Fußball

Inter buhlt um Shaqiri Podolski ist "schon jetzt ein Idol"

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Wer es gut mit ihm meint, der bilanziert, dass mit ihm die Wende kam: Lukas Podolski, seit Montag in Diensten von Inter Mailand.

(Foto: imago/Ulmer/Lingria)

Das muss ihm erst einmal einer nachmachen: Nach 36 Minuten für Inter gilt Lukas Podolski schon als der Mann, der die Mailänder in die Champions League führen soll. Nur Trainer Roberto Mancini gibt sich eher verhalten. Und das aus gutem Grund.

Erst war alles wie immer an diesem Dienstagabend im Juventus Stadium zu Turin. Die anderen spielten Fußball - und Lukas Podolski saß auf der Bank. Nur eben nicht in England, sondern in Italien. Aber schließlich war der deutsche Nationalspieler erst am Tag zuvor vom FC Arsenal zu Inter Mailand gewechselt. Da wäre ein Einsatz in der Startelf des Guten dann doch ein wenig zu viel gewesen bei einem, der im vergangenen halben Jahr eher am Rande dabei als mittendrin war. Aber dann kam die 54. Minute. Und Lukas Podolski gab mit seinen 29 Jahren sein Debüt in der italienischen Serie A.

Hinterher waren bei Inter alle zufrieden. Podolski, weil er dann doch immerhin 36 Minuten spielen durfte, in denen er rannte wie ein Verrückter und, Obacht, kurz vor dem Ende der Partie seinem neuen Mitspieler Mauro Icardi den Ball so servierte, dass der beinahe noch der Siegtreffer erzielt hätte. Die Mailänder, ihres Zeichens Tabellenelfte, weil sie mit diesem 1:1 nach einem frühen Rückstand durch Carlos Tevez und dem Ausgleich durch eben jenen Icardi zehn Minuten nach Podolskis Einwechslung einen Punkt beim Spitzenreiter ergattert hatten. Und Trainer Roberto Mancini, weil er jetzt einen Spieler in seinen Reihen hat, der klar zu erkennen gab, dass er es der Welt noch einmal zeigen will.

"Shaqiri ist ein Spieler auf unserer Wunschliste"

"Er hat sich schon sehr gut eingefügt, er kann der Mannschaft sehr viel geben. Er ist noch nicht in optimaler Verfassung, weil er zuletzt wenig gespielt hat und erkältet war. Aber ich denke, dass er uns sehr weiterhelfen kann", sagte Mancini. Klingt nach einem Einstand, der schlechter hätte sein können. Klingt aber auch nach einem Lob, das eher verhalten ausfällt. Und nach einem Versprechen, das Lukas Podolski nun einlösen muss. Was "Tuttosport" nicht davon abhielt, den Weltmeister zu feiern: "Gutes Debüt von Podolski. Sichtbar noch im Rückstand mit der Kondition, aber gleichzeitig will er sich sofort in das Spiel einbringen."

Grundsätzlich geht es für die Mailänder in dieser Saison darum, sich irgendwie noch für den Europapokal zu qualifizieren, zumindest haben sie sich das vorgenommen. Fünf Punkte sind es bis auf Platz fünf, der zu einem Start in der Europaliga berechtigen würde, acht Zähler sind es bis zur Champions League. Der dritte Platz ist noch weit entfernt, aber wir müssen bis zum Ende darum kämpfen", forderte Torschütze Icardi. Damit das klappt, sieht Inter sich nach weiteren Verstärkungen um. Ein Kandidat ist der Schweizer Xherdan Shaqiri, Edelreservist beim FC Bayern.

Wie die Zeitung "La Repubblica" berichtet, bieten die Italiener den Münchnern nun drei statt bisher zwei Millionen Euro für eine Ausleihe des Mittelfeldspielers. Im Juni soll Shaqiri, der als Wunschspieler von Trainer Mancini gilt, dann fest verpflichtet werden. Wie es heißt, reist Sportdirektor Piero Ausilio heute nach München, um mit Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zu verhandeln. "Shaqiri ist ein Spieler auf unserer Wunschliste, er ist aber nicht der einzige", sagte Ausilio. Ein anderer ist ja schon da. Und hat einen guten ersten Eindruck hinterlassen. "Seine Einwechslung hat das Gesicht des Spiels verändert, Poldi hat ein Signal an seine Teamkollegen gesendet. Für die Interisti ist er schon jetzt ein Idol", urteilte die "Gazzetta dello Sport". Vielleicht wird für ihn in Mailand ja alles ganz anders.

Quelle: ntv.de, mit dpa