Fußball

DFB-Chef: Zukunft nur ohne ihn Niersbach fordert Blatters Rücktritt

RTR4ULPB.jpg

Niersbach sieht keine Zukunft mehr für Blatter in der Fifa.

(Foto: REUTERS)

Ist die Suspendierung das Ende der Ära Blatters beim Fußball-Weltverband? Es gibt Zweifel. Und so dringt der DFB auf den Amtsverzicht des Fifa-Präsidenten. Auch das IOC macht Druck.

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat nach der Suspendierung von Joseph Blatter den Rücktritt des Schweizer Fifa-Bosses gefordert. "Die Zukunft kann nur gestaltet werden ohne den bisherigen Präsidenten, ohne Sepp Blatter", sagte Niersbach in Dublin. Dort tritt am Abend die DFB-Elf zum vorletzten EM-Qualifikationsspiel gegen Irland an. Derweil bringt der frühere Fifa-Schiedsrichter Bernd Heynemann Niersbach als neuem Fifa-Chef ins Spiel. "Das wäre ein Zeichen des Neuanfangs und ein Zeichen für alle, dass wieder Sauberkeit in den Fußball einzieht", sagte er MDR Jump.

Die vorläufige Suspendierung für 90 Tage von Blatter und Uefa-Präsident Michel Platini bezeichnete Heynemann als "richtige Entscheidung". Der 61-Jährige forderte, dass der Fußball wieder im Fokus stehen müsse. Derzeit würden bei der Fifa und bei der Uefa so viele Mannschaften an einem Endrundenturnier teilnehmen, wie noch nie. "Das heißt, die Vermarktung steht im Mittelpunkt. Da muss man wieder Qualität  einziehen lassen und nicht den Mammon in den Vordergrund stellen", fordert der frühere Referee.

IOC: Genug ist genug

Mit deutlichen Worten reagierte IOC-Präsident Thomas Bach auf die Suspendierung. "Genug ist genug. Wir hoffen, dass nun jeder bei der Fifa verstanden  hat, dass man nicht passiv bleiben darf", sagte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Es müsse "umgehend gehandelt werden, um Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen, da man nicht auf Dauer die Glaubwürdigkeit der Fifa von der Glaubwürdigkeit des Fußballs abkoppeln kann."

"Zwei Dinge müssen umgehend erfolgen: Der Reformprozess muss beschleunigt und vertieft werden, um die Rechenschaftspflicht, die Transparenz und die Prinzipien von guter Verbandsführung zu erreichen, die wir in unserem Reformprogramm, der Olympischen Agenda 2020, verankert haben", sagte Bach. "Die FIFA muss verstehen, dass es um mehr als eine Liste mit Kandidaten geht. Es handelt sich um ein strukturelles Problem, das nicht einfach durch die Wahl eines neuen Präsidenten gelöst wird", sagte Bach.

Dass die Suspendierung indes noch nicht das Ende der Ära Blatter ist, befürchtet dagegen die Anti-Korruptions-Expertin Sylvia Schenk von Transparency International. Es sei sein gutes Recht, sich weiter an die Macht zu klammern. "Aber Blatter täte der Fifa den besten Gefallen, wenn er sofort zurücktreten würde. Nur dann lässt der Druck nach."

Schenk sprach dennoch von einem "unguten Gefühl": "Das Problem mit der Ethikkommission ist, dass sie nie ihre Gründe für die Entscheidungen veröffentlicht. Das ist eine Geheimjustiz der Fifa. Man weiß nicht, wer was warum entscheidet."

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/sid