Lars Windhorst beendete daraufhin die Zusammenarbeit, Lehmann ist mit sofortiger Wirkung nicht mehr im Aufsichtsrat.

Werner Gegenbauer, Präsident Hertha BSC, via Twitter: "Solche Einlassungen entsprechen in keiner Weise den Werten, für die Hertha BSC steht und sich aktiv einsetzt. Wir distanzieren uns von jeglicher Form des Rassismus."

Pal Dardai, Trainer Hertha BSC, auf einer Pressekonferenz: "Das war natürlich eine negative Sache. Aber ich finde es sehr positiv, dass der Verein sofort reagiert hat, die neue Führung ist sehr konsequent. Das ist eine gute Sache. Ich habe eh nicht gespürt, dass Lehmann eng an der Mannschaft war."

Alexander Schwolow, Torwart Hertha BSC, auf einer Pressekonferenz: "Das ist eine unglückliche Situation. Wir als Verein vertreten bestimmte Werte. Diese haben sich nicht in der Nachricht wiedergefunden, deshalb musste es zu dieser Situation (der Entlassung; d. Red) kommen."

Jimmy Hartwig, ehemaliger Nationalspieler und DFB-Botschafter für Fair Play, via Facebook: "Das schnelle und entschlossene Handeln von Hertha BSC nach der rassistischen Whatsapp-Nachricht von Jens Lehmann war dringend geboten. Mir ist es unverständlich, dass ein überragender Torwart wie Jens Lehmann von 'Quotenschwarzen' spricht. Nicht nur die Sprache ist das Erschreckende, sondern auch das Denken, das dahinter steckt. Der DFB und die Vereine leisten viel gegen Rassismus. Aber es ist leider immer noch ein weiter Weg in die Köpfe einiger Menschen."

"Komplett untragbar"

Karsten Baumann, Ex-Fußballprofi und in der Saison 1999/2000 Teamkollege von Jens Lehmann bei Borussia Dortmund, via Twitter: "Du warst damals schon ein Vollidiot!"

Katja Mast, SPD-Bundestagsabgeordnete, via Twitter: "Schräge Talkshows, ehemalige Nationaltorhüter… Wir müssen im Umgang mit Rassismus noch viel lernen. Es geht um die Sache - nicht die Form."

Johannes Vogel, FDP-Bundestagsabgeordneter, via Twitter: "Wollte nur kurz sagen: Diskriminierung ist kein 'Eindruck'."

Stephan Anpalagan, Journalist, via Twitter: "Rassismus, der Konsequenzen hat. Muss man sich richtig dran gewöhnen."

Florian Schmidt-Sommerfeld, Sky-Kommentator, via Twitter: "Ich versuchs ruhig und sachlich. 'Quotenschwarzer'. Zwei Lesarten: Entweder es drückt die Gesinnung aus - komplett untragbar. Oder es war mal wieder 'missverständlich'. Heißt dann: sprachlich so minderbegabt, dass er keine öffentliche Bühne mehr bekommen sollte."

Twitter-Account von ProSieben: "Ex-Nationaltorwart Jens #Lehmann beleidigt Sky-Experte Dennis Aogo rassistisch. Hertha BSC wirft ihn aus dem Aufsichtsrat. Gut so. Gut so."

Fußball-Magazin "11 Freunde", via Twitter: "Jens Lehmann galt einst als smart und seiner Zeit voraus. Spätestens seit heute und seiner rassistischen Nachricht an Dennis Aogo ist klar, dass er vor allem eines ist: völlig aus der Zeit gefallen."

Marcus Mittermeier, Schauspieler, via Twitter: "Dabei wusste man seit 15 Jahren, dass man Jens Lehmann immer alles auf Zettel aufschreiben muss…"

Quelle: ntv.de, dbe

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