Fußball

Agüero schiebt Frust Schenkt man Messi jetzt die wütende Legende?

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Sergio Agüero und Lionel Messi - bald vereint in Barcelona?

(Foto: picture alliance / GES/Thomas Eisenhuth)

Sergio Agüero ist ein Fußballstar, Nationalspieler Argentiniens, mit einigen der größten Klubs der Welt in der Vita - und derzeit arg unglücklich. Der Offensivkünstler fühlt sich von seinen Kollegen in Manchester gemobbt. In Barcelona dagegen planen sie mit ihm möglicherweise schon als Schlüsselspieler.

Nein, für Sergio Agüero läuft die Saison bei Manchester City nicht besonders gut. Der Argentinier kämpft im Ensemble von Pep Guardiola nach mehreren Verletzungen hat er seinen Platz im Angriff der "Citizens" längst an Gabriel Jesus verloren, zuletzt kam noch ein positiver Coronatest in die Krankenakte. Das Verhältnis zum Startrainer des angehenden englischen Meister gilt als angespannt. Nach dem Rückspiel im Achtelfinale der Champions League gegen Borussia Mönchengladbach (2:0) schimpfte Agüero auch noch auf sein Team.

Eine Viertelstunde vor Schluss durfte der 32-Jährige noch aufs Feld, da war das Achtelfinal-Duell längst entschieden. Werbung in eigener Sache konnte Agüero nicht mehr machen - und das lag in Augen des Spielers vor allem an seinen Kollegen: "Sie geben mir nie den Ball", schimpfte der wütende Agüero, der wutentbrannt in die Kabine stapfte, noch während seine Mitspieler den Viertelfinaleinzug feierten. Seit zehn Jahren spielt Agüero für Manchester City, mit 181 Ligatreffern ist er der erfolgreichste Torschütze in der Premier-League-Geschichte des Klubs, gleich in seiner ersten Saison schenkte er Manchester City mit einem Treffer tief in der Nachspielzeit des letzten Saisonspiels die erste Meisterschaft seit 44 Jahren. Der Angreifer ist eine Vereinslegende.

In dieser Saison stehen für Agüero dagegen erst 14 Einsätze und drei Tore in den Büchern, wettbewerbsübergreifend. Guardiola lässt gerne mit einer "falschen Neun" im Sturm spielen und verzichtet dafür dankend auf die Dienste seines Mittelstürmers Agüero. Es scheint, als ginge die große Zeit des Stürmers in Manchester zu Ende, sein Vertrag läuft ohnehin am Saisonende aus.

Um den Argentinier herrscht eine Gemengelage, die sie beim FC Barcelona möglicherweise gern sehen. Denn stimmen die hartnäckigen Gerüchte, ist Agüero dort als Schlüsselspieler vorgesehen, als wichtiger Teil eines ganz großen Plans. Dort geht es um nichts weniger als um die größte Rettungsmission des europäischen Fußballs und Agüero soll mithelfen. Mithelfen, Lionel Messi beim FC Barcelona zu halten, nachdem der spektakuläre Bruch zwischen dem Weltstar und seinem Weltklub nicht mehr zu kitten schien. Nach Jahren des verschobenen Umbruchs knallte es vergangenen Sommer rund ums Camp Nou gewaltig, Messis Flucht stand kurz davor, nur ein drohender Rechtsstreit bewegte ihn zu einem vermeintlich letzten Jahr beim FC Barcelona.

Es war nicht nur die Angst vor dem sportlichen Bedeutungsverlust, die Messi von seinem Klub weggetrieben hatte, es waren auch atmosphärische Störungen. Ex-Präsident Josep Bartomeu muss sich wohl juristisch wegen einer Verleumdungskampagne gegen seinen Spieler verantworten, für herbe Enttäuschung sorgte bei Messi aber auch der trostlose Abschied von Luis Suarez. Der war Messis bester Kumpel im Barça-Kader, nach dem Ende einer bitteren Saison, die für den stolzen Verein mit einer 2:8-Pleite gegen den FC Bayern im Viertelfinale der Champions League ein schlimmes Ende fand, schickte man den Uruguayer einfach weg. Das stieß Messi sauer auf: "Die Wahrheit ist, dass mich an diesem Punkt nichts mehr überrascht", schrieb der 33-jährige Argentinier in seiner Abschiedsbotschaft auf Instagram. "Du hättest es verdient, verabschiedet zu werden als das, was du bist: einer der wichtigsten Spieler in der Geschichte des Klubs", schrieb Messi: "Und nicht verabschiedet zu werden, wie sie es gemacht haben."

"Könnte dafür sorgen, dass Messi bleibt"

Suarez reüssiert inzwischen bei Tabellenführer Atlético Madrid, eine Rückkehr des Stürmers zum FC Barcelona ist ausgeschlossen. Und da kommt Agüero ins Spiel. Der ist nicht nur Teamkollege in Argentiniens Nationalmannschaft, sondern auch ein Freund Messis. Auch das macht ihn, abseits der in Manchester nicht mehr sonderlich gefragten sportlichen Qualitäten, für den FC Barcelona interessant. Der neu gewählte Präsident Juan Laporta wird nichts unversucht lassen, Messis Zukunft in der Primera Division zu zementieren.

Die sportliche Vision skizziert Trainer Ronald Koeman: "Leo sieht seit einiger Zeit, dass sich das Team dank der ganzen Veränderungen verbessert", sagte Barças Trainer Ronald Koeman jüngst nach dem Ausscheiden in der Champions League, dem frühesten Aus seit 2007. "Insbesondere haben wir junge Spieler mit großartiger Qualität. Vor uns liegt eine großartige Zukunft. Leo kann keine Zweifel daran haben, was die Zukunft für dieses Team bereithält."

Seit 17 Ligaspielen ist die verjüngte Mannschaft um Messi nach einem arg komplizierten Saisonstart inzwischen unbesiegt. Mit Ronald Araújo, Pedri, Ilaix, Trincao, Ansu Fati, Riqui Puig und Collado baute der Niederländer Koeman inzwischen zahlreiche junge Akteure erfolgreich ins Team ein, sogar den ehemaligen Dortmunder Ousmane Dembélé brachte der Trainer in eine Form, in der er dem Ensemble helfen kann. Viele rund ums Camp Nou hatten schon den Glauben daran verloren. All das brachte Koeman Messis Respekt ein.

Fürs gute Gefühl abseits des Platzes fühlt sich Laporta verantwortlich. Für den ist ein Verbleib Messis nun, mit seiner eigenen Wahl, nur noch ein wenig Fleisch entfernt: "Das löse ich auf einer Grillparty", hatte der 58-Jährige erst drei Tage vor der Abstimmung versichert. "Wir sind alle eine große Familie." Der eine oder andere Transfer fürs gute Gefühl könnte die Familienbande weiter festigen. Messis Landsmann Agüero würde jedenfalls gut passen: Agüero ist im Sommer zum Nulltarif zu haben, angesichts der dramatischen Finanzlage des FC Barcelona ein weiterer Pluspunkt.

Ein ehemaliger Nationalmannschaftskollege Messis und Agüeros hängt einen möglichen Transfer schon ganz oben auf: "Agüero nach Barcelona zu bringen, könnte dafür sorgen, dass Messi bleibt", sagte Pablo Zabaleta, der in der Albiceleste 58-mal gemeinsam mit Messi auf dem Platz stand, der spanischen Sportzeitschrift "Sport". "Vor ein paar Wochen hieß es nämlich, dass Messi wegen Agüero zu Manchester City gehen könnte." Nun könnte alles in die andere Richtung gehen. Agüero jedenfalls, der sich in Manchester geschnitten fühlt, gab sich jüngst nicht allzu große Mühe, die Gerüchte zu zerstreuen: "Sie schreiben alle Barça, Barça, Barça", sagte er auf Twitch. "Warten wir ein bisschen, schauen wir uns das an. Stopp. Wir sind immer noch bei City." Noch.

Quelle: ntv.de, ter

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