Fußball

"Wesentlich preiswerter" Rummenigge packt zu Sané-Deal aus

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Leroy Sané wechselt nach langen Verhandlungen zum FC Bayern.

(Foto: dpa)

Schon 2019 möchte der FC Bayern Leroy Sané verpflichten. Doch dann reißt dessen Kreuzband, der Transfer platzt. Nun aber ist es so weit - und der Vorstandsvorsitzende des deutschen Fußball-Rekordmeisters, Rummenigge, bekennt, dass der Deal "im Nachhinein wesentlich preiswerter geworden" ist.

Der Startransfer der Saison ist endlich da: Leroy Sané hat am Freitag beim FC Bayern München einen Vertrag bis 2025 unterschrieben. Damit sind monatelange Verhandlungen endgültig beendet, der Nationalspieler ist der dritte Neuzugang für die neue Spielzeit. Laut des Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge war es kein einfacher Transfer, allerdings auch nicht der kniffligste seiner Laufbahn.

"Nein, der von Javi Martínez 2012 war der schwierigste. 40 Millionen Euro damals wären heute ungefähr 120. Diese Summe war ein Meilenstein", sagte der 64-Jährige bei "Sport1": "Die Diskussion über Martínez wurde bei uns über Monate geführt." Der Spanier war im August 2012 von Athletic Bilbao nach München gewechselt.

Dass sich die Verhandlungen mit Manchester City um Sané letzten Endes ebenfalls lange hingezogen haben, liege vor allem an der derzeitigen Situation auf der Insel. "Die Saison in England läuft noch, und in so einer Phase machen die Klubs ungern Transfers. Deswegen ruht der See auf dem Transfermarkt noch weitestgehend." Der Markt nehme erst "nach der Champions League so richtig Fahrt auf", so Rummenigge. Die Königsklasse ist wegen der Corona-Krise aber unterbrochen und startet erst im August wieder.

Allerdings wäre der Offensivspieler bereits im vergangenen Jahr fast nach München gewechselt. Ein Transfer kam nicht zustande, weil Sané sich einen Kreuzbandriss zuzog und die Bayern daher von einem Kauf Abstand nahmen.

Sané nicht zu holen, "wäre ein Frevel gewesen"

Leroy Sané wechselt nun für die vergleichsweise geringe Ablösesumme von rund 50 Millionen Euro nach München. Angesichts der bis zu 120 Millionen Euro, die im letzten Sommer noch gehandelt wurden, ein Schnäppchen. "Durch seinen Kreuzbandriss im letzten Jahr im Supercup ist er im Nachhinein wesentlich preiswerter geworden", verriet Rummenigge, der jedoch auch das Verhandlungsgeschick seines gerade beförderten Sportvorstandes hervorhob: "Ich muss sagen, dass Hasan Salihamidzic einen großartigen Job gemacht hat, weil er immer heiß auf den Spieler war und immer am Ball geblieben ist."

Die Münchner hätten auch daher die "Bemühungen intensiviert", weil Manchester City Interesse "an einer zügigen Entscheidung" hatte: "Was jetzt vereinbart wurde, ist aus unserer Sicht gut und sinnvoll." Übrigens sei Sané ein "wirklich guter und netter Typ", betonte Rummenigge. Den Flügelspieler hätte der Klub verpflichten wollen, weil er "für die anspruchsvolle nächste Saison" eine "Top-Alternative" zu Kinglsey Coman und Serge Gnabry für die Außenbahn sei.

Dass der Transfer neue Diskussionen über das Gehaltsgefüge innerhalb des Kaders entfachen wird, glaubt Rummenigge indes nicht. "Man muss es immer in einer gewissen Relation sehen. Was vor einem Jahr finanziell auf uns zugekommen wäre und was dieses Jahr gemacht wurde - das ist ein dramatischer Unterschied." Angeblich verdient Sané beim FC Bayern pro Jahr 17 Millionen Euro.

Rummenigge wolle aber nicht ausschließen, dass der Klub nun "den ein oder anderen Spieler abgeben" wird, "um finanziell einen Ausgleich zu schaffen". Leroy Sané zu "solchen Konditionen" nicht unter Vertrag zu nehmen, "wäre jedenfalls ein Frevel gewesen".

Quelle: ntv.de, ara/sport.de