Fußball

Warum er nicht zur Hertha kam Rangnicks Manager widerspricht Klinsmann

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Warum Ralf Rangnick nicht Trainer bei Hertha BSC wurde, darüber gibt es abweichende Darstellungen.

(Foto: imago sportfotodienst)

Jürgen Klinsmanns Abrechnung mit Hertha BSC richtet den maximalen Schaden an. Aber wie viel Wahrheit steckt in den Protokollen des Ex-Trainers? Zumindest eine Behauptung über Ralf Rangnick und ein mögliches Engagement in Berlin wird nun vehement entkräftet.

Ralf Rangnick hat offenbar nicht wie von Jürgen Klinsmann behauptet den Trainerjob beim Fußball-Bundesligisten Hertha BSC wegen Geschäftsführer Michael Preetz abgelehnt. Das sagte zumindest Rangnick-Berater Marc Kosicke als Reaktion auf einen der brisanten Punkte in Klinsmanns Tagebuch, dessen Veröffentlichung in der "Sport Bild" für viel Aufsehen gesorgt hatte. Darin hieß es, dass Rangnick mitgeteilt hätte, dass er mit Preetz als seinem Vorgesetzten nicht zum Hauptstadtklub kommen werde.

"Ja, Jürgen Klinsmann hat - und zwar, bevor er Trainer bei Hertha BSC wurde - bei Ralf Rangnick angerufen und angefragt, ob er sich vorstellen könne, Trainer bei Hertha zu werden", sagte Kosicke der "Bild"-Zeitung: "Ralf Rangnick hat in diesem Gespräch auf seinen laufenden Vertrag bei RB Leipzig verwiesen und klargemacht, dass solche Überlegungen daher ausgeschlossen sind. In keiner Weise hat er davon gesprochen, dass er ein Engagement ausschließt, weil Michael Preetz Geschäftsführer Sport ist und sein Vorgesetzter wäre."

Windhorst schweigt zu Tagebuch

Finanzinvestor Lars Windhorst, der Klinsmann zunächst als Aufsichtsrat zur Hertha geholt hatte, will sich zu den schweren Angriffen seines ehemaligen Beraters gegen den Klub nicht äußern. Man werde den Vorgang nicht öffentlich kommentieren, sagte dessen Sprecher Andreas Fritzenkötter auf Anfrage. Nach nur elf Wochen hatte Klinsmann am 11. Februar überraschend seinen Rücktritt erklärt und Hertha damit völlig unvorbereitet getroffen. Mit deutlichen Worten hatte Windhorst danach bei einer Pressekonferenz Klinsmann die Rückkehr in den Aufsichtsrat versagt.

In dem am Mittwoch veröffentlichten Papier, das für Klinsmann und einen Partner verfasst worden war, greift der Ex-Coach die Verantwortlichen des Klubs scharf an und fällt auch harte Urteile über die Spieler, ohne mögliche eigene Fehler einzugestehen. Unter anderem heißt es: "Der Klub hat keine Leistungskultur, nur Besitzstandsdenken und es fehlt jegliches Charisma in der Geschäftsleitung." Die Rede ist zudem von einer "Lügenkultur" und "jahrelangen katastrophalen Versäumnissen" von Preetz.

Quelle: ntv.de, vmi/dpa/sid