Fußball

"Danke Bro" für Interview Özil bedankt sich bei Boateng

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Özil und Boateng Arm in Arm, hier bei der Euro 2016.

imago/Chai v.d. Laage

Seit seinem Rücktritt aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mitsamt verbalem Rundumschlag schweigt Özil - bis jetzt. Er reagiert nun auf ein Interview seines Ex-Teamkollegen Boateng.

Per Instagram-Story bedankt sich Mesut Özil bei Jérôme Boateng, seinem einstigen Teamkollegen in der Fußball-Nationalmannschaft. "Danke Bro für deine Worte. Du warst beim DFB immer ein Mitspieler, der auch in schwierigen Momenten da war", heißt es darin. Es war das erste Mal seit seiner Rücktrittserklärung, dass sich der Profi vom FC Arsenal zu der Causa äußerte.

In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" hatte Boateng andere Nationalspieler für ihren Umgang mit Özils Rücktritt kritisiert. "Wo waren die Mitspieler, die sich bei Mesut Özil bedankt haben? Anscheinend haben viele sich nicht zu äußern getraut, weil sie gedacht haben, dass das bei den deutschen Fans nicht so gut ankommt", sagte der Innenverteidiger. "Da geht es um einen tollen Spieler, der mit uns Weltmeister geworden ist, der super Länderspiele gemacht hat, der den deutschen Fußball auch ein Stück weit verändert hat. Eine Nummer 10 mit Migrationshintergrund! Dem muss man Danke sagen. Sich dann zu enthalten, das finde ich schade."

Boateng war einer der wenigen Nationalspieler, die Özils Rücktritt, der einer Abrechnung auf mehreren Ebenen gleichkam, öffentlich bedauert hatten. Das "Erdogate" um Özil und Ilkay Gündogan bezeichnete Boateng als "nerviges Thema", das die Stimmung während der WM belastete. "Erst haben wir das Thema unterschätzt, und dann haben wir es mit zur WM genommen", hatte der 30-Jährige betont: "Das war belastend für alle, auch für die beiden Spieler."

Auch Grünen-Chefin kritisiert DFB

Kritik am DFB für seinen Umgang mit dem Streit um das Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan übte derweil die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock. "Bei der Debatte rund um Mesut Özil hat sich gezeigt, dass all das, was der DFB in der Vergangenheit bei der Integration Positives geleistet hat, infrage gestellt wurde. Weil von Offiziellen suggeriert wurde: Wir messen hier mit zweierlei Maß", sagte Baerbock ebenfalls im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung".

Baerbock sagte weiter: "Wenn Herr Matthäus sich aber mit einem Herrn Putin trifft - was nicht besser ist -, bleibt der Aufschrei aus." Das sei zwar in vielen Medien kritisiert worden, "aber nicht vom DFB. Und Lothar Matthäus ist immerhin dessen Ehrenspielführer". Außerdem würden sich Profifußballer nicht in einem unpolitischen Raum bewegen. "Die Debatte, die nach Özil eingesetzt hat, können wir nicht so einfach wegwischen. Wenn Leute wie er das Gefühl haben, dass sie nur als deutsche Nationalspieler wahrgenommen werden, wenn sie gewinnen, und bei Niederlagen plötzlich nicht mehr, dann ist das ein Problem, dem müssen wir uns stellen", sagte Baerbock.

Quelle: n-tv.de, vpe/sid

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