Gewaltausbruch in 2. BundesligaPolizei ermittelt nach Ost-Derby wegen versuchten Mordes

Geplante Konfrontation, das Zweitligaspiel nur als Anlass: Die Polizei zieht eine Bilanz nach den Ausschreitungen am Rande der Partie zwischen Magdeburg und Dresden. Nun wird sogar wegen Verdacht des versuchten Mordes ermittelt.
Nach dem Gewaltausbruch am Rande des Zweitligaspiels zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden am Wochenende ermittelt die Polizei in drei Fällen wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Einsatzkräfte wurden nach Angaben eines Polizeisprechers unter anderem mit Steinen, Absperrgittern, Mülltonnen, Stühlen, Toiletten, Gehwegplatten und einem Gullydeckel beworfen.
Zudem gab Polizeiinspektion Magdeburg eine höhere Zahl von Verletzten an - 70 statt 64 Beamte. 17 Polizisten mussten ambulant im Krankenhaus behandelt werden.
Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass die Eskalation gezielt gesucht wurde. Am Vorabend des Fußballspiels hatten sich nach Polizeiangaben rund 90 Anhänger aus Dresden mit 50 Anhängern aus Magdeburg im benachbarten Schönebeck zu einer körperlichen Auseinandersetzung verabredet. Der Polizei sei es jedoch gelungen, das Aufeinandertreffen und auch weitere Treffen zu verhindern.
Da am Spieltag dann im Heimbereich eine abgeklebte Sicherheitskamera durch die Polizei festgestellt wurde, gehen die Ermittler davon aus, dass die Konfrontation zwischen den beiden Fanlagern während oder nach dem Spiel gezielt gesucht werden sollte.
Insgesamt waren am Spieltag rund 600 Polizisten im Einsatz. Der Großteil von ihnen stammt aus Sachsen-Anhalt, aber auch aus Brandenburg und Sachsen. Dresden hatte das Ost-Derby mit 2:1 gewonnen.