Fußball

Pläne für Zeit nach dem Abstieg Schalke, die Stars und "der helle Wahnsinn"

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Klaas-Jan Huntelaar könnte sich vielleicht für eine Zukunft auf Schalke begeistern lassen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Rechnerisch kann Bundesligist Schalke 04 die Klasse weiter halten, doch ernsthaft rechnet damit niemand mehr. Der Sportvorstand plant längst die Zeit nach dem Abstieg. Auf dem Zettel steht: der Kampf um zwei Stars, der Trainer - und ein kühner 3-Jahres-Plan.

13 Punkte trennen den FC Schalke 04 sechs Spieltage vor dem Ende der Saison vom Relegationsplatz. Die Möglichkeit des Klassenerhalts steht noch im Raum, dafür müsste jedoch ein Wunder her. Und das Verlassen auf Wunder taugt schlecht als Planungsgrundlage für Künftiges. Und so arbeitet Peter Knäbel, Sportvorstand des Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga, längst an möglichen Zweitliga-Szenarien.

Auch Starstürmer Klaas-Jan Huntelaar, der nach dem Saisonende bei einem Abstieg nicht mehr an den Klub gebunden wäre, kommt in den Gedankenspielen vor. "Was ich sicher sagen kann: Wir werden miteinander sprechen. Was er auf dem Platz als Stürmer und Persönlichkeit macht und wie er sich den anderen Spieler stellt, das ist großartig. Was ich aber auch immer im Hinterkopf haben muss, sind die Zahlen und die Perspektive", sagte Knäbel im "WAZ"-Interview bezogen auf Huntelaar.

Der 37 Jahre alte Niederländer, der im Januar von Ajax Amsterdam zu Schalke zurückkehrt war, spielte seitdem gerade einmal in vier Partien für die Königsblauen und schoss lediglich ein Tor. Zuletzt mehrten sich Stimmen, die forderten, Huntelaar dennoch auch im Abstiegsfall einen Verbleib schmackhaft zu machen. Huntelaar selbst ließ zuletzt die Fortsetzung seiner Fußball-Karriere offen und schloss auch eine Zukunft bei Schalke 04 in der 2. Bundesliga zumindest nicht kategorisch aus. "Man weiß nicht, was passiert. Fußball ist eine schöne Sache", sagte er.

"Es ist ein weiter weg"

Hoffnung macht sich Knäbel auf einen Verbleib von Kapitän Sead Kolasinac, der ebenfalls im Januar auf Leihbasis vom FC Arsenal zu den Königsblauen gewechselt war. "Es ist ein weiter Weg. Aber ich habe auch schon einen Marathon geschafft", sagte Knäbel zu den Chancen Schalkes beim Bosnier.

Der 27 Jahre alte Defensivspieler, der schon zwischen 2011 und 2017 für den derzeit Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga spielte, ist seit Januar aus London ausgeliehen. Bei Arsenal war Kolasinac zuletzt nicht mehr zum Zug gekommen. Für einen Verbleib auf Schalke müsste er allerdings deutliche Gehaltseinbußen in Kauf nehmen.

Knäbel rechnet bei den Planungen für die kommenden Saison grundsätzlich mit vielen "Unwägbarkeiten, insbesondere auch die Corona-Pandemie, die viele Themenbereiche beeinflusst. Es wird im Sommer einen Transfermarkt geben, der so sein wird wie nie zuvor."

"Es ist ja der helle Wahnsinn"

Vor diesem Hintergrund wollte sich der 54-Jährige auch noch nicht auf den direkten Wiederaufstieg als konkretes Saisonziel festlegen. "Ich halte es nicht für seriös, schon im Vorgriff Ziele festzulegen. Aber was ich unbedingt von uns verlange ist, dass wir Ambitionen haben", so Knäbel. "Wir müssen uns und unser Umfeld auf Höhen und Tiefen einstellen, was aber insgesamt eine positive Richtung haben muss."

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Knäbel betonte noch einmal, "definitiv" mit Dimitrios Grammozis als Cheftrainer in die nächste Spielzeit gehen zu wollen - unabhängig von den Resultaten bis Saisonende. Für die bisherige Arbeit mit seinem Trainerteam auf Schalke gebühre dem 42-Jährigen "ein großes Lob".

Knäbel erklärte, in drei Jahren sehe er Schalke "in der Fußball-Bundesliga mit finanzieller Stabilität. Erst einmal werden wir aller Voraussicht nach 17 beinharte Gegner und 34 anspruchsvolle Spieltage in der 2. Bundesliga haben. Aber die meisten Menschen wollen, dass wir in diesem Fall wieder aufsteigen – es ist ja der helle Wahnsinn, wie viele Sympathisanten wir haben."

Quelle: ntv.de, ter

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