Fußball

100 Sekunden zum CL-Gruppensieg Salahs Zaubertor erlöst Klopp und Liverpool

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Kann man mal machen, muss man aber nicht: Mo Salah.

(Foto: dpa)

Eine Niederlage hätte das Aus bedeutet - und der FC Liverpool tut sich in Salzburg lange schwer. Dann aber zeigt Klopps Sturm innerhalb kürzester Zeit, warum er zu den besten der Fußballwelt gehört. Als Gruppensieger zieht der Titelverteidiger in die K.-o.-Runde der Champions League ein.

Jürgen Klopp applaudierte seinem Gegenüber Jesse Marsch demonstrativ und umarmte ihn, dann gratulierte der Star-Trainer des FC Liverpool seinen erleichterten Spielern. Das Horrorszenario Vorrunden-Aus ist souverän abgewendet, der Titelverteidiger steht nach dem verdienten 2:0 (2:0) im "Endspiel" bei RB Salzburg sogar als Gruppensieger im Achtelfinale der Champions League - und trifft auf dem Weg ins Endspiel am 30. Mai in Istanbul zunächst auf einen vermeintlich leichteren Gegner. "Es war ein sehr hartes Spiel gegen einen starken Gegner. Wir wussten, dass es intensiv werden würde. Aber wir haben es gut gemacht. Zu Null gespielt, gewonnen, eine Runde weiter", sagte Liverpools Abwehr-Star Virgil van Dijk bei DAZN: "Der Trainer mahnte uns in der Halbzeit, unsere Chancen zu nutzen."

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Eine Neuauflage des Vorjahresduells mit Bayern München in der ersten K.o.-Runde ist ausgeschlossen, weil auch der deutsche Rekordmeister seine Gruppe B gewonnen hat. Liverpool setzte sich als Sieger der Staffel E vor dem SSC Neapel durch. Salzburg, das als erstes Team aus Österreich das Achtelfinale hätte erreichen können, überwintert in der Europa League.

Der frühere Leipziger und Salzburger Naby Keita per Kopf (57.) und Mohamed Salah mit einem Kunstschuss fast von der Torauslinie (58.) ließen Klopp mit ihrem Blitz-Doppelschlag jubeln. Sadio Mané bereitete den ersten Treffer herausragend vor - innerhalb von nicht einmal 100 Sekunden entschied die hochgelobte LFC-Offensive das Spiel. RB-Jungstar Erling Haaland ging erstmals in der Champions League leer aus. Nur 192 Tage nach dem Triumph von Madrid drohte Klopp gegen mutige Österreicher als erst zweitem Titelverteidiger nach dem FC Chelsea in der Saison 2012/13 das Vorrunden-Aus. Entsprechend gab der frühere Dortmunder an der Seitenlinie wie gewohnt alles. Er trieb an, munterte auf und - wenn es sein musste - bequatschte er den Vierten Offiziellen oder den Schiri-Assistenten. Die Tore seiner Elf bejubelte Klopp wie immer ausgelassen.

"Des is Soizburg!"

Die Gastgeber zogen bei ihrem "Spiel der Spiele" zumindest neben dem Platz alle Register. "Wir sind nicht Barca oder Real, aber wir sind bereit für unseren verdammten Traum! Des is Soizburg!", stand bei der Choreographie in Weiß auf blauen Bannern, die 29.520 Fans in der ausverkauften Arena sangen sich zum Klassiker "I am from Austria" von Rainhard Fendrich ein. Als die Champions-League-Hymne erklang, hatte Haaland ein Grinsen im Gesicht, schon nach 15 Spielsekunden stürzte er sich in den ersten Zweikampf gegen Weltstar Virgil van Dijk - und verlor ihn. Die Szene setzte den Ton für eine sehr temporeiche Begegnung, in der es rauf und runter ging. Klopp baute vor allem auf schnelle Gegenstöße, Salzburg hielt mit viel Leidenschaft, aber auch fußballerischen Akzenten dagegen.

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Salah hatte die frühe Führung auf dem Fuß (5.). Glück hatte Liverpool, als kurz darauf ein Handspiel von Kapitän Jordan Henderson im eigenen Strafraum ungeahndet blieb. Auffälligster Gästeprofi war der formstarke Ex-Salzburger Mane, der gute Chancen ungenutzt ließ (8./20.), die Führung aber per Flanke vorbereitete. Der hochgelobte Haaland, der zuvor in allen Spielen getroffen hatte, prüfte Liverpools Torwart Alisson in der 24. Minute erstmals. Kurz nach der Pause vergab er das mögliche 1:0 (51.). Dann drehte Liverpool auf - und Klopp durfte mal wieder seine berühmten Jubel-Fäuste zeigen.

Milik-Show in Neapel

Im Parallelspiel im altehrwürdigen Stadio San Paolo ebnete der frühere Leverkusener Arkadiusz Milik (3./26./38., Foulelfmeter) mit einem Hattrick den Weg zum ersten Sieg der Azzurri nach zuletzt neun sieglosen Pflichtspielen. Es war der schnellste Hattrick ab Anpfiff gerechnet seit Zlatan Ibrahimovics Dreierpack gegen den RSC Anderlecht im Oktober 2013.

Der Belgier Dries Mertens (75., Handelfmeter) schraubte das Ergebnis weiter in die Höhe. Genks Maarten Vandevoordt, seit Dienstag mit 17 Jahren und 287 Tagen der jüngste Torhüter, der jemals in der Königsklasse jemals eingesetzt wurde, erwischte einen unglücklichen Abend. Vor dem ersten Gegentor schob er Milik den Ball vor die Füße, dann verschuldete er den Strafstoß vor dem 0:3.

Quelle: ntv.de, tsi/sid