Fußball

Erholung nach dem Rekordlauf RB Leipzigs Abenteurer atmen durch

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Unersättlich: Leipzigs Timo Werner, Emil Forsberg und Yussuf Poulsen.

(Foto: dpa)

"Das haben wir uns verdient." Sagen Leipzigs Rasenballsportler - und meinen die kleine Pause bis zum nächsten Ligaspiel. Nach dem Debütanten-Rekord in der Bundesliga wollen sich die Intensiv-Fußballer des Aufsteigers ein wenig erholen. Ihr Trainer staunt.

Trotz des Rekordlaufs von RB Leipzig kommt den Jungspunden die Länderspielpause recht. "Jetzt können wir erstmal durchschnaufen, was auch ganz wichtig ist, weil wir ganz intensive Spiele in den Knochen haben", sagte der 23-jährige Willi Orban nach dem sechsten Spiel des Aufsteigers ohne Niederlage in der Fußball-Bundesliga. Den Nationalspielern in seinem Kader gab Trainer Ralph Hasenhüttl bereits an diesem Samstag frei, der Rest lockerte sich beim Badminton, Tischtennis oder strampelte ein bisschen auf dem Spinningrad.

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Er hat Spaß: Trainer Ralph Hasenhüttl.

(Foto: dpa)

"Die Spieler haben jetzt auch mal die Zeit, die erste sehr intensive Bundesligaphase sacken zu lassen", sagte Hasenhüttl. Eine, in der sie zusammen Geschichte schrieben. Drei Siege, drei Unentschieden - noch nie startete eine Mannschaft in ihrem Premierenjahr im Oberhaus erfolgreicher. Nach zuvor zwei Remis nach einer Führung gelang am Freitagabend ein 2:1 gegen den FC Augsburg. Allerdings wurde es auch diesmal in der Schlussphase brenzlig, nachdem die Hausherren ihre gewaltige Leistungssteigerung nach der Pause nicht mit mehr als dem Tor von Yussuf Poulsen hatten krönen können.

"Ich glaube, das fehlt uns noch: Diese Abgewichstheit, dass wir am Ende nicht noch in Schwulitäten kommen", meinte Orban. Auch die große Fehleranhäufung im ersten Spielabschnitt - sei es im Spielaufbau oder in der Ballannahme - war dem Verteidiger nicht entgangen. "Wenn das auch noch perfekt wäre, hätten wir ja gar nichts mehr zu arbeiten", sagte er. Das Grinsen fiel dabei äußerst verhalten aus - diese Leipziger meinen es mehr als ernst. Mit zwölf Punkten mischt der von manch gegnerischem Fan immer noch mit Argwohn betrachtete Klub oben mit. "Es ist wie ein Abenteuer, dass wir jedes Spiel uns reinhauen und versuchen alles zu geben", betonte Orban.

"Beeindruckt, wie lernwillig die Jungs sind"

Trainer Hasenhüttl lässt seine Jungs rotieren, er lässt sie laufen: Und wenn nötig, korrigiert er. "Wir haben in der Halbzeit den Finger in die Wunde gelegt", erzählte Hasenhüttl: "Wir haben den Jungs ein paar Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt, wie man den Gegner vielleicht noch mehr unter Stress setzen kann." Gesagt vom Trainer, getan von seinen Spielern. Die Leipziger Wucht, Spielklasse und Dynamik setzte sich durch. Der große ausgeglichene Kader macht es möglich. Die Hälfte der zehn Feldspieler tauschte Hasenhüttl durch, keiner kann sich sicher sein, ob er spielt. Unmut bei den Bankdrückern? Keinesfalls!

"Das macht uns gerade extrem gefährlich und stark, dass wir viele Optionen haben", sagte Dominik Kaiser, eigentlich der Kapitän, gegen Augsburg aber nicht in der Startformation. Die Spieler beschwören ihre Einheit, der bisherige Erfolg gibt ihnen recht. Dabei scheint RB nach dem rasanten Aufstieg ins Oberhaus sieben Jahre nach der Gründung auch in der ersten Liga im Zeitraffer-Tempo zu wachsen. In jedem Spiel traf die Mannschaft. Sie geriet schon in Rückstand und holte ein Remis. Sie verspielte zweimal eine Führung und trennte sich unentschieden vom Gegner. Sie bewies schon mehrfach ihre Last-Minute-Qualitäten.

Sie kann kontern, wenn der Gegner das Spiel macht, aber auch selbst gestalten wie gegen Augsburg. "Ich bin immer beeindruckt, wie lernwillig die Jungs sind", sagte Hasenhüttl und dankt es seiner Mannschaft mit ein paar erholsameren Tagen, ehe es in zwei Wochen mit der Partie beim VfL Wolfsburg für die Leipziger weitergeht.

Quelle: n-tv.de, Jens Marx, dpa

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