Fußball

Fenerbahce verpflichtet KantePlötzlich greift Präsident Erdogan beim Transfer-Irrsinn ein

04.02.2026, 19:54 Uhr
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Kante spielt auch noch in der französischen Nationalmannschaft, für ihn geht es auch um seine WM-Chancen. (Foto: picture alliance / DPPI media)

N'Golo Kante verabschiedet sich aus Saudi-Arabien und spielt künftig in der Türkei. Was einfach klingt, war ein großer Kraftakt für alle beteiligten Fußballklubs. In dem Transfer-Krimi bekommt sogar Präsident Erdogan eine Rolle.

Nach tagelangem Hin und Her kann Fenerbahce Istanbul endlich Vollzug melden: Der ehemalige französische Fußball-Weltmeister N'Golo Kante spielt künftig in der Türkei. Der 34-Jährige wechselt Berichten zufolge für rund vier Millionen Euro aus Saudi-Arabien wieder nach Europa. Bei Fenerbahce unterschreibt er demnach einen Vertrag bis 2028. Im Gegenzug sichert sich der Saudi-Klub Al-Ittihad die Dienste von Angreifer Youssef En-Nesyri, der für 15 Millionen Euro den abgewanderten Karim Benzema ersetzen soll.

Doch der Weg dorthin war ein weiter. Dem Spielertausch ging ein beachtliches Transferschauspiel voraus. Ursprünglich wollte der Tabellenzweite der türkischen Liga sein Mittelfeldzentrum verstärken. Dafür meldete der Klub schon am 8. Januar Vollzug an anderer Front: Für kolportierte 28 Millionen Euro wechselte der Franzose Matteo Guendouzi von Lazio Rom nach Istanbul. Der Mittelfeldmann ist in Deutschland noch aus Bundesliga-Zeiten bekannt. Für ein halbes Jahr wirbelte er zu "Big City Club"-Zeiten im Zentrum von Hertha BSC.

Der Umbau war aber nicht komplett. Fenerbahce hatte auch ein Auge auf Kante geworfen. Der französische Weltmeister von 2018 spielte schon seit zweieinhalb Jahren in Saudi-Arabien, im Sommer 2023 verließ er den FC Chelsea. Medienberichten zufolge war der Deal mit Al-Ittihad schon länger festgezurrt, bis Istanbul am Dienstagmittag enttäuscht mitteilte: Die FIFA habe den Spielertausch für nichtig erklärt, der saudische Klub habe fehlerhafte Eingaben ins Transfersystem der FIFA getätigt. Das Problem dabei: Das Transferfenster schloss am Montagabend in Saudi-Arabien.

Und dann fällt der Name "Erdogan"

Nichts wurde vorerst also aus der Rückkehr nach Europa. Es folgte Unmut auf allen Seiten: Kante soll daraufhin in den Streik getreten sein, schließlich ist das Transferfenster in der Türkei noch bis Freitag geöffnet. Die weiteren Vorgänge sind nicht öffentlich bekannt. Am Dienstagabend atmeten die Verantwortlichen bei Fenerbahce dann doch auf. Der Klub verkündete via X: "Aufgeben gehört nicht zu unserem Wortschatz". Wie unter anderem der "Kicker" mit Verweis auf andere Medien berichtet, sei die FIFA doch noch eingeschritten - und habe den Spielertausch nun doch validiert. Kante geht nach Istanbul, En-Nesyri wechselt dafür nach Saudi-Arabien.

Doch als wäre das nicht kurios genug, finden sich seither im Social-Media-Feed von Fenerbahce nicht nur Videos und Fotos des Neuzugangs. Am Morgen erschien auch ein öffentlicher Brief von Klubpräsidenten Sadettin Saran, der Kante als eine "herausragende Persönlichkeit des Weltfußballs" feiert. Weiter heißt es: "Im Namen des Vereins und in meinem eigenen Namen möchte ich unserem Präsidenten, Herrn Recep Tayyip Erdogan, meinen Dank für seine maßgebliche Unterstützung beim erfolgreichen Abschluss dieses Prozesses aussprechen. Dieser wird zur Weiterentwicklung von Fenerbahce und des türkischen Fußballs beitragen."

Kurioserweise befand sich der türkische Präsident Erdogan während der Transferposse am Montag und Dienstag zu einem Arbeitsbesuch in Saudi-Arabien, in der Hauptstadt Riyadh - und hat offenbar auf höchster Ebene noch einmal Einfluss genommen. Und das nicht ohne Grund: Al-Ittihad gehört saudischen Staatsfonds PIF. Laut dem türkischen Journalisten Erdem Akbaş, der für den türkischen Sportsender "A Spor" arbeitet, soll Erdogan die Causa an den saudischen Kronprinzen Mohammed Bin Salman herangetragen haben. Der wiederum soll sich mit der FIFA kurzgeschlossen haben. Und so fand der Transfer-Krimi doch ein glückliches Ende.

Quelle: ntv.de, ses

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