Fußball

Kroos schläft, CL-Traum platzt Real erlebt "Fiasko des Jahrhunderts"

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Toni Kroos sah beim entscheidenden Gegentor gegen Juventus Turin ganz schlecht aus.

(Foto: imago/foto2press)

Keine Titelverteidigung für den schlafmützigen Toni Kroos und Real Madrid: Der Weltmeister patzt gegen Juventus Turin schwer. Nach dem Aus im Champions-League-Halbfinale stehen aber vor allem Trainer Carlo Ancelotti und "Gareth Fail" in der Kritik.

Weltfußballer Cristiano Ronaldo stapfte wütend in die Kabine, James Rodríguez vergoss Tränen der Enttäuschung, und auch Toni Kroos war einfach nur bedient. "Das ist sehr bitter, es wäre absolut möglich gewesen, ins Finale zu kommen", sagte der Weltmeister nach dem 1:1 (1:0) von Real Madrid im Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen Juventus Turin. Der Titelverteidiger ist ausgeschieden, nicht zuletzt wegen Kroos' Schlafmützigkeit beim Gegentor.

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Real-Coach Carlo Ancelotti steht vor dem Aus bei den "Königlichen".

(Foto: AP)

Im Fokus der Kritik steht aber Trainer Carlo Ancelotti. "Wenn sie den Trainer auswechseln wollen, haben sie das Recht dazu", sagte der Italiener, nachdem die Saison ohne Titel fast zur Gewissheit geworden war. An die letzte, minimale Chance in der Meisterschaft glaubt bei vier Punkten Rückstand auf Erzrivale FC Barcelona zwei Spieltage vor Saisonende niemand mehr. Das Hausblatt "Marca" schrieb daher vom "Fiasko des Jahrhunderts!" und gebrauchte Vokabeln wie Albtraum, Reinfall oder Desaster.

Kein Bekenntnis zum Trainer

Klubdirektor Emilio Butragueño verweigerte entsprechend ein klares Bekenntnis zu Ancelotti, der noch einen Vertrag bis 2016 hat. Es sei das Gebot der Stunde, "zusammenzustehen", meinte die Stürmerlegende. Und auf nochmalige Nachfrage zur Zukunft des Coaches: "Wir sind alle traurig, alles andere ist zweitrangig." Wie beliebt Ancelotti bei seinen Spielern ist, verdeutlichte ein Plädoyer von Kroos. "Ich kann nur sagen, dass er ein absoluter Top-Trainer ist", sagte der 25-Jährige bei Sky, "so, wie wir gespielt haben, kann kein schlechter Trainer an der Seitenlinie gestanden haben. Das wissen hoffentlich alle."

Auf seinen entscheidenden Fehler, als er am Sechzehner den gebürtigen Madrilenen und Ex-Realspieler Álvaro Morata vor dessen Treffer zum 1:1 (57.) aus den Augen verlor, wollte Kroos nicht näher eingehen. "Der Ball ist abgewehrt, dann haben wir ein bisschen spekuliert, dass er vielleicht im Abseits stehen könnte", sagte er. Wir? Kroos! Der nämlich hob den rechten Arm und ließ Morata ziehen. "Er muss sich den Vorwurf gefallen lassen, da nicht energisch genug zu stören", sagte Sky-Experte Andreas Möller zur fraglichen Szene. Für Kroos war dagegen "das Entscheidende, dass wir aus den vielen Möglichkeiten nur ein Tor machen. Das ist viel, viel zu wenig."

Spott für "Gareth Fail"

Nur Ronaldo traf (23., Foulelfmeter). Der Portugiese zog mit seinem 77. Tor in der Königsklasse wieder mit Barças Lionel Messi gleich, hatte ansonsten aber einen enttäuschenden Auftritt. Der auffälligere Gareth Bale vergab die besten Möglichkeiten und wurde von der britischen Presse als "Gareth Fail" (etwa: Fehlschuss-Gareth) verspottet. Der verletzte Luka Modric wurde abermals schmerzlich vermisst, er erlebte die letzten Sekunden vor dem Aus am Eingang zum Spielertunnel neben dem nicht berücksichtigten Weltmeister Sami Khedira.

Als feststand, dass auch Real nicht als erste Mannschaft den Champions-League-Titel erfolgreich verteidigen würde, wandten sich die Fans von ihren Lieblingen ab. Kroos und Co. ernteten Pfiffe, die Ultras forderten den Kopf von Präsident Florentino Pérez und skandierten "Mourinho, Mourinho". Dessen Nachfolger Ancelotti meinte, er würde gerne bleiben. "Doch ich weiß auch, wie der Fußball funktioniert."

Quelle: ntv.de, Marco Mader, sid

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