Fußball

Abrechnung mit Kritikern Özil greift DFB und Mercedes heftig an

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(Foto: picture alliance/dpa)

Mesut Özil schweigt nach seinem Erdogan-Foto lange, doch jetzt äußert er sich umso ausführlicher. Erst verteidigt er seine Aufnahme mit dem türkischen Präsidenten auf Twitter. In einer weiteren Botschaft attackiert er den DFB und Hauptsponsor Mercedes.

Mesut Özil hat zum Rundumschlag gegen den DFB, Hauptsponsor Mercedes und die Medien ausgeholt. Nachdem er in einer ersten Twitter-Botschaft sein Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gerechtfertigt hatte, greift er in einer zweiten ausführlichen Stellungnahme seine Kritiker an. So wirft er Mercedes, ohne das Unternehmen beim Namen zu nennen, vor, ihn nach dem Erdogan-Foto aus der Werbekampagne der Nationalmannschaft für die Fußball-WM in Russland gestrichen und dies mit "Krisenmanagement" begründet zu haben. Im Gegensatz dazu lobt er die Sponsoren Adidas, Beats und Bigshoe, die ihm gegenüber loyal gewesen seien.

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Bei seiner Mercedes-Kritik wählt Özil deutliche Worte: Es sei ironisch, dass Mercedes ihn nicht mehr als Werbegesicht haben wollte, nachdem ein deutsches Ministerium die "Produkte des Sponsors" kurze Zeit vorher für gefährlich erklärt habe. Dem DFB wirft Özil in diesem Zusammenhang vor, zweierlei Maß anzulegen. Nur er sei kritisiert und nur von ihm sei eine öffentliche Erklärung verlangt worden, nicht aber von Mercedes.

Den Medien wirft der Nationalspieler eine Doppelmoral vor, da sie ihm sein Treffen mit dem türkischen Präsidenten vorgeworfen hätten. Dass sich Ex-Nationalspieler Lothar Matthäus ebenfalls mit einem politischen Führer getroffen habe (Anm. d. Red. Wladimir Putin), sei dagegen nicht kritisiert worden.

Mesut Özil hat seine Twitter-Posting mit I/III und II/III bezeichnet. Es ist zu erwarten, dass der Fußballer noch ein drittes langes Statement via Twitter verbreiten wird. Möglicherweise wird er sich dann zur Nationalmannschaft äußern.

Quelle: n-tv.de, sgu